Frühe Weinlese im Burgenland
Die Weinlese 2024 im Burgenland begann aufgrund der frühen Reife bereits Ende Juli, und trotz geringer Erntemengen wird eine herausragende Qualität erwartet.
Im Burgenland sind die ersten Trauben der frühen Sorten geerntet und Fachleute blicken optimistisch auf einen herausragenden Jahrgang. Bereits Ende Juli begannen die ersten Winzer nahe dem Neusiedler See mit der Ernte – fast drei Wochen früher als üblich. Zu den ersten geernteten Rebsorten gehören fruchtige Weißweine wie Müller-Thurgau, Sauvignon Blanc und Muskateller, erzählt Herbert Oschep, Obmann von Wein-Burgenland, im Gespräch mit Falstaff. Am Montag fiel dann der offizielle Startschuss für die Hauptlese.
Dank des langanhaltend sonnigen Wetters, das nur kurzzeitig von Regen unterbrochen wurde, konnten die Trauben optimal reifen. Andreas Liegenfeld, Präsident des burgenländischen Weinbauverbandes, fasst die Aussichten zusammen: »Die hohen Erwartungen werden garantiert erfüllt. Die kräftige Sonne hat die Trauben optimal zur Reife gebracht, sie sind gesund, geschmackvoll und von höchster Güte.« Auch Winzer Michael Allacher aus Gols bestätigt, dass besonders die Rotweintrauben mit dicker Schale Spitzenqualität versprechen.
Herbert Oschep blickt ebenfalls voller Zuversicht auf die Lese und betont, dass das Burgenland weiterhin auf höchste Qualität setzt: »Wenn der Weinbau eine olympische Disziplin wäre, dann würde das Burgenland mit großem Abstand den ersten Platz im Medaillenspiegel belegen.« Gegenüber Falstaff erzählt er: »Negative Auswirkungen hat die frühe Lese nicht. Wir lesen früher, weil die Trauben früher reif sind.«
Während die Qualität der Trauben hervorragend ist, müssen Winzer jedoch Einbußen bei der Erntemenge hinnehmen. Der Ertrag, der 2022 noch bei 62 Hektoliter pro Hektar lag, sank 2023 auf durchschnittlich 52,6 Hektoliter und könnte heuer noch geringer ausfallen. Als Ursachen nennt Liegenfeld das nasse Wetter während der Blüte im Mai sowie die Trockenheit im Juli und August.
Oschep sieht dies jedoch gelassen: »Hervorragende Qualität ist uns wichtiger als große Erntemengen. Weniger ist mehr! Außerdem sind ausgezeichnete Spezialitäten aus dem vergangenen Jahr noch ausreichend verfügbar. Ich möchte mich bei den Winzerinnen und Winzer des Burgenlandes an dieser Stelle von ganzem Herzen bedanken. Sie leisten einfach großartiges für unser Heimatland«.
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