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50 Schafe stürmen Supermarkt: »Ich dachte, das wäre ein Scherz«

Supermarkt
Landwirtschaft

Ein ungewöhnlicher Zwischenfall in Unterfranken sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit: Rund 50 Schafe liefen in einen »Penny«-Markt und blockierten den Kassenbereich. Was zunächst wie ein kurioses AI-Video wirkte, hatte einen ganz bodenständigen Hintergrund.

Am Montagvormittag wurde der Alltag in einem »Penny«-Markt in Burgsinn (Landkreis Main-Spessart) unerwartet unterbrochen. Etwa 50 Schafe schoben sich durch die automatischen Schiebetüren in den Verkaufsraum und blieben ausgerechnet dort stehen, wo es sonst am geordnetsten zugeht: an den Kassen. Kundinnen und Kunden filmten die Szene, die kurze Zeit darauf in den sozialen Netzwerken viral ging.

Der Besitzer der Tiere, Schäfer Dieter Michler, erklärte später, wie es dazu kommen konnte. Seine insgesamt mehrere hundert Tiere umfassende Herde war zuvor durch ein nahegelegenes Industriegebiet getrieben worden. Ein kleiner Teil der Schafe blieb dabei zurück, vermutlich weil sie am Straßenrand Eicheln oder anderes Futter fanden. Als sie den Anschluss verloren, gerieten sie offenbar in Unruhe – und liefen in Richtung des nächstgelegenen Parkplatzes.

»Erstmal zu Penny«

Dort begann der ungewöhnliche Abstecher. Michler vermutet zudem, dass die Schafe einem Kunden gefolgt sein könnten, der den Supermarkt mit einer raschelnden Tasche betrat. Für Tiere, die an Kraftfuttereimer oder Salzsäcke gewöhnt sind, kann ein solches Geräusch durchaus wie eine Einladung klingen.

Im Laden selbst herrschte zunächst Verwirrung. Filialleiter Jürgen Kippes berichtete später, er habe im ersten Moment an einen Scherz oder eine versteckte Kamera gedacht. Die Schafe stellten sich dicht gedrängt im Kassenbereich auf, blökten – und sorgten dabei für eine nicht ganz unerhebliche Verschmutzung des Bodens. An die Waren gingen sie jedoch nicht.

Das Entfernen der Herde erwies sich als schwieriger als gedacht. Weder Schieben noch Ziehen zeigte Wirkung. Erst ein lauter Schlag auf das Kassenband brachte die Tiere in Bewegung. Erschrocken liefen sie geschlossen durch die Schiebetüren zurück auf den Parkplatz, wo sie schließlich wieder eingesammelt werden konnten.

Alles Fake?

Der entstandene Schaden hielt sich in Grenzen. Der betroffene Bereich wurde gereinigt und alle Lebensmittel von den Mitarbeitenden kontrolliert. Für den Markt blieb vor allem eine Geschichte, die viele Kund:innen so schnell nicht vergessen dürften. Gegenüber dem Spiegel verrät der Filialleiter: »Ich habe eine ganze Menge an WhatsApp-Nachrichten bekommen. Interessanterweise haben ganz schön viele Leute die Geschichte erst nicht geglaubt: Die haben auf Social Media das Video gesehen und wollten von mir wissen, ob es KI ist. Nee, das ist ›Penny‹ Burgsinn live.«


Redaktion
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