Falstaff Gourmet Kritik: kalt/warm
Gourmet-Mitglieder erzählen von spannenden Gerichten, köstlichen veganen Speisen und unfreundlicher Bedienung. Das »Miss Cho« in Graz erklärt sich.
17.000 Gourmetclubmitglieder testen für den Falstaff Restaurantguide 1400 Restaurants und senden
uns ihre positiven und negativen Erlebnisberichte. Hier ein kleiner Auszug.
Mit Charme und Authentizität schafft es das »Auracher Löchl« zu begeistern. (6330 Kufstein)
»Ein gemütliches, historisches Lokal mit viel Charme und unverkennbarer Tiroler Tradition. Die Küche ist bodenständig und ehrlich und tischt absolut authentische Gerichte ohne unnötigen Schnickschnack auf. Das Service ist flott und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis passt wunderbar. Die Bar mit ihrer riesigen Auswahl unterschiedlichster Gins in einem ehemaligen Stollen (wo es schon mal von der Decke tropfen kann) ist definitiv ein Highlight. Wer das Hotel mit den individuell gestalteten Zimmern gebucht hat, wird den hervorragenden Mix aus zentraler Lage und umfangreichem gastronomischem Angebot lieben. Wirklich einmalig!«
Das »TIAN« überrascht mit köstlichen vegetarischen und veganen Gerichten. (1010 Wien)
»Selbst für einen wirklichen Freund von Fleisch und Fisch ist es hier möglich, kurzfristig nicht an jene Hauptzutaten zu denken: Die vegetarischen und veganen Gerichte sind authentisch zubereitet, und die originellen Zusammenstellungen bewirken ein bemerkenswertes Geschmackserlebnis. Das Ambiente ist nüchtern gehalten, aber stimmig, das Personal aufmerksam und nicht aufdringlich. Zusätzlich lässt sich aus etlichen Natural Wines wählen. Da diese aber nicht unbedingt jedermanns Sache sind, finden sich auch genug herkömmliche Weine auf der Karte.«
Rossbarth, 4020 Linz: Die spannungsgeladene Präsentation der Gerichte macht den Besuch zum Erlebnis.
»Wir haben trotz sehr später Reservierung noch einen Tisch bekommen und wurden freundlichst empfangen und bedient. Besonders kreativ ist die minimalistische Speisekarte, die keine Gerichte, sondern nur die verwendeten Zutaten verrät und daher entsprechend neugierig auf den nächsten Gang macht. Die Gerichte wurden dann von den absolut leidenschaftlichen und motivierten Köchen persönlich an den Tisch gebracht und zelebriert. Auch geschmacklich haben die Gerichte auf voller Linie überzeugt, genauso wie die stimmigen Weinempfehlungen. Das modern-minimalistische Ambiente hat den Abend perfekt abgerundet. Wirklich ein Erlebnis!«
Auf eine fehlerhafte Bestellung folgte eine unerfreuliche Reaktion. (Gasthof Schorn, 5083 St. Leonhard bei Salzburg)
»Ich habe ein Gericht bestellt und dann vom Kellner leider eine vollkommen andere Speise erhalten. Nachdem ich die Bedienung darauf aufmerksam gemacht habe, dass bei meiner Bestellung etwas nicht stimmt, kam die Chefin. Sie meinte, ich solle mich nicht so anstellen, es gäbe schließlich Schlimmeres. Um keine Umstände zu machen, habe ich das Gericht dann nicht zurückgeschickt und es war an sich auch gut. Aber es folgte kein Wort der Entschuldigung und auch kein Nachlass auf der Rechnung: Denn das Gericht, das ich bekommen, aber gar nicht bestellt hatte, war auch teurer. Es wurde einfach keine Bereitschaft gezeigt, den eigenen Fehler wiedergutzumachen. Das ist für mich ein No-Go.«
Das »Miss Cho« wird dem Ruf, der ihm vorauseilt, nicht ganz gerecht. (8010 Graz)
»Die Vorspeisen sind kreativ und wirklich hervorragend zubereitet. Das Sushi ist dagegen leider nur durchschnittlich und wird dem Hype um dieses Lokal meiner Meinung nach nicht gerecht. Meine Erwartung war, dass es sich um ein echtes japanisches bzw. asiatisches Sushi handelt, so wie man es eben aus der Region kennt. Aber das schaffen viele andere, auf Sushi spezialisierte Restaurants in Österreich weit besser. Die Preise sind ebenfalls zu hoch angesetzt: Das brennende Huhn um 18 Euro war letztlich nichts anderes als gebackene Hühnerbrust-Stücke mit scharfer Chili-Mayonnaise. Das Ambiente ist dafür wirklich toll, und ›Dinner Club‹ trifft es auf den Punkt. Auch das Service ist ausgezeichnet.«
Das »Miss Cho« bezieht Stellung:
»Wir nehmen Ihre Kritik ernst und es tut uns sehr leid, dass wir Sie nicht zur Gänze überzeugen konnten. Da wir ein panasiatisches Restaurant sind, servieren wir kein traditionell japanisches Sushi, sondern qualitativ hochwertiges ›Einsteiger-Sushi‹. Japanisches Sushi ist überdies sehr hochpreisig und wäre nur für wenige Kunden leistbar. Die Zubereitung des brennenden Huhns ist durchaus aufwendig: Wir verwenden dabei Pfaffenschnittchen – filetartige Fleischstücke vom Huhn –, die sich durch ihr intensives Aroma und ihre zarte Konsistenz auszeichnen. Bei unserer regelmäßig wechselnden Karte würden wir uns freuen, Sie mit unseren anderen Gerichten begeistern zu können.«
Die Redaktion behält sich vor, dem Falstaff zugesandte Berichte aus Platzgründen für die Veröffentlichung zu kürzen.
Haben auch Sie ein bemerkenswertes Restauranterlebnis, das Sie uns schildern möchten? Dann schreiben Sie uns an [email protected].