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Hopfenkrise in Deutschland: Brauereien sparen – Bauern roden

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Bierproduktion unter Druck: Überangebot von Hopfen und sinkende Nachfrage treiben deutsche Bauern zum Roden ihrer Felder. Was bedeutet das fürs Bier?

In Deutschlands Hopfengärten wird derzeit kräftig zurückgebaut. Grund dafür ist ein drastisches Überangebot, das die Preise auf ein historisches Tief gedrückt hat – und zahlreiche Bauern in eine wirtschaftliche Zwangslage bringt. Besonders betroffen sind die Aromasorten Perle und Hallertauer Tradition, wie Erich Lehmair, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Hopfenpflanzer, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärt. »Ein Euro pro Kilo ist ein Zehntel dessen, was wir vor einem Jahr hatten«, erklärt er. Damit liegt der Preis deutlich unter den Produktionskosten.

Die Folge: Weltweit müsse die Anbaufläche um rund 5.000 Hektar reduziert werden – allein in Deutschland wären etwa 2.000 Hektar betroffen. Trotz dieser massiven Einschnitte dürfte Deutschland seinen Titel als weltweit größter Hopfenproduzent behalten. 2024 wurde in der Bundesrepublik auf etwa 20.300 Hektar Hopfen angebaut, vor allem in der Hallertau zwischen München und Nürnberg. Die USA lagen mit rund 18.600 Hektar dahinter.

Bier mit weniger Hopfen?

Ein Grund für das Überangebot liegt auch in veränderten Rezepturen großer Brauereien. Viele ersetzen aromatische Sorten durch sogenannte Bittersorten mit höherem Alphasäuregehalt – sie bringen mehr Bitterkeit mit weniger Pflanzeinsatz ins Bier. So kann ein Hektar der Sorte Herkules bis zu drei Hektar Perle ersetzen.

Gerade kleinere Brauereien bleiben dennoch ihren bisherigen Rezepten treu – nicht zuletzt, weil Hopfen am Gesamtpreis des Bieres mit nur etwa ein Prozent kaum zu Buche schlägt.

Riskante Entscheidung

Wie viel Hopfen am Ende tatsächlich gerodet wird, bleibt offen – jede Entscheidung treffen die Betriebe individuell. Wer zu viel rodet, verpasst womöglich einen künftigen Preisaufschwung. Doch ein Übermaß an Hopfen kostet – gerade bei Preisen unterhalb der Herstellungskosten – bares Geld. Zudem gilt: Nach der Rodung braucht es Zeit. Neu gepflanzte Reben liefern frühestens im zweiten Jahr wieder Ertrag.

Dennoch müssen Bierliebhaber keine Sorge um ihr Getränk haben: Bei den überproduzierten Sorten sei genug auf Lager, bei den gefragten werde nicht gerodet. Die Versorgung sei gesichert.


Redaktion
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