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Steht norwegischer Lachs im deutschen Handel vor dem Aus?

Lachs
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Foodwatch fordert einen Verkaufsstopp für norwegischen Lachs in Deutschland. Droht nun das Aus in deutschen Supermärkten?

Lachs ist der beliebteste Speisefisch der Deutschen – doch seine Verfügbarkeit könnte bald eingeschränkt werden. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch fordert einen Verkaufsstopp für norwegischen Zuchtlachs in deutschen Supermärkten. Grund dafür sind alarmierende Missstände in der Aquakultur: Hohe Sterblichkeitsraten, Tierleid und massive Umweltschäden prägen die Lachszucht in Norwegen, einem der weltweit größten Produzenten.

Millionen Lachse sterben vor der Schlachtung

Laut einem aktuellen Foodwatch-Bericht, der Daten aus Studien und Behördenreports auswertet, verenden jährlich rund 100 Millionen Zuchtlachse in Norwegen noch vor der Schlachtung. Dies entspricht etwa jedem vierten Fisch. Hauptursachen sind Infektionskrankheiten, Parasiten wie die gefährliche Lachslaus und schlechte Haltungsbedingungen in den Meereskäfigen.

»Es ist also mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass ein Großteil der Lachse in deutschen Supermärkten aus Betrieben stammt, in denen die Tiere krank sind«, heißt es im Bericht. Jeder zweite Lachs in den Supermarktregalen Deutschlands stammt aus Norwegen.

Eine Lachsfischerei in Norwegen.
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Eine Lachsfischerei in Norwegen.

Siegel bieten wenig Transparenz

Für Verbraucher:innen ist kaum nachvollziehbar, woher der Lachs stammt. Siegel wie das ASC (Aquaculture Stewardship Council) versprechen zwar Nachhaltigkeit, doch Foodwatch kritisiert, dass diese keine Garantie für Umwelt- und Tierschutz bieten. In einer Stichprobe konnten nur zwei von zehn ASC-Produkten eindeutig zu einer Lachsfarm zurückverfolgt werden.

»Rewe, Aldi, Edeka und Lidl dürfen sich nicht länger hinter fragwürdigen Siegeln verstecken, sondern müssen jetzt Verantwortung übernehmen, um das Leid der Lachse zu beenden und die Umwelt zu schützen. Deutsche Supermärkte sollten keinen Lachs aus Norwegen mehr verkaufen, bis die katastrophalen Zustände in der Fischzucht behoben sind«, forderte Annemarie Botzki von foodwatch.

Was bedeutet das für Verbraucher:innen?

Ein Verkaufsstopp für norwegischen Lachs könnte die Verfügbarkeit von Lachsprodukten in Deutschland stark einschränken. Die Forderung von Foodwatch richtet sich jedoch nicht gegen den Lachsverzehr an sich, sondern gegen die problematischen Praktiken in der Zuchtindustrie. Ob Supermärkte wie Rewe oder Aldi tatsächlich auf norwegischen Lachs verzichten, bleibt abzuwarten. Sollten die Supermärkte auf Foodwatchs Forderungen eingehen, könnten die Regale bald leerer werden – zumindest, was norwegischen Zuchtlachs betrifft. Für Verbraucher:innen heißt es vorerst: Beim Kauf auf Herkunft und Zertifizierungen achten – auch wenn echte Transparenz selten gegeben ist.


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Hannah Speyer
Hannah Speyer
Chefin vom Dienst Digital
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