© LK Steiermark/Danner
Apfelernte 2024: Steirischer Obstbau in einer kritischen Phase
Unvorhergesehene Faktoren wie die Witterung oder Schädlinge stellen Landwirte in diesem Jahr vor große Herausforderungen.
von Alexandra Gorsche
05. September 2024
Die Obstbauern in der Steiermark stehen vor gewaltigen Herausforderungen und benötigen dringend Unterstützung, insbesondere bei Investitionen in Frostschutzberegnung. Zudem ist eine Senkung der hohen Lohnnebenkosten sowie ein effektiver Schutz vor invasiven Schädlingen notwendig.
Eine Ernte mit Licht und Schatten
Die diesjährige Apfelernte in der Steiermark startete so früh wie noch nie, rund zwei Wochen früher als üblich. Auf den ersten Blick scheint das warme Wetter von Vorteil gewesen zu sein, da die vielen Sonnenstunden und gut verteilten Niederschläge das Aroma und die Inhaltsstoffe der Äpfel positiv beeinflusst haben. Doch dieser Vorteil kann nicht über die schlechten Nachrichten hinwegtäuschen: Die Bauern ernten in diesem Jahr nur etwa ein Drittel der üblichen Menge – konkret 59.000 Tonnen. Ohne den Einsatz von Frostschutzmaßnahmen, insbesondere der Frostberegnung, wäre die Situation noch katastrophaler. Dank der geringeren Frostschäden in anderen Regionen ist die nationale Versorgung dennoch weitgehend gesichert.

Frostschutz als entscheidender Faktor
Der steirische Obstbau befindet sich in einer kritischen Lage, doch die Frostberegnung erweist sich als ein bedeutender Hoffnungsschimmer. Wie das aktuelle Jahr zeigt, konnte auf den 400 Hektar frostberegneter Flächen, die nur 8 Prozent der gesamten Anbaufläche ausmachen, etwa 42 Prozent der gesamten Ernte eingebracht werden. Demgegenüber stehen 92 Prozent der Fläche ohne Frostberegnung, wo lediglich 58 Prozent der Ernte geerntet wurden.
Notwendige Maßnahmen gegen den Abwärtstrend
Frostberegnung hat sich als effektivster und umweltfreundlichster Schutz gegen Frost erwiesen. Doch die hohen Investitionskosten für Speicherbecken und Beregnungsanlagen stellen viele Betriebe vor finanzielle Herausforderungen, die in den aktuell schwierigen Zeiten kaum zu bewältigen sind. „Im Sinne der Klimawandelanpassung ist es unerlässlich, diese richtungsweisenden Investitionen mit öffentlichen Mitteln zu fördern, um den steirischen Obstbau langfristig zu sichern“, betont die Vizepräsidentin.
Klimawandel und dessen Folgen
Die zunehmende Erwärmung hinterlässt deutliche Spuren in der Steiermark. In den letzten neun Jahren gab es aufgrund von Spätfrösten nur zwei normale Ernten, die zu niedrigen Marktpreisen verkauft wurden. Die Zahl der Produzenten ist seit 2017 von 1.116 auf 950 gesunken, und die Anbaufläche hat sich um 1.000 Hektar reduziert.
Unterstützung auf Landesebene
Landesrätin Simone Schmiedtbauer setzt sich für verstärkte Unterstützung ein. Angesichts der gravierenden Auswirkungen des Klimawandels auf den steirischen Obstbau ist es notwendig, weiterhin in praktikable Klimaschutzmaßnahmen zu investieren. Gleichzeitig fordert sie eine direkte Entlastung der Obstbauern. Neben den bestehenden Unterstützungen, wie Zuschüssen zur Hagelversicherung, ist eine Erhöhung der Fördermittel für Frostberegnung dringend erforderlich.
Ein Appell für einen Kurswechsel
»Der steirische Obstbau ist noch nicht verloren, aber er steht am Scheideweg«, warnt Manfred Kohlfürst, Obmann der steirischen und österreichischen Obstbauern. Er kritisiert die hohen Lohnnebenkosten und die eingeschränkten Möglichkeiten, invasive Schädlinge wirksam zu bekämpfen. Kohlfürst fordert daher einen klaren Kurswechsel in Österreich, der eine Senkung der Lohnnebenkosten sowie mehr wirksame Mittel gegen eingeschleppte Schädlinge umfasst.
Frostberegnung als effizienter und umweltfreundlicher Schutz
Kritik an der Frostberegnung als Wasserverschwendung weist Kohlfürst entschieden zurück. Diese Methode sei hocheffizient und umweltfreundlich, da kein Liter Wasser verloren gehe, sondern in die Natur zurückgeführt werde. Das für die Beregnung genutzte Wasser sei lediglich überschüssiges Wasser, das in Speicherbecken gesammelt werde.
Beratung und Unterstützung für Obstbauern
Der steirische Apfelanbau ist arbeitsintensiv und wird vorwiegend in kleinen Familienbetrieben betrieben. Kammerdirektor Werner Brugner hebt hervor, dass die Verfügbarkeit von Wasser und der Schutz vor extremen Wetterereignissen entscheidend für die Zukunft dieser Betriebe sind. Die Landwirtschaftskammer hat daher ihre Beratung um den Schwerpunkt »Wasser und Frostschutz« erweitert und unterstützt die Obstbauern bei der Errichtung von Frostschutz- und Bewässerungsanlagen.
Schlechte Stimmung unter den Produzenten
Eine Befragung im Frühjahr 2024 zeigte, dass zwei Drittel der steirischen Apfelproduzenten in den letzten fünf Jahren von ihrer Substanz leben mussten. Viele haben bereits die Aufgabe ihres Betriebs eingeleitet, und jeder fünfte Produzent plant, die Produktion ganz einzustellen. 40 Prozent zögern mit weiteren Investitionen.
Lesenswert
So bunt wie die Karibik sind auch die Rezepte in Rawlston Williams »Caribbean Cookbook«.
© Phaidon Verlag, canva.com
Buch der Karibik: Rawlston Williams exotisches Koch-Kompendium
Am Image kann es nicht liegen! Und doch erfuhr die Karibik als eine der wenigen Weltgegenden kaum Beachtung als Kücheninspiration. Der New Yorker Chef Rawlston Williams ändert das. Bunte Rezepte, die ideal für den Sommer sind und die er in 28 Inselnationen sammelte.
Tausende Besucher strömten in den kleinen oberfränkischen Ort Wirsberg.
© Jesper Hilbig
Genuss und Wissen: »ZU TISCH!« zeigt, wie Foodfestivals heute funktionieren
Über 80 Manufakturen und Köche sowie mehr als 50 Workshops, Tastings und Talks: Das Festival »ZU TISCH!« erzeugt Aufmerksamkeit weit über die Grenzen Frankens hinaus – und hat sich längst vom Genuss-Event zur Plattform entwickelt.
TVB Paznaun-Ischgl
© Von Juli bis Oktober 2026 verwandeln sich neun ausgewählte Hütten und Almen im Paznaun in besondere Genussstationen.
Gipfel der Genüsse: Gourmetköche warten im Paznaun auf 2.000 Metern
Regionale Produkte allein reichen oft nicht mehr aus, um Gäste zu begeistern. Im Paznaun setzt man deshalb auf eine enge Zusammenarbeit von Produzenten, Hüttenwirten und Spitzenköchen – und macht daraus ein touristisches Gesamtkonzept.
Optisches Highlight: Diese Lasagne erfreut nicht nur den Gaumen, sondern auch das Auge.
© Lena Staal / STAAL & JOHS
Lasagne à la Bottura – italienische Glückseligkeit für Gaumen und Auge
Spitzenkoch Massimo Bottura verwandelt die klassische Lasagne in ein komplexes Gericht für Profis – vielschichtig, geschmacklich ausbalanciert und perfekt ausgeführt. Falstaff empfiehlt dazu einen rubinfarbenen Roten vom Weingut »Drei Donà« in der Emilia-Romagna.
Wer seine Karte modernisieren, jüngere Zielgruppen ansprechen oder einfach einen starken Eyecatcher braucht, liegt mit dem Crunchy Kimchi Burger genau richtig.
© Foto beigestellt
Produkt der Woche: Crunchy Kimchi Burger
Advertorial
Der Crunchy Kimchi Burger bringt frischen Wind auf Ihre Karte – laut, bunt und maximal im Trend. Der Food-Hype aus Südkorea liefert genau das, was Gäste heute lieben: echte Gemüsestücke, internationale Trendgeschmäcker und richtig viel Crunch.
Prominente Unterstützung für die »Österreichische Krebshilfe«: Jenny Frankl und Bernhard Murg vom »Kabarett Simpl« mit Bio-Spitzenköchin Clara Aue und ihrer Charity-Kreation.
© Moving Stills
Im Marktrestaurant Gutes tun: »HEU & GABEL« kocht für die »Krebshilfe«
Bio-Spitzenköchin Clara Aue, Jenny Frankl und Bernhard Murg vom Kabarett Simpl zeigten bei Sonnenschein am Meidlinger Markt, wie viel Wärme entsteht, wenn Genuss und guter Zweck aufeinandertreffen.
Meist gelesen
Spa nutzen wie die Gäste: Das dürfen die Mitarbeiter im »Naturhotel Forsthofgut« in Leogang.
© canva.com / Vasyl Dolmatov
Attraktive Benefits: Was vier Hotelbetriebe ihren Mitarbeitern bieten
Personal ist rar in der Branche, daher müssen Betriebe etwas bieten. PROFI hat recherchiert und bei vier Top-Hotels nachgefragt, mit welchen konkreten Vorteilen sie ihre Mitarbeiter begeistern und langfristig binden.
Milch übrig: Georg und Andrea Blochberger machten aus einer kreativen Idee eine erfolgreiches Unternehmen.
© Eis-Greissler
15-Jahr-Jubiläum: Wie der »Eis-Greissler« aus einer Notlösung ein Geschäftsmodell machte
Mit »Schnitzel«- und »Grammeleis«: Der »Eis-Greissler« feiert Jubiläum und zeigt, wie sich aus einem einfachen Produkt durch Storytelling, Erlebnisse und mutige Ideen eine starke Freizeitmarke entwickeln lässt.
Hommage an die Mama: Thi Ba Nguyen (links) und ihre Suppe dürfen auch auf dem Top-Level nicht fehlen!
© Roland Graf
Fine Dining auf Vietnamesisch: Das »Vina« Graz schwimmt gegen den Strom
Es ist ein Statement gegen Spar-Wahn. Und eines, das dem Gästewunsch folgt: Zusätzlich zu den Streetfood-Klassikern bietet Robert Nguyen ein aufwändiges Sechs-Gang-Menü. Mit dabei natürlich auch: die Suppe von seiner 85-jährigen Mutter.
Schnell, kalkulierbar und günstig: Fast Food in Österreich legt ordentlich zu.
© canva.com
Gäste sparen beim Essen gehen – Fast Food profitiert massiv
Steigende Preise in der klassischen Gastronomie verändern das Konsumverhalten spürbar. Viele Gäste setzen zunehmend auf günstigere Alternativen – und bescheren Fast-Food-Anbietern in Österreich ein starkes Umsatzplus.
Manfred Ronge präsentiert bei der 17. Branchentagung der Österreichischen Gemeinschaftsverpfleger Zukunftsthemen – darunter KI, Robotik und Digitalisierung.
© Schörg VISUALS
KI, Kosten und Robotik – das treibt Österreichs Gemeinschaftsverpfleger derzeit um
»Zukunft nicht abstrakt diskutieren, sondern gemeinsam greifbar machen« – unter diesem Motto trifft man sich bei der 17. Branchentagung der Gemeinschaftsverpflegung zum Austausch über Digitalisierung, Automatisierung und Sicherheit.
Nach 47 Jahren in der österreichischen Spitzengastronomie treten die Brüder Karl und Rudi Obauer am Nationalfeiertag den Ruhestand an.
© Marco Riebler
»Restaurant-Hotel Obauer« schließt nach 47 Jahren seine Türen
Fast ein halbes Jahrhundert bieten Karl und Rudi Obauer in Werfen im Salzburger Land feinste Kulinarik – bis Oktober. Die Brüder treten den wohlverdienten Ruhestand an.
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!

