Elisabeth Voltmer © fischer-fotografie.at

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Zimt und Vanille als Trendgewürze: Warum die Klassiker in der Weihnachtsküche so beliebt sind

Dominik Mattes, Director Marketing & Innovation, und Elisabeth Voltmer, Head of Quality Management & Product Development bei »Kotányi«, erklären im exklusiven PROFI-Interview, warum Zimt und Vanille für viele Menschen mehr als nur Gewürze sind. Sie sprechen über das Revival klassischer Gewürze, emotionale Assoziationen bei der Produktentwicklung und die Rolle von Qualität und Nachhaltigkeit in der modernen Gewürzproduktion. Entdecken Sie, wie »Kotányi« mit Innovationen und Tradition gleichermaßen die Küchen bereichert und Weihnachtsfreuden neu belebt.

von Alexandra Gorsche
11. November 2024

PROFI: Warum sind Zimt und Vanille so beliebt?

Dominik Mattes: Zimt und Vanille sind als echte Gewürz-Klassiker in der typischen Weihnachtsbäckerei nicht wegzudenken. In den letzten Jahren haben die traditionellen Gewürze ein Revival erlebt – ein Neudenken des bereits Bekannten. Denn viele Menschen sehnen sich – nach den Herausforderungen der letzten Jahre – nach Freude, Genuss und positiven Erfahrungen. Die Vanille symbolisiert mit ihrem warmen und beruhigenden Aroma genau dieses wohlige Gefühl. Sie steht für einen Neuanfang, für die Rückkehr zu Genuss und für die kleinen Freuden des Lebens, die uns durch ihre Einfachheit und Eleganz verzaubern.

Inwieweit spielen emotionale Assoziationen bei der Entwicklung und Vermarktung von Gewürzen eine Rolle?

Elisabeth Voltmer: »Kotányi« gilt seit über 140 Jahren als heimischer Gewürzexperte und durch die jahrhundertelange Erfahrung haben wir gelernt, die wertvollen Schätze der Natur zu nutzen und für unsere Konsument:innen so aufzubereiten, dass sie Inspiration und Lebensfreude in die Küchen dieser Welt bringen. Gewürze bieten eine Vielfalt an sensorischen Erlebnissen – sie gelten nicht umsonst als ›Würze des Lebens‹. Gerade Gewürze aus fernen Ländern, exotische Gewürze, sind seit jeher wertvolle Handelsgüter, ehemals sogar Auslöser von Kriegen, kostbare Gaben und Zeichen von Wohlstand. Heute sind sie aus keiner Küche mehr wegzudenken und machen unsere Lebensmittel erst zu dem, was sie sind: genussvolle Mittel zum Leben.

Der Trend zu mehr Natürlichkeit und Qualität bei Gewürzen, speziell in der süßen Küche, wird immer wichtiger. Wie reagiert »Kotányi« darauf, und wie stellen Sie sicher, dass diese Anforderungen in der Produktentwicklung erfüllt werden?

Elisabeth Voltmer: Als österreichischer Gewürzexperte steht »Kotányi« seit über 140 Jahren für edle Gewürze in höchster Qualität: Alle Rohstoffe durchlaufen strenge Qualitätskontrollen, bevor sie in der hauseigenen Produktion in Wolkersdorf (NÖ) weiterverarbeitet werden. Dabei ist die Qualität der eingesetzten Rohstoffe entscheidend, um hochwertige Produkte herzustellen. Eine wichtige Komponente ist außerdem die Auswahl der besten Lieferanten im Rohstoffeinkauf. Wir setzen dabei auf ein strenges Verfahren zur Auswahl und Zulassung neuer Lieferanten sowie langjährige Partnerschaften als Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Bei der Entwicklung neuer Rezepturen zählt für uns, dass aktuelle gesellschaftliche Trends, aber auch wichtige Erkenntnisse aus Wissenschaft und Technik sowie Medizin und Gesundheitswesen miteinfließen.

Dominik Mattes © fischer-fotografie.at
Dominik Mattes © fischer-fotografie.at

»Kotányi« hat einen Gewürz-Report veröffentlicht. Der Report hebt hervor, dass Konsument:innen sich praktische Verpackungen wünschen. Wie beeinflussen Verpackungstrends und Nachhaltigkeitsaspekte die Produktentwicklung in der Gewürzbranche?

Dominik Mattes: Verpackungen sind ein essenzieller Bestandteil unserer Innovationen und sind in den vergangenen Jahren noch stärker in den Fokus gerückt. Wir wollen fortlaufend die Recyclingfähigkeit der von uns eingesetzten Materialien erhöhen und die Abfallmengen reduzieren. Ein besonderer Fokus gilt der Reduktion von Kunststoffen. So haben wir in den letzten Jahren sämtliche PET (Polyethylenterephthalat)-Dosen in unserem Markensortiment für Gastronomie und Großhandel auf 100 Prozent rPET umgestellt. Damit können wir alljährlich rund 155 Tonnen an neuem PET einsparen. Auch im Zuge unseres Briefpackungsrelaunchs haben wir die Zusammensetzung unserer Verpackungen dahingehend optimiert, dass wir die jährliche Menge an Kunststoff um 74 Tonnen im Vergleich zur alten Packung reduzieren können.

Welche neuen Entwicklungen oder Innovationen können wir in den nächsten Jahren bei Gewürzen für die süße Küche erwarten? Gibt es bereits neue Gewürze oder Gewürzmischungen, die im Kommen sind?

Dominik Mattes: Soeben haben wir zwei neue Vanilleprodukte (Vanille gemahlen im Glas und Vanillepaste in der Tube) auf den Markt gebracht, die einen starken Convenience Faktor bieten und somit das Backen und Kochen mit Vanille vereinfachen werden. Neben dem natürlichen und intensiven Geschmack sind hier die einfache Verwendung und Dosierung sowie die Wiederverschließbarkeit der Verpackung die Erfolgsfaktoren. Auch in den kommenden Jahren wird sich viel um die Verpackung und einfache Anwendung drehen – zu viele Details können wir allerdings noch nicht verraten.

Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie in der Balance zwischen Preisgestaltung und Qualitätsanspruch bei Ihren Produkten?

Dominik Mattes: Als österreichisches Familienunternehmen mit Produktion in Niederösterreich setzen wir seit über 140 Jahren auf höchste Qualität zu fairen Preisen. Unsere Strategie ist eine vorausschauende und langfristige Einkaufspolitik, aber auch wir waren in den letzten Jahren mit steigenden Rohstoffpreisen und Logistikkosten konfrontiert. Unsere Priorität ist dennoch, einen fairen Preis für die Konsument:innen, Händler und Produzenten gemäß der aktuellen Marktsituation zu realisieren.

Wir werden Gewürze, insbesondere Zimt und Vanille, hinsichtlich ihrer Herkunft und Qualität geprüft? Können Sie uns einen Einblick in die Qualitätskontrollen und Herkunftsstandards geben, die »Kotányi« anwendet?

Elisabeth Voltmer: In Sachen Qualität setzt »Kotányi« als Gewürzexperte seit jeher auf umfassende Qualitätskontrollen. Die Qualität von Zimt kann unter anderem anhand der Geruchs-Intensivität und der einheitlichen Farbgebung bestimmt werden. Bei Vanille guter Qualität kann man kristallines Vanillin in Form weißer, dünner Nadeln an der Oberfläche erkennen. Darüber sollten die Schoten nicht zu dünn, sondern dickfleischig, seidig glänzend, elastisch und lederartig sein. Vanille darf weiters keinen zu hohen Wassergehalt aufweisen, da es andernfalls zu Schimmelbildung kommen kann. Aber auch wenn Kriterien wie ein intensiver Geruch oder eine gleichmäßige Farbe grundsätzlich auf eine hohe Güte verweisen, ist Vorsicht geboten: Es lässt sich nicht mit dem freien Auge erkennen, ob Gewürzpflanzen unverfälscht und vor allem frei von Keimen und Pestiziden sind. Daher braucht es strenge mikrobiologische, chemische und physikalische Qualitätskontrollen sowie mehrstufige Sieb- und Reinigungsprozesse, ehe die Gewürze in unserer hauseigenen Produktion weiterverarbeitet werden. Darauf können sich die Konsument:innen verlassen.

Wie hat sich der Gewürzmarkt in den letzten Jahren entwickelt, insbesondere im Hinblick auf die veränderten Bedürfnisse der Gastronomie und des B2B-Bereichs? Sehen Sie hier Unterschiede zum Endverbrauchermarkt?

Dominik Mattes: Die Gewürzkategorie hat sich im letzten Jahr sehr positiv entwickelt – im Einzelhandel konnten wir ein starkes Umsatzplus von elf Prozent vermerken. Generell ist jedoch im gesamten Markt bemerkbar, dass derzeit ein höheres Preisbewusstsein herrscht. Wir haben daher auch eine eigene Range speziell für Familien (Gewürzmischungen im größeren Gebinde) gelauncht, die unsere bewährte »Kotányi«-Qualität zu einem sehr attraktiven Preis pro Kilogramm bietet. Im Großhandel sehen wir nach der Corona-Krise wieder eine positive Entwicklung mit einer Umsatzsteigerung von 13 Prozent im Jahr 2023 vs. 2019 (vor Corona). In der Gastronomie merken wir einerseits eine starke Entwicklung in Richtung Convenience und andererseits eine gewisse Gegenströmung: Es wird gezielt nach Raritäten gesucht und das Besondere geschätzt.


Über »Kotányi«

1881 von Janos Kotányi im ungarischen Szeged gegründet, zählt »Kotányi« heute zu den traditions- und erfolgreichsten Familienunternehmen Österreichs und beschäftigt mit Sitz in Wolkersdorf im niederösterreichischen Weinviertel rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Name »Kotányi« steht seit über 140 Jahren für edle Gewürze in höchster Qualität: Alle Rohstoffe durchlaufen strenge Qualitätskontrollen, bevor sie in der hauseigenen Produktion in Wolkersdorf weiterverarbeitet werden.

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