Zu Tisch in Asien: Das sind Top 5 wissenswerte Tischmanieren
Im europäischen Raum gibt es viele Meinungen, welche Manieren am Esstisch als Unart verpönt sind. Aber welche kulinarischen Rituale sind im asiatischen Raum an der Tagesordnung?
Andere Länder haben bekanntlich andere Sitten – dieses Prinzip kann so ziemlich in jedem Bereich eines anderen Landes als gegeben betrachtet werden. Während in Europa oft eine Vielzahl an Gerichten und Essgewohnheiten auf regionaler Vielfalt beruht, zeigen Länder außerhalb Europas oft ganz eigene kulinarische Traditionen. Diese spiegeln sich nicht nur in den Zutaten und Aromen wider, sondern auch in den Tischmanieren in anderen Ländern.
Das Verhalten am Esstisch ist ein wesentlicher Bestandteil der eigenen kultureller Identität und traditioneller Werte. Während im europäischen Raum der Fokus verstärkt auf dem Einhalten von Höflichkeit und Etikette liegt, wird im asiatischen Raum hauptsächlich Wert auf Respekt vor Älteren und Gemeinschaftssinn gelegt. Es sind diese Unterschiede, die einen spannenden Vergleich und einen wertvollen Einblick in kulturelle Prioritäten bieten. Falstaff hat sich auf die Suche nach den Top 5 kuriosesten Essensbräuche im asiatischen Raum gemacht.
Genuss in vollen Zügen
Bereits in jungen Jahren wird uns immer wieder erklärt, dass das Sprechen mit vollem Mund eine Unart ist – gemeinsam mit schmatzen oder sogar rülpsen. Anders ist es in China, hier ist es absolut üblich während dem Essen zu Schlürfen oder zu Schmatzen. In manchen Fällen wird am Tisch sogar geraucht – dies beruht auf der weit verbreiteten Auffassung, dass ein Essen vollständig genossen werden sollte und die Gäste sich rundum wohlfühlen sollen.
Währenddessen gilt es in China allerdings als Affront die Essstäbchen in den Reis zu stecken. Hier soll es sich um eine Form der Totenehrung handeln und ist ausschließlich bei Beerdigungen erlaubt. Unter alltäglichen Umständen gilt es am Esstisch nicht nur als äußerst unhöflich, sondern wird auch als schlechtes Omen, wenn ein Gast seine Stäbchen in den Reis steckt.
Besteck oder kein Besteck – das ist hier die Frage
Während man in Indien im Restaurant regulär Besteck benutzt, kommt es im privaten Bereich, in manchen gehobenen Kreisen durchaus vor, dass mit den Fingern gegessen wird. Dies entspricht der Vorstellung, dass die Nahrung zuerst mit den Augen, dann mit den Händen und letztendlich mit dem Mund genossen werden sollte.
Allerdings sollte man hier ganz genau aufpassen, denn beim Essen wird ausschließlich die rechte Hand verwendet. Die linke Hand wird als unrein betrachtet und darf nicht benutzt werden, um die Speisen direkt oder indirekt zu berühren, etwa beim Weiterreichen von Schalen oder Tellern.
Eine Frage der Achtung
Während wir in Europa mit dem Essen warten, bis alle ihre Speisen haben – wird in Korea der Respekt vor den Älteren nach wie vor großgeschrieben. Zwar kommen alle Gerichte gleichzeitig auf den Tisch und können in beliebiger Reihenfolge gegessen werden, beginnt das Essen jedoch immer mit dem ältesten Tischgast. In dem asiatischen Land wird es als sehr unhöflich angesehen, zu essen, bevor dieser den ersten Bissen genommen hat.
Während der Mahlzeit wird kaum gesprochen, um die volle Aufmerksamkeit auf den Genuss der Speisen zu richten. Besonders bei alkoholischen Getränken ist es wichtig, diese mit beiden Händen auszuschenken und ebenfalls mit beiden Händen entgegenzunehmen.
Der feine Unterschied
Nicht nur der Vergleich zwischen europäischen und asiatischen Tischsitten ist spannend – es gibt auch kleine, aber feine Unterschiede zwischen den Bräuchen im Allgemeinen. So wird in Japan die traditionelle Nudelsuppe beispielsweise auch mit lautem Schlürfen gegessen, anders als in China allerdings sind sonstige Geräusche wie Schmatzen oder lautes Kauen sind beim Essen eher nicht üblich.
Die Japaner glauben, dass die Nudeln ihr bestes Aroma entfalten, wenn sie mit Genuss und Geräusch aufgesogen werden. Außerdem gilt es als sehr unhöflich, Sojasoße direkt auf den Reis zu geben. Ebenso sollte man Speisen niemals mit den eigenen Essstäbchen an einen Tischnachbarn weiterreichen
Die Sache mit dem Sättigungsgefühl
Während vielerorts der Gastgeber das Essen eröffnet, kommt in Afghanistan dem Gast die Rolle zu, der eindringlich zum Essen aufgefordert wird. Auf höfliche Zurückhaltung sollte hier von Seiten des Gastes allerdings verzichtet werden. Traditionell nimmt der Gastgeber als Letzter etwas von den Speisen und wählt dabei die kleinste Portion. Während der Mahlzeit wird der Gastgeber seinen Gast immer wieder fragen, ob er bereits satt ist. Es ist höflich, diese Frage mindestens dreimal abzulehnen und weiter zu essen.
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