Schattige Innenhöfe in Wien: Wo man jetzt der Hitze entkommt
Wenn die Stadt flirrt und der Asphalt glüht, werden Wiens Innenhöfe zu kleinen Rettungsinseln. Zwischen Pawlatschen, alten Mauern und schattigen Gastgärten lässt sich der Sommer plötzlich wieder aushalten.
Wenn Wien im Sommer heiß wird, merkt man es zuerst am Boden. Der Asphalt speichert die Wärme, auf den großen Plätzen steht die Luft, selbst kurze Wege fühlen sich plötzlich länger an. Wer der Hitze in der Stadt dann entkommen will, muss nicht zwingend an den Badesee fahren oder sich in klimatisierte Räume flüchten.
Hinter vielen Wiener Fassaden liegen Innenhöfe, die im Alltag leicht übersehen werden. Pawlatschenhöfe, begrünte Gastgärten, schmale Durchhäuser und alte Mauern bilden dort kleine Gegenwelten zur aufgeheizten Straße. Die Temperatur wird in diesen schattigen Oasen gleich viel angenehmer, man bekommt eine kleine Atempause von der Hitze.
Dass viele dieser Höfe mitten in dicht bebauten Bezirken liegen, macht sie umso reizvoller, denn so muss man keine weiten Wege für eine kleine Auszeit im Grünen hinter sich bringen.
Café Kandl
Kandlgasse 12/2, 1070 Wien
Wer im 7. Bezirk ein Refugium abseits des Großstadttrubels sucht, wird im »Café Kandl« fündig. Der idyllische Innenhof-Gastgarten ist ein echtes Highlight – mit charmant platzierten Tischen zwischen Bäumen, Pflanzen und lässigem Stadtflair. Das Dinner- und Abendlokal setzt auf regionale und saisonale Küche, biodynamische Produkte von ausgewählten Produzent:innen und eine Weinkarte mit mehr als 300 Positionen.
Glacis Beisl
Breite Gasse 4, 1070 Wien
Zwischen Museumsquartier und Spittelberg liegt mit dem »Glacis Beisl« einer der angenehmsten Rückzugsorte der Wiener Innenstadt. Im schattigen Gastgarten bleibt der Trubel der Stadt schnell draußen, stattdessen sitzt man zwischen viel Grün und entspannter Beisl-Atmosphäre. Auf der Karte stehen Wiener Klassiker ebenso wie modernere Gerichte, begleitet von einer gut sortierten Weinauswahl. Kein Wunder, dass der Garten des Glacis Beisls zu den beliebtesten Adressen im siebten Bezirk zählt.
Restaurant Familie Reiter
Lainzer Straße 131, 1130 Wien
Im Hof eines Lainzer Biedermeierhauses liegt das »Restaurant Familie Reiter« etwas versteckt im sogenannten Einkaufsgarten. Gerade im Sommer ist die Markisenterrasse im Innenhof der eigentliche Trumpf: schattig, ruhig und weit weg vom Hietzinger Alltagstrubel. Auf den Teller kommt, was frisch von regionalen Betrieben geliefert wird. Mit Schwerpunkt auf Bio-Zutaten, Frühstück und einer kleinen wechselnden Tageskarte.
Boca im The Companion
Mariahilfer Straße 127a, 1150 Wien
Mit dem »Courtyard« gibt es im »The Companion« einen ruhigen Gastgarten für warme Tage. Mitten beim Westbahnhof und doch abseits des Trubels. Serviert wird das Sommermenü von »Boca«, das mediterran inspirierte Küche mit Einflüssen aus Frankreich, Spanien und Italien verbindet. Auf der Karte stehen etwa Pintxos, oder Melanzani mit Lemon Yoghurt und Mojo Rojo. Am Abend wird der Innenhof zum entspannten Ort für Aperitivo, Afterwork-Drinks oder lange Sommerabende.
Restaurant Simon
Döblinger Haupstraße 76, 1190 Wien
Simon Steindl hat schon bei zahlreichen Größen gekocht, nun kredenzt er im bunten Lokal mit Traumgarten internationale Kreativküche wie knusprige Hendlkeule mit Bouchot-Muscheln und Fregola Sarda.
Essen im Brilli, Hotel am Brillantengrund
Bandgasse 4, 1070 Wien
Das »Hotel am Brillantengrund«, gerne auch »Brilli« genannt, lebt im Sommer vor allem von seinem Innenhof. Zwischen Palmen, Geranien, bunten Möbeln und Biedermeiermauern wirkt der Gastgarten wie eine kleine Gegenwelt zur Straße. Gegessen wird philippinisch, etwa Bio-Spareribs vom Holzkohlegrill oder Kare Kare mit Erdnusssauce, Pak Choi und Melanzani. Wer nicht zum Essen bleibt, kann hier auch einfach auf einen Drink sitzen bleiben. Der Hof ist schließlich fast der halbe Grund, warum man kommt.
Schreiners
Westbahnstraße 42, 1070 Wien
Beim Schreiners sitzt man im Schanigarten fast so, als wäre die Stadt kurz ein Stück weiter weggerückt. Zwischen Oleander, Weinreben und viel Grün bekommt das klassische Wiener Beisl hier einen fast ländlichen Einschlag. Auf der Karte stehen Wirtshausgerichte wie gebratenes Leberwurstkranzl mit Kraut, Rösti, Senf und Kren, daneben auch kleinere Ausflüge Richtung Italien.
Salonplafond
Stubenring 5, 1010 Wien
Innen schön, außen schön! Ein luftiges Lokal mit internationaler Küchenhandschrift, dessen imposanates Ambiente im MAK-Innenhof eine »al fresco«-Verlängerung bekommt. Erst am Nachmittag wird es hier schattig, bei Sonnenschein liefern die riesigen Segel Schutz vor der Hitze.
Der Gastgarten des Salonplafond im MAK ist einer dieser Orte, an denen man kaum glaubt, noch am Ring zu sein. Im Innenhof verteilt sich der Außenbereich über Terrasse, Wiese und mehrere Ebenen. Serviert wird österreichische Küche mit zeitgemäßem Einschlag, dazu vegetarische und vegane Alternativen sowie Desserts aus der hauseigenen Patisserie. Vom Frühstück bis zum Drink am Abend funktioniert der Salonplafond draußen vor allem als urbane Pause mit viel Platz.