Falstaff-Weißwein-Party in Rom: alle Erwartungen übertroffen
Die erste italienische Falstaff-Veranstaltung im »Grand Hotel Plaza« erobert die Hauptstadt: 54 Weingüter, über 200 Weine und 400 Besucher:innen, darunter Fachleute, Pressevertreter:innen und Weinliebhaber:innen.
Rom ließ nicht lange auf sich warten. Die erste italienische Falstaff White Wine Party fand im »Grand Hotel Plaza«, dem historischen Fünf-Sterne-Luxushotel in der Via del Corso, statt und stieß auf eine Begeisterung, die alle Erwartungen übertraf. Vierhundert Fachleute aus der Branche, Journalist:innen und private Weinliebhaber:innen belebten den Salone delle Feste vom späten Nachmittag bis spät in den Abend hinein in einer Atmosphäre, die önologische Strenge und gesellige Unbeschwertheit miteinander verband – genau wie es der Weißwein übrigens besser kann als jeder andere Wein.
54 Weingüter aus 14 italienischen Regionen, mehr als 200 Weine zur freien Verkostung, drei Masterclasses mit begrenzter Teilnehmerzahl und ein 20-kg-Panettone von Flamigni als überraschender Abschluss: Die Zahlen sagen schon viel aus, aber nicht alles. Der wahre Wert der Veranstaltung zeigte sich in der Qualität der Begegnungen, in der Neugier des Publikums und in dem Wunsch von Produzent:innen und Weinliebhaber:innen, denselben Tisch – oder dasselbe Weinglas – zu teilen.
Ein Tag in zwei Akten
Die Eröffnung um 14.30 Uhr bot Fachbesucher:innen und der Presse ein paar Stunden absoluter Ruhe, um zwischen den Ständen umherzugehen, sich mit den Produzent:innen auszutauschen und an den Masterclasses teilzunehmen, ohne vom Andrang der Menschenmenge gestört zu werden. Eine Formatwahl, die sich bewährt hat: Wer in der Branche tätig ist, konnte seine Arbeit erledigen – und das gut.
Albana, der noch zu entdeckende Außenseiter
Die erste Masterclass auf dem Programm wurde vom Consorzio Vini di Romagna unter der Leitung von Othmar Kiem und Filiberto Mazzanti gestaltet: acht Interpretationen des Albana Secco, um das Profil einer Rebsorte zu skizzieren, die noch nicht die Aufmerksamkeit erhalten hat, die sie verdient. Die Verkostung reichte von der Version der Fattoria Zerbina – ausgeprägte Frische, lebhafte Zitrusnoten, ein direkter und befriedigender Trinkgenuss – bis hin zum in Amphoren gereiften Albana von Tre Monti, bei dem der Kontakt mit dem Terrakotta-Gefäß aromatische Tiefe und eine unerwartet würzige Textur verleiht.
Super-Soave: Eine Vertikalverkostung, die man nicht so schnell vergisst
Die von Inama organisierte Masterclass bot den Teilnehmenden etwas, das der breiten Öffentlichkeit nur selten zugänglich ist: eine Vertikalverkostung von »I Palchi«, dem Weingut, das die Brüder Inama zum Aushängeschild des »Super-Bianco-Veneto« gemacht haben, moderiert von Simon Staffler und Alessio Inama. Der mit größter Spannung erwartete – und überraschendste – Moment war die Verkostung des Fassprobenweins des Jahrgangs 2025, eine außergewöhnliche Gelegenheit, einen Einblick in den kreativen Prozess zu gewinnen, noch bevor der Wein in die Flasche kommt. Doch erst die Entwicklung der vorangegangenen Jahrgänge lieferte die überzeugendste Geschichte: die Fähigkeit des Soave, elegant zu reifen und an Komplexität zu gewinnen, ohne dabei den Faden seiner territorialen Identität zu verlieren, die auf der Garganega und dem Basalt der Colli Scaligeri auf den steilen Hügeln von Soave gründet. Ein Terroir, das spricht und in diesem römischen Saal ein aufmerksames Publikum gefunden hat.
Die Langlebigkeit des Gewürztraminers aus acht Händen
Die mit größter Spannung erwartete Masterclass des Tages brachte zum ersten Mal Stephan Filippi von der Cantina Bozen und Ullrich Ungerer von der Cantina Tramin zusammen, vorgestellt und moderiert von Othmar Kiem und Simon Staffler. Vier Stimmen, zwei Weingutphilosophien, eine gemeinsame Rebsorte: der Gewürztraminer, aromatisch und unverwechselbar, oft mit Unmittelbarkeit assoziiert, aber – wie diese Masterclass gezeigt hat – zu einer überraschenden zeitlichen Entwicklung fähig. Die Höhepunkte der Veranstaltung waren der Kleinstein 2015 der Cantina Bozen und der Nussbaumer 2011 der Cantina Tramin: zwei Weine, die auch nach Jahren noch eine Spannung und Komplexität bewahren, die jedes Vorurteil über die Frühreife dieser Rebsorte widerlegen. Ein Dialog zwischen geografisch nahe beieinander liegenden Weingütern mit deutlich unterschiedlichen Stilen, der dem Publikum einen umfassenderen – und ehrlicheren – Einblick darin vermittelte, was es heute bedeutet, in Südtirol Gewürztraminer zu keltern.
Ein Finale mit steigender Spannung
Ab 16.30 Uhr hat sich die Atmosphäre auf der Messe gewandelt. Der Einlass der privaten Besucher:innen brachte eine neue Energie mit sich – spontaner, weniger technisch, aber ebenso authentisch –, und die musikalische Untermalung trug dazu bei, die Verkostung eher in eine Feier als in eine Messe zu verwandeln. Um 20 Uhr erreichte die Atmosphäre mit dem Anschneiden des Flamigni-Panettones und dem DJ-Set von Andrea Pizzolato und Alessio Inama ihren unerwartetsten und vielleicht unvergesslichsten Höhepunkt. Um 22 Uhr folgten die Verabschiedungen, die Rückblicke und die gemeinsame Gewissheit, dass etwas Neues begonnen hatte.
Rom hat uns überwältigt. Wir hätten nicht erwartet, dass die erste Ausgabe bereits auf so eine herzliche Resonanz stoßen würde – volle Säle, ausverkaufte Masterclasses, begeisterte Winzer und ein wirklich neugieriges und leidenschaftliches Publikum. Wir wurden mit einer Herzlichkeit empfangen, die wir nie vergessen werden. Dies ist erst der Anfang einer wunderschönen Reise gemeinsam mit Italien und seinen außergewöhnlichen Weinen. Wir sehen uns nächstes Jahr!
– Simon Staffler und Othmar Kiem, Geschäftsführer von Falstaff Italia