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Restaurant der Woche: »Mohn«

Restaurant der Woche Deutschland
Kritik
Restaurant
Kulinarik

Ein Pakt mit dem Kalorienteufel? Im »Restaurant Mohn« im niedersächsischen Hohnhorst wird Genusssünde großgeschrieben: Elf Gänge voller Raffinesse zeigen, wie spielerisch Fine-Dining sein kann.

Selbstdisziplin, ade! Genusssünde, hallo! – so lautet das Credo zu den elf Gängen, die während eines kurzweiligen Abends im »Restaurant Mohn« im niedersächsischen Hohnhorst serviert werden: Der geflämmte, im Kern glasige Ostseezander zergeht auf der Zunge und harmoniert perfekt mit dem satten Nussbutterschaum. Der herb-säuerliche Frischekick eines Brombeersorbets mit Joghurtschaum wird durch süßliches Waldmeistergel sanft abgerundet. Das warme Mohnbrot, das von einer verführerischen Feigenblattcreme begleitet wird, scheint vom Kalorienteufel persönlich in seiner Ofenhölle gebacken worden zu sein.

Es ist nicht alles perfekt gelungen, aber das Schöne ist, dass es das auch gar nicht muss: Gastgeberin Laura Überschär und Küchenchef Joris Hogervorst haben ihr Gourmetrestaurant erst im September 2024 eröffnet. Da beeindrucken die eingangs erwähnten Highlights gleich doppelt. Das Paar möchte sich nicht nur auf dem anspruchsvollen Terrain des Fine-Dining behaupten, sondern diesem Konzept auch Leichtigkeit verleihen – ganz wie in den Niederlanden, wo sie mehrere Stationen in der Spitzengastronomie durchlaufen haben.

Der Service im »Mohn« ist entsprechend locker, herzlich und aufmerksam. Das reduzierte Fachwerkflair des Lokals kommt ohne Deko aus. Nur die Küche selbst wird in naher Zukunft nicht ohne Zierde bleiben: Was hier in geschmacklicher Vollendung auf die Teller kommt, dürfte den Juroren der Gourmetführer nicht entgehen. Lediglich die Weinkarte lässt an Qualität vermissen, das Angebot wird jedoch durch eine alkoholfreie Begleitung aus Saft- und Teekreationen ergänzt.

Bewertung

Essen 45 von 50
Service 18 von 20
Weinkarte 16 von 20
Ambiente 8 von 10
GESAMT 87 von 100

Hauptstraße 25
31559 Hohnhorst
Deutschland

Erschienen in
Falstaff Magazin Deutschland Nr. 10/2024

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Hannes Finkbeiner
Autor
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