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© Shutterstock (Symbolbild)

»Pommes-Krieg« auf dem Teller und warum die Niederländer ihre Fritten anders essen

Pommes frites
Niederlande
Streetfood

Das niederländische »Patatje Oorlog« wirkt wie ein kulinarisches Chaos – und ist wahrscheinlich gerade deshalb ein Klassiker. Hinter der ungewöhnlichen Kombination steckt nicht nur viel Geschmack, sondern auch ein spannendes Stück Kulturgeschichte.

Manche kulinarischen Kombinationen wirken fast unverrückbar: Zum gebackenen Emmentaler gibt es Preiselbeeren oder Sauce tartare, zu Pommes frites meist Ketchup, Senf oder Mayonnaise. In den Niederlanden sieht man das seit jeher etwas gelassener und vor allem kreativer. Dort gehört eine Pommes-Variante mit Erdnuss- beziehungsweise Saté-Sauce und rohen Zwiebeln längst fest zur Imbisskultur.

Was auf den ersten Blick ungewöhnlich klingt, ist unter dem Namen »Patatje Oorlog« – zu Deutsch »Pommes-Krieg« ein echter Klassiker und erlebt derzeit wieder mehr Aufmerksamkeit.

Das Chaos auf dem Teller

Der Name wirkt im ersten Moment irritierend, entgegen eventueller Erwartungen hat er mit Streit oder kulinarischer Rivalität allerdings gar nichts zu tun. Der Name »Oorlog« beschreibt vielmehr das visuelle Durcheinander auf dem Teller: goldbraune Pommes, darüber helle Mayonnaise, dunkle Erdnusssauce und gehackte Zwiebeln – ein bewusst ungeordnetes Zusammenspiel, das fast wie ein kleines »Schlachtfeld« wirkt. Gerade dieses scheinbare Chaos macht den besonderen Reiz der niederländischen Spezialität aus.

Tatsächlich funktioniert die Mischung geschmacklich erstaunlich gut: Die Erdnusssauce bringt Tiefe, die Mayonnaise sorgt für die bekannte Cremigkeit und last but not least sorgen die Zwiebeln für den richtigen Biss und die leichte Schärfe. Wie so oft bei ungewöhnlichen Geschmackskombinationen ist die richtige Balance ausschlaggebend, denn die Erdnusssauce darf nicht zu süß werden und die Zwiebeln dürfen nichts überlagern. Das Wichtigste jedoch sind die Pommes: Sie sollten knusprig bleiben. Im Übrigen hat fast jeder Imbiss in den Niederlanden und jede Familie ihre eigene Variante des Kultgerichts entwickelt.

Globale Geschmackseinflüsse

Zugegeben wirkt die Kombination auf den ersten Blick etwas willkürlich, ist sie jedoch nicht. Während Pommes – ähnlich wie an Imbissständen üblich – fest zum alltäglichen kulinarischen Bild gehören, verweist die Kombination mit Erdnusssauce auf indonesische Einflüsse in der niederländischen Küche.

Besonders deutlich zeigt sich das bei der Erdnusssauce selbst. Sie ist keineswegs zufällig gewählt, sondern ein Hinweis auf den starken indonesischen Einfluss innerhalb der niederländischen Esskultur. Durch die koloniale Vergangenheit der Niederlande gelangten indonesische Zutaten und Gerichte früh in den alltäglichen Speiseplan, darunter auch die Saté-Soße – eine würzig-süßliche Erdnusssauce mit einer leichten Schärfe.


Redaktion
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