Onigiris sind in Japan kleine Zwischenmahlzeit, Reiseproviant und Schulbrot zugleich. Aber kein Fastfood! Das minimalistische Interieur dieses Imbisses – ausgestattet mit hellem Holz, lehmfarbenen Wänden und geometrischen Formen – spiegelt die Präzision und Achtsamkeit, die seine Zubereitung erfordert. Der Reis kommt natürlich aus Japan, die Algen sind handverlesen, und jede Füllung ist exakt bemessen. Gerollt und gefaltet werden die Onigiris für die Gäste sichtbar am Tresen. Das Angebot ist einfach und klar strukturiert, ein Poster am Eingang erklärt die unterschiedlichen Füllungen: von klassisch wie Lachs und Lachsrogen, Tuna Mayo und Teriyaki Chicken über vegetarische und vegane Optionen wie Curry-Sojahack und Spicy Avocado bis hin zu hauseigenen Signature-Füllungen. Besonders empfehlenswert ist der Spicy Tuna Onigiri mit Thunfisch und Chili-Mayo, dessen Verhältnis von Reis zu Füllung, Schärfe und Aromen bestens ausbalanciert ist. Geschmacklich überzeugend auch der Spicy Egg Yolk mit Soja-gebeiztem Eigelb, das sich warm und cremig in den Reis ergießt. Temperaturmäßig wirken die kleinen Reisdreiecke wie Handwärmer. »OKA«, der Name des Ladens, bedeutet übrigens »sanfter Berg«. Gegründet haben es Maxim Streletzki, Miteigentümer des »Estrel Hotels«, und Kaoru Iriyama, deren Wurzeln in der Kaiseki-Küche liegen, jener kulinarischen Kunstform, die Saison, Ästhetik und Handwerk in filigranen Gängen verdichtet. Bei den Onigiris beweisen die beiden, dass Einfachheit kein Mangel ist, sondern das Ergebnis absoluter Kontrolle über Produkt, Technik und Temperatur. Nur beim Getränkeangebot könnte man aufstocken.