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Ungewöhnlich früh! Frostnächte machen Eisweinlese möglich

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Für einige Winzer:innen begann der Arbeitstag am vergangenen Wochenende bei Eiseskälte. Ziel war die Ernte begehrter und rarer Eisweintrauben – mit Erfolg!

Klirrend kalt, sternenklar und ungewöhnlich früh im Jahr: Winzer:innen in Deutschland haben die Temperaturen genutzt und Eiswein geerntet – diesmal schon im November. Ein Highlight der diesjährigen Lese liefert das Großheppacher Familienweingut Bernhard Ellwanger am Geradstettener Lichtenberg, das zum zweiten Mal 2025 Eiswein lesen konnte. Schon einmal bot sich die Möglichkeit am 18. Februar zum Anfang des Jahres.

Erneut startete das Team am vergangenen Wochenende bei minus neun Grad frühmorgens mit der Ernte der Cabernet Cubin-Trauben. Die Beeren waren durch die dicke Beerenschale noch sehr gesund – eine Grundvoraussetzung für die hochwertige Spezialität. Rund 300 Liter Eiswein mit beeindruckenden 180° Oechsle fielen an, die vermutlich ab März als »Die kleine Eiszeit« in den Verkauf kommen. Ein Anlass, den Winzer Sven Ellwanger in die Vergangenheit blicken lässt: So früh im November konnte er sich an eine Eisweinlese zuletzt 1998 erinnern.

Mehrere Regionen profitieren

Auch in anderen deutschen Weinregionen war die frühe Frostnacht ein Segen. Winzer an Mosel, Pfalz, Hessischer Bergstraße, Franken, Sachsen und im Saale-Unstrut-Gebiet nutzten die minus acht bis neun Grad für ihre Lese. In der Bischofsmühle bei Nieder-Olm erzielten die Souvignier Gris-Trauben Mostgewichte von 150° Oechsle – Vorgabe sind mindestens 120° – und lieferten von einem Hektar rund 1.300 Liter. Bei einem fränkischen Silvaner wurden sogar 197° Oechsle gemessen.

»Für Eiswein müssen die Trauben möglichst gesund sein«, erklärt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI). Robustere Sorten wie Souvignier Gris oder Cabernet Cubin mit dickschaligen Beeren halten sich länger und ermöglichen so die konzentrierte Süße, die Eiswein auszeichnet. Unter frostigen Bedingungen gefriert das Wasser in den Beeren, der Zucker und die Aromastoffe bleiben zurück – Ergebnis sind Moste mit extrem hohem Restzuckergehalt und vergleichsweise niedrigem Alkoholgehalt von etwa sieben Prozent.

Die Eisweinproduktion bleibt ein Risiko

Minus sieben Grad sind das Minimum, und diese Temperaturen müssen während der Lese und der anschließenden Kelterung gehalten werden. »In Zeiten des Klimawandels wird es immer schwieriger, Eiswein zu erzeugen, weil der Frost oft zu spät einsetzt und die Trauben früher reifen«, so Büscher. Umso besonderer ist der frühe November-Frost, der den Winzern nun eine einzigartige Gelegenheit bot.


Redaktion
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