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© Mila Restaurant

Vom »Bianc« ins eigene Restaurant: Sergei Kischilov eröffnet »Mila« in Hamburg

Neueröffnung
Hamburg
Restaurant

Sergei Kischilov hat fast ausschließlich in ausgezeichneten Restaurants gearbeitet. Zuletzt im 2-Sterne-gekrönten »Bianc« in Hamburg. Jetzt ist die Zeit reif für einen Alleingang: Mit dem »Mila« beginnt für den Weitgereisten ein ganz neues Kapitel.

Was für eine Metamorphose: Aus der dunklen, etwas abgerockten Location »Henssler at Home« (die ja schon lange nicht mehr Steffen Henssler gehört) ist ein strahlend schöner Raum mit gekonnter Lichtsetzung, harmonischer Farbgebung und einer inspirierenden Wandgestaltung entstanden. Elegant, edel und einladend zugleich. Designt vom Hamburger Innenarchitekturteam Korb, das auch gerade das »Hotel Atlantic« an der Alster auffrischt. Der richtige Rahmen für ein neues Hamburger Fine-Dining-Erlebnis: Im »Mila« – benannt nach seiner Tochter – zeigt Sergei Kischilov, was er bei den verschiedensten Küchenchefs gelernt hat.

»Es ist eine kulinarische Reise, auf die ich meine Gäste mitnehmen will«, sagt der 42-Jährige. Und die spiegelt auch seine eigenen beruflichen Reisestationen wider. Schon als Kind, wo er bis zum Alter von sieben Jahren in Moskau lebt, entdeckt er den Kosmos der thailändischen Streetfood-Küche, weil seine Großeltern damals dort wohnten. Nach dem Schulabschluss in Hamburg zieht es ihn zunächst zum Studium nach Manchester. Aber er entscheidet sich um, geht nach Australien, um dort in einer der weltweit besten Koch- und Gastronomieschulen »Le Cordon Bleu« zu lernen. Zurück in Deutschland landet er in der Sterneküche von Armin Karrer. Die nächste Station: das ebenfalls mit einem Stern gekrönte »Nagaya« in Düsseldorf, wo er tief in die japanische Kochkunst eintaucht.

 

»Für mich steht der Gast im Fokus«

Eine der prägendsten Zeiten beginnt für ihn aber zurück in Hamburg im »Bianc« von Matteo Ferrantino (2 Michelin-Sterne). Als der dort Ende Dezember 2025 die Türen nach acht Jahren schließt, ist die Zeit für Sergei Kischilov gekommen. In seinem dieser Tage eröffneten »Mila« am Rothenbaum will er sich bewusst keiner Stilrichtung beugen, seine Leidenschaft für Produkte ausleben und eine eigene Handschrift entwickeln.

Die wird sich ablesen lassen im im Terra- und im Aura-Menü, die es jeweils als Vier- oder Sechsgang-Variante geben wird. Hier erwartet die Gäste zum Beispiel eine Zitronengras-Schaumsuppe mit Hummerpraline oder eine Kombination von Aubergine mit Ziegenkäse und Miso-Aroma. Bald will der Kosmopolit auch À-la-carte-Gerichte anbieten, ergänzt durch eine kleine Barkarte mit Kreationen, die seine Küchenphilosophie im Kleinen widerspiegelt. Ob er wieder einen Stern anstrebt? Da muss der Küchenchef nicht lange überlegen: »Für mich steht der Gast im Fokus, nicht der Stern«.


Brigitte Jurczyk
Autor
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