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© Hannah Shong

Temporäres Gastspiel: Sekki zieht ins Leo Grand

Wien
Pop-up
Neueröffnung
Sommelier

Lucas »Lucky« Shong und Jake Bergholtz bespielen über den Sommer das Restaurant im Wiener Hotel »Leo Grand«. Unter dem Namen »Sekki« servieren sie von Freitag bis Sonntag Sharing-Gerichte mit asiatischen Einflüssen.

Im Hotel »Leo Grand« am Wiener Bauernmarkt wird abends wieder gekocht. Das Hotelrestaurant, bisher vor allem als Frühstückslokal genutzt, wird über den Sommer zur Bühne für ein Pop-up: Lucas »Lucky« Shong und Jake Bergholtz bespielen den Raum von Freitag bis Sonntag unter dem Namen »Sekki«. Vorerst bis Mitte August wollen die beiden dort testen, wie ihre gemeinsame Vorstellung von Gastronomie schmeckt.

Shong, 2024 von Falstaff als bester Sommelier-Rookie ausgezeichnet, kommt aus dem Service und der Weinszene. »Ich mache eigentlich schon immer Gastronomie«, sagt er. 2016 zog es ihn nach Wien: »Der Plan war, nur ein Jahr zu bleiben.« Daraus wurde nichts. Er schnupperte Fine-Dining-Luft, arbeitete in Pizzerien und mehrere Jahre im Café Kandl. Bergholtz, der unter anderem im Loup Garou kochte, wird bei »Sekki« die Küche verantworten. »Ich koche jetzt seit acht, neun Jahren«, sagt er. Ein Jahr in Korea habe ihn besonders geprägt: »Koreanische Küche zählt zu meinen Lieblingsküchen.«

Loblied für die Wiener Gastro

Kennengelernt haben sich die beiden über die Wiener Gastro-Szene. Schon länger sei im Raum gestanden, »irgendwann einmal selber etwas auf die Beine zu stellen«, sagt Shong. Schließlich ergab sich die Möglichkeit im »Leo Grand«: »Wir haben das Hotelrestaurant zur Verfügung gestellt bekommen und dürfen uns jetzt über den Sommer zwei Monate austoben.« Das Restaurant sei abends leer gestanden, »was irgendwie schade ist für so ein großes und schönes Lokal«.

Der Kontrast ist Teil des Konzepts, immerhin sei es ein »wahnsinnig schönes Haus«. Große Umbauten seien nicht möglich gewesen. Die Räumlichkeiten seien ohnehin schön, mit auffahrbarer Decke und viel Licht, finden sie. Dazwischen sollen Luftballon-Blumen, Butterenten und ein wenig Kitsch für Bruch sorgen: »Wir sind quasi in den Palast eingemietet. Da zu viel zu verändern, wäre ein bisschen frech.«

Essen, das Spaß macht

Auf der Karte könnten sich unter anderem  Tteokbokki, also koreanische Rice Cakes, als Mac & Cheese mit Bergkäse und Chili-Panko finden. Oder Kaspressknödel als Okonomiyaki mit Sauce aus Powidl, Sauerrahm, Mayo und Sesam. Dazu kommen Hühnerleber-Crème-brûlée, Butter in Entenform oder Marillenknödel nach einem Rezept seiner Oma: »Einfach lustige Sachen, die Spaß machen«, sagt Bergholtz.

Gekocht wird mit dem, was gerade verfügbar ist. Im Mai habe er bereits »einen Ikea-Sack voll Holunder« gesammelt und damit Holunder-Essig angesetzt. Gemüse und Salate sollen möglichst regional bleiben.

Gegessen wird möglichst gemeinsam. »Prinzipiell einfach alles in die Mitte knallen«, sagt Bergholtz. Sharing soll bei »Sekki« aber nicht bedeuten, dass am Ende alle hungrig bleiben: »Ich mag das nicht, wenn man zu dritt oder zu viert essen geht und dann jeder nur einen kleinen Knödel in der Größe eines Teelöffels bekommt.«

Auch beim Wein soll es beweglich bleiben. Eine starre Weinbegleitung passe nicht zu einem Konzept, bei dem nicht alle dasselbe Menü essen, sagt Shong. Stattdessen setzt er auf wechselnde Flaschen, spontane Empfehlungen und eine kleinere Auswahl glasweise: »Wenn eine Flasche weg ist, ist sie weg. Die Woche darauf haben wir etwas anderes.«

Das Pop-up ist für die jungen Gastronomen auch ein Vortesten für etwas eigenes. Es war schön zu sehen, »wie viele Leute innerhalb von Sekunden an Bord waren«, sagt Shong. Lieferant:innen, Kolleg:innen, Freund:innen hätten geholfen, beraten, unterstützt. Die Gastronomen wissen das zu schätzen: »Das ist so ein Zusammenhaltsding. Man nimmt sich ja nichts weg.«

Treffpunkt für die Gastro

Auch deshalb wollen sie sonntags öffnen. Viele Menschen aus der Gastronomie hätten dann frei, sagt Shong. Bergholtz ergänzt: »Da weiß man oft nicht, wo man hingehen soll.« Damit wollen sie das »Sekki« auch zum Treffpunkt für jene werden lassen, die sonst selbst am Herd, hinter der Bar oder im Service stehen.

Was nach dem Sommer kommt, ist noch nicht fixiert, aber es gibt allerhand Ideen. Aber die Pläne für nach dem Pop-up gibt es schon: »Erst einmal Urlaub«, lachen die beiden.

Mit dem Stephansdom in Reichweite genießt man Extravaganz und moderne Kunst. Das Frühstück spielt alle Stückerl.
Bauernmarkt 1
1010 Wien
Österreich
Miriam Al Kafur
Digital Redakteurin
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