Restaurant der Woche: »Glaserei«
In der »Glaserei« am Mehringdamm trifft bodenständige Küche auf Großstadtflair. Die Weinbar von Markus Schädel und Albrecht Sprenger lockt mit raffinierten »Small Plates« – ideal für gesellige Abende und kulinarische Entdeckungen.
Die Teller sind klein, ganz im Einklang mit dem Zeitgeist. »Small Plates«, auch »Sharing Plates« genannt, haben in den letzten Jahren eine steile Karriere in der Gastronomie gemacht und sind zum Synonym für Gastlichkeit und Spontanität geworden. Ein kurzer Besuch in einem Nachbarschaftslokal, um sich an einem kleinen Teller zu erfreuen, liegt im Trend. Ein solches Lokal für kleine Teller haben kürzlich Markus Schädel und Albrecht Sprenger direkt am Mehringdamm eröffnet. Mit viel Liebe zum Detail haben die beiden erfahrenen Gastronomen die Räumlichkeiten eines alten Handwerksbetriebs restauriert und die historische Glaserei-Reklame im Außenbereich im Sinne der Traditionspflege erhalten.
Das Konzept ist einfach: Die Betreiber wollten eine Weinbar schaffen, die das Großstadtpublikum mit bodenständiger Kost und wechselnden Gerichten vom Grill anlockt. Eine davon ist Rillette von der geräucherten Forelle, das mit Kapern und Zitrone serviert wird. Die Rillette erhält durch die Frische der Zitrone und die Säure der Kapernlake eine interessante Komplexität. Als Hauptgericht steht ein Bergkäse-Risotto zur Auswahl, das hier als Bratling mit Salat serviert wird, durch das zusätzliche Fett vom Anbraten aber schwerer und weniger ausgewogen daherkommt, als es sein könnte.
Überzeugend hingegen ist die Merguez vom Grill mit Kichererbsensalat. Die Gewürz- und Grillaromen harmonieren wunderbar mit dem frischen Salat. Insgesamt zeigt das Menü, warum das Konzept der kleinen Teller so beliebt ist: Egal, ob man großen oder kleinen Hunger hat, viel oder wenig Zeit mitbringt, allein oder mit Freunden unterwegs ist – in der »Glaserei« kommt jeder auf seine Kosten.