Nicht nur optisch ein Hit: Ein Espresso-Shot macht den Heidelbeersmoothie zur Attraktion!
© J. Hornig
von Nicola Afchar-Negad
26. Juni 2023
Wie beginnen Trend-Reports im Allgemeinen? Richtig – mit der Frage: »Haben Sie schon einmal etwas von XY gehört?« Das XY steht in unserem Fall für »Espresso Martini mit Parmesan«. Richtig, dem Käse. Jordan Hughes, der auf Instagram unter dem Namen »High Proof Preacher« 184.000 Follower von seinen Kreationen begeistert, hat den Drink publik gemacht, die Credits für den »Cheesy Martini«, »Parmesan Martini« oder wie auch immer man ihn nennen mag, reicht er an »The bitter gringo co.« (aka Jonathan Stanyard) weiter.
Ja, das hört sich nach einem typischen Instagram-Pingpong an, ein Battle ist es zum Glück nicht. Auch wenn der Espresso in diesem Hype-Drink nur eine eher untergeordnete Rolle spielt, so soll das Beispiel zeigen: es gibt nichts, was es nicht gibt – und die Kund:innen erwarten sich heutzutage auch Experimentelles. Das heißt nicht, dass die Melange ausgedient hat und auch nicht, dass das für jedes Konzept stimmt, aber en gros halt schon.
Cold Brew – Favorit der letzten Jahre
Dass das nicht immer mit dem Hobeln von Käsespänen auf Cocktailgläser zu tun haben muss, zeigt das Gespräch mit Victoria Spielberger, Brand Managerin der österreichischen Kaffee-Marke J. Hornig. Vor kurzem hat das 1912 in Graz gegründete Unternehmen die Marke »Kaffeetschi« übernommen und somit ein neues Cold Brew Ready-to-drink-Produkt. Cold Brew ist ohne Frage ein Liebling der letzten Jahre, das Warum erklärt Spielberger: »Durch die kalte Extraktion enthält kaltgebrühter Kaffee weniger Säure und Bitterstoffe. Gleichzeitig werden die fruchtigen Noten des Kaffees hervorgehoben. Das Ergebnis ist ein milder Kaffee mit lieblichen Aromen und natürlich-süßem Geschmack.«
Spielbergs Tipp für den Sommer, der Cold Brew Tonic: »Er wirkt besonders spektakulär, wenn man ihn in der richtigen Reihenfolge zubereitet: zuerst Eiswürfel, Tonic und Gin ins Glas geben und im Anschluss den Kaffeetschi langsam über einen Löffel hineinlaufen lassen. So ergeben sich getrennte Schichten.« Und als Twist, »ein Cold Brew Gin Tonic mit Zuckerrohrsirup und Orangenzeste.«

Mut zur Exotik
Die Fusion ist generell ein großes Thema im Kaffee-Kosmos. Mit »Beeresso« gibt es mittlerweile auch ein Bier auf – der Name ist eindeutig – Espressobasis und in den USA ist Nitro-Coffee ein Thema. Hierbei wird der Cold Brew durch eine mit Stickstoff versetzte Zapfanlage gejagt. Oder Boba Coffee – von einigen als Sommertrend gehandelt. Hierbei geht’s um die Topioca- oder Boba-Perlen, die man vom Bubble Tea kennt. Ja, die machen sich auch im Kaffee durchaus gut – wenn man das richtige Zielpublikum hat, versteht sich.
Die Hornig-Managerin verweist auch auf den immer häufiger aufpoppenden Superfood-Kaffee, z. B. mit Macawurzel, Reishipilz oder Kurkuma. »Dieser Trend kommt allen zugute, die zusätzlich zum Kaffee-Kick auch ihrem Wohlbefinden etwas Gutes tun möchten.«
Platziert man diese kurze Liste direkt nach der Boba Coffee-Info wird ein weiteres Thema offensichtlich: die Exotik, auch die wirbelt die Branche ein wenig auf. Das ist beim Craft Beer so – und beim Kaffee nicht anders. Und wer ein Brunch-Lokal betreibt, könnte gut beraten sein, auf Kaffee-Smoothies zu setzen. Also zum Beispiel einfach eine Bananenmilch – gerne mit pflanzlicher Alternative – mit Espresso-Shot. Auch Erdbeeren, Orangen und Avocados passen zum Kaffeearoma. Zitrone, Limette oder Kräuter – bei Bier extrem beliebt – sind hier dagegen fehl am Platz. Noch sind solche Kaffee-Smoothies (mit oder ohne Koffein) eher Kategorie Novum auf den Getränkekarten. Dingdingding – hier gibt es Potenzial!
Klar ist aber auch: die Basis muss stimmen – und das ist nun mal der gute Kaffee. Im Fall von J. Hornig setzt man seit jeher auf die schonende Langzeitröstung. Wer die Basics lernen möchte, sollte sich in einen Barista-Kurs einschreiben und danach erst experimentieren.

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