Bernhard Zimmerl, Foto beigestellt
Bernhard Zimmerl: Ein Waldviertler Stern am »Oscar«-Himmel
Der »Foggy Mix«-Chef kocht mit Wolfgang Puck bei der 96. Ausgabe des wichtigsten Filmpreises der Welt auf.
von Alexandra Gorsche
09. März 2024
Am glanzvollen »Oscar«-Abend ist nicht nur der rote Teppich mit Hollywood-Stars gesäumt, sondern auch die Tische des exklusiven »Governor’s Ball«, wo der österreichische Star-Koch Wolfgang Puck seit 30 Jahren für ein wahrhaft magisches Menü sorgt.
Österreich bei den »Oscars«
Unterstützung erhält er in diesem Jahr vom talentierten Bernhard Zimmerl aus dem Waldviertel. Aber nicht nur von ihm. Mit dabei sind immer auch die Kärntner Hannes Tschemernjak (»Tschebull«) und Mike Köberl. Die langjährigen Freunde von Wolfgang Puck bekochen auch in diesem Jahr wieder die Stars. Kulinarisch können sich die »Oscars« somit auf österreichische Gastro-Größen verlassen. Die Zusammenarbeit zwischen Puck und Zimmerl leitete Mike Köberl bereits November 2019 in die Wege. Damals nutzte Zimmerl die Gelegenheit, im »Chinois« und im »Spago« zu arbeiten. Diesmal hat er das Vergnügen und kocht Seite an Seite mit Wolfgang Puck.
»Es ist eine große Ehre für mich. Mit Wolfgang Puck zu arbeiten ist faszinierend. Insbesondere, wenn man selbstständig ist und die Größenordnung seiner Unternehmen und Restaurants kennt, ist dies noch einmal beeindruckender«, berichtet der Waldviertler aus Los Angeles und kommt aus dem Schwärmen nicht raus: »Wolfgang Puck zu erleben und sich mit ihm auszutauschen ist fantastisch. Trotz dieser Karriere und seines Standings, ist er nicht abgehoben. Die Zusammenarbeit ist einzigartig und unvergesslich.« Der aus Kärnten stammende und in Kalifornien lebende Puck ist Besitzer von über 70 Restaurants in den USA, die von gehobeneren Fast-Food-Restaurants über Cafés bis zur Gourmet-Gastronomie reichen.
Ein Abend der Superlative
Ein Einblick in die Highlights des »Oscars«-Menüs dürfen nicht fehlen und Zimmerl verrät: »Ich darf auf unterschiedlichen Posten unterstützen. Heute war ich bei den Veggie-Pizzen und ich kann schon verraten, dass das berühmte Chicken Pot Pie einfach genial ist. Morgen geht’s für mich ab in die Pâtisserie zur Produktion der Schokoladen-Oscars.« Natürlich wird auch Pucks Signature-Pizza mit Räucherlachs, Dillcreme und Kaviar nicht fehlen.
Die Dimension ist beachtlich. So werden in der Nacht auf Montag nach Angaben von Puck 100 Pfund Wagyu-Beef, 160 Lammrücken, 60 Peking-Enten, 40 Pfund Kaviar und hunderte Pizzen serviert. Zur Auswahl stehen 120 verschiedene Pizzen und es gibt eine eigene Paella-Bar. 37 verschiedene Süßspeisen stehen auf dem Menü. Kredenzt werden auch Mini-Wagyu-Burger, Thunfisch-Tatar und Garnelen-Cocktails mit Kaviar.

120 Köche, sogar 150 am »Oscar«-Abend, unterstützen Puck beim Zaubern des Luxus-Menüs. Und der Champagner kommt vom »Château Miraval«, jenem Gut, um das sich Angelina Jolie und Brad Pitt so gestritten haben. Und zwar ein Fleur de Miraval Rosé – je nachdem, preislich liegt diese in etwa bei 340 Euro. Der Champagner ist übrigens auf 20.000 Flaschen limitiert.
Inspirierendes LA
Zimmerl wird den Aufenthalt in Los Angeles aber noch für eine Inspiration nützen: »Ich durfte Elliott Grover kennenlernen und werde mir ein Dinner im ›Cut‹ nicht entgehen lassen, bevor es wieder zurück geht.« Im Waldviertel wartet dann auf Zimmerl wieder das »Foggy Mix«, ein einzigartiges und ungewöhnliches Konzept zwischen Restaurant und Irish-Pub, das er nun seit knapp elf Jahren führt.
Lesenswert
Einer von fünf neuen Mitgliedsbetrieben: Die »Weinstube im Nikolaihof Wachau« ist jetzt Teil der »Wirtshauskultur Niederösterreich«.
© Nicolaihof
Die »Wirtshauskultur Niederösterreich« wächst weiter: 5 neue Mitgliedsbetriebe stellen sich vor
Rund 200 Betriebe aus ganz Niederösterreich verbindet ein gemeinsames Bekenntnis zu regionalen Produkten, handwerklicher Qualität und gelebter Gastlichkeit. Die »Wirtshauskultur Niederösterreich« wächst weiter und begrüßt kürzlich fünf neue Häuser.
»In Graz habe ich nicht nur mein Handwerk gelernt, sondern auch den respektvollen Umgang mit Lebensmitteln und den Wert harter Arbeit« sagte Johann Lafer über seine Lehrzeit im »Gösser Bräu«.
© Phil Lihotzky
Johann Lafer ist zurück in Graz: Im »Gösser Bräu« feiert er sein 50-jähriges Kochjubiläum
Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass der Spitzenkoch in der Steiermark seine Kochlehre abschloss – damit begann seine internationale Karriere. Zum Jubiläum kehrte Johann Lafer jetzt zu seiner Wirkungsstätte zurück.
Florian Schagerl bringt Wiener Charme nach New York: Er wird Sous Chef im »Eleven Madison Park«.
© shutterstock.com/Leonard Zhukovsky
Von Wien nach New York: Florian Schagerl wird Sous Chef im »Eleven Madison Park«
Der Wiener Koch Florian Schagerl hat eine der begehrtesten Positionen der Weltgastronomie ergattert: Als neuer Sous Chef arbeitet er künftig in der Küche des international renommierten Drei-Sterne-Restaurants »Eleven Madison Park« in New York.
Bevor der erste Gast sitzt, sind bereits Hunderttausende Euro investiert: Allein Equipment und Weinkeller schlagen mit rund 250.000 Euro zu Buche.
© unsplash.com/Igor Rand
Restaurant-Kalkulation im Detail: PROFI weiß, was die Sterne-Küche kostet
Fine Dining ist ein teures Vergnügen – für Gäste wie Gastgeber. Ein deutsches, junges Sternerestaurant ließ PROFI in seine Zahlen schauen, möchte aber anonym bleiben. Auch so wird transparent, was Spitzenleistungen kosten.
Allein in Deutschland hat sich die Zahl der Sternerestaurants von 201 im Jahr 2000 auf 328 im Jahr 2025 erhöht – doch bringen mehr Auszeichnungen zwingend mehr Erfolg?
© Malte Mueller/Getty Images
Sternchen oder Superstar? PROFI macht den Check: Das nutzen Auszeichnungen wirklich
Bewertungen gehören zur Gastronomie wie die Hitze zur Küche. Entsprechend viel Arbeits- und Lebenskraft verschlingen der Kampf um Auszeichnungen. Doch zahlt er sich auch in barer Münze aus? Sind am Ende die Bewertungen selbst überbewertet?
Zahlreiche Gäste, ausgelassene Stimmung: das war das »Falstaff Grüner Veltliner Festival 2026«.
© Jan Tiam Dorfer
Auftakt in den Sommer: Das war das Falstaff »Grüner Veltliner Festival 2026«
Beim Falstaff »Grüner Veltliner Festival 2026« im Wiener MuseumsQuartier wurden die Sieger des neuen Weinguides sowie des Heurigen- und Buschenschanken Guides 2026 gekürt. PROFI war dabei – das sind die Top Betriebe aus Österreich!
Meist gelesen
Hella Eggers (l.) und Simone Kubitzek übernehmen die kulinarische Leitung im »Storstad« von Anton Schmaus.
© Sina Meindl
Führungswechsel im »Storstad«: Anton Schmaus setzt auf weibliche Doppelspitze
Im Regensburger Sternerestaurant »Storstad« stehen personelle und konzeptionelle Veränderungen an. Mit einer neuen Führung in der Küche und einem flexibleren Angebot reagiert Patron Anton Schmaus auf veränderte Gästebedürfnisse.
Bittet um Respekt: Spitzen- und TV-Koch Johann Lafer (hier im Jahr 2017 auf der Frankfurter Buchmesse).
© Markus Wissmann / shutterstock.com
Nach Krebsdiagnose: Johann Lafer meldet sich mit persönlicher Botschaft
Nach seiner öffentlichen Krebsdiagnose hat sich der Spitzenkoch erneut an die Öffentlichkeit gewandt. Er bedankt sich für die Anteilnahme – und richtet eine Bitte an Medien und Öffentlichkeit.
Knackige Kruste: Rubs funktionieren auch bei Gemüse – hier Selleriesteak – bestens.
© Wiberg/Mona Lorenz
BBQ-Königsdisziplin Brisket: So würzen Sie richtig!
Der BBQ-Klassiker erfordert anderes Würzen als ein schnell gegrilltes Steak. Wenn Sie den Unterschied beachten, gelingt nicht nur die perfekte Kruste. Sie sparen auch Zeit mit der idealen Gewürzmischung!
Der Clou dieses Gerichts: die grüne Würzpaste »Epis«. Auf Haiti hat jeder »Chef« seine eigene Version davon.
© NICO SCHINCO
Würzige Haiti-Küche: Rawlston Williams’ Rezept für Tasso de Bœuf
Die haitianische Küche ist bekannt für intensive Gewürze und aromatische Marinaden. Rawlston Williams verbindet in seinem Tasso de Bœuf Kräuter, Chili und Bitterorange zu einem kräftigen Gericht. Ihre Gäste werden überrascht sein!
Kunst am Teller – geschmacklich wie optisch: das »verrückte Kalb« von Spitzenkoch Massimo Bottura.
© Lena Staal / STAAL & JOHS
»Verrücktes Kalb«: Massimo Botturas Rinderfilet in Gemüseasche
Ein außergewöhnliches Kalbsgericht, das Kreativität und Technik vereint – und auch noch besonders schön anzusehen ist. Die perfekte Begleitung: ein Wein, der nach reifen, roten Beeren und zarter Lederwürze schmeckt.
Kamado mag Kalb: Die Hitze im Keramikgriller belässt die Saftigkeit.
© Christian Maislinger/Transgourmet
Experten-Tipps: So erkennen Sie Fleischqualitäten, die Ihren Gästen munden
Grillen ganz ohne Fleisch? Kaum vorstellbar. Doch in der Gastronomie werden besondere Ansprüche ans saftige Steak gestellt. Vier Auskenner erklären, worauf Sie bei der Fleischauswahl achten sollten.
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!



