Maximilian Steiner sagt: St. Laurent ist ein Österreicher!
© Steiner Hotelbetriebe
von Alexandra Gorsche
24. Januar 2023
Früher sah man die Rebsorte St. Laurent als Spielart des Spätburgunders, heute führen sie Weinkundige als eigenständige Rebsorte. Im Talk mit Maximilian Steiner, Diplom-Sommelier, Wolfgang Hamm, Weingut Stift Klosterneuburg, der Sommelier-Legende Adi Schmid und Katharina Graner, Geschäftsführerin des »Freigut Thallern«.
Anspruchsvoll und gefragt
Maximilian Steiner und Kolleg:innen über die Rebsorte St. Laurent:
Über den St. Laurent
Autochthon: Ja
Ursprung: Die erste urkundliche Erwähnung des St. Laurent in Österreich stammt aus dem Jahr 1860, als das Stift Klosterneuburg der neugegründeten Weinbauschule Reben der St. Laurenz-Traube zur Verfügung stellte, welche die Weinbauschule in ihren Versuchsweingärten in Klosterneuburg auspflanzte. Deren erster Direktor, August Wilhelm Freiherr von Babo, begann in diesen Versuchsweingärten mit der Rebzüchtung und -vermehrung dieser Sorte. Im Jahr 1893 pflanzte das Weingut Stift Klosterneuburg erstmals St. Laurent auch in seinen Wiener Weingärten, vorerst auf ca. einem halben Joch (2.800 m2).
Andere Bezeichnungen: Blauer Saint-Laurent, Pinot Saint Laurent, Chvartser, Laurenzitraube, Laurentztraube, Lorentstraube, Lorenztraube, Lovrenac crni, Lovrijenac, Lovrijenac crni, Saint-Laurent, Saint Laurent noir, Saint Lorentz, Sankt Laurent, Sankt Lorentztraube, Sent Lovrenka, Svatovavřinecké, Svatovavřinetske, Svätovavrinecké, Szent lörine, Szentlörinc sowie Vavrinak.
Hauptanbaugebiete in Österreich: Besonders in der Thermenregion und im nördlichen Burgenland vertreten. Die Anbaufläche hat im Zeitraum von 1999 bis 2020 kontinuierlich zugenommen. Von der Gesamtrebfläche sind 290,16 ha in Niederösterreich, 290,07 ha im Burgenland, 10,00 ha in der Steiermark, 5,44 ha in Wien und 0,35 ha im Bergland gegeben.
Rebfläche: 596 ha
Aromen: Liefert dunkle, kräftige und fruchtige Rotweine mit Waldkirsch- und Sauerkirscharomen, die von hoher Qualität und guter Lagerfähigkeit zeugen.
Säure: Als Jungwein streng herb und säurereich, als Altwein samtig-trocken, vollmundig, angenehm gerbstoffhaltig bis raue Tanninstruktur
Alkohol: 12,9 – 14,5-%-Vol
Intensität: kräftig, dunkelrot
Pairing: Passt hervorragend zu Wildgerichten, Gans, Ente und Fasan. Aber schmeichelt auch wunderbar mit geschmorten Kalbsbackerln, Lamm, Rinderfilet und reifem Bergkäse.
Serviertemperatur: 14 – 16 Grad
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