Vegane Mensa eröffnet an der Uni Graz: »Pflanzenbasierte Ernährung gegen Klimakrise«
Die Eröffnung der veganen Mensa an der Uni Graz markiert einen wichtigen Schritt hin zu einem zukunftsweisenden Ernährungssystem. Weitere Universitäten in Österreich könnten diesem Beispiel folgen.
Mit dem Start des Wintersemesters eröffnet am 1. Oktober eine rein pflanzliche Mensa am RESOWI-Zentrum der Universität Graz. Betrieben wird die neue Mensa vom beliebten veganen »Café Erde«. Mit der Entscheidung, die ehemalige Mensa zu ersetzen, will man einen Schritt hin zu einem nachhaltigeren Ernährungssystem an der Universität setzen. Besonders die Initiative »Plant-Based Universities« (PBU) und die Studierendenvertretung (ÖH) unterstützen diesen Wandel.
Pflanzliche Ernährung als Zukunftsmodell
Die neue Eröffnung an der Uni »KF Erde« von »Café Erde« setzt auf eine vollständig vegane Speisekarte und soll zeigen, dass pflanzliche Ernährung nicht nur gesund und nachhaltig, sondern auch vielfältig und genussvoll sein kann. Betreiber Thomas Schnölzer sieht in der Eröffnung eine Chance, einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit an der Uni Graz zu leisten, wie die »Kleine Zeitung« berichtet: »Wir möchten zeigen, dass ein rein pflanzliches Angebot genauso vielfältig und genussvoll wie traditionelle Angebote sein kann.«
Dieser Schritt erfolgt, nachdem die Österreichische Mensen Betriebsgesellschaft (ÖMBG) die Schließung ihrer Mensa am Sonnenfelsplatz bekannt gegeben hatte. Wirtschaftliche Gründe und veränderte Konsumgewohnheiten führten zur Entscheidung, die auch andere Universitäten wie die TU Graz und die Universität Innsbruck betraf. Die Eröffnung der veganen Mensa steht somit nicht nur für eine Anpassung an neue Ernährungsgewohnheiten, sondern auch für ein wachsendes Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigeren Lebensmittelversorgung.
Ein Schritt in Richtung Klimaschutz
Die »Plant-Based Universities«-Initiative, die von engagierten Studierenden getragen wird, sieht die neue Mensa als wichtigen Meilenstein. Laut Hannah Herrgesell, Studentin und Campaignerin der PBU-Initiative, ist die Eröffnung ein bedeutender Schritt in Richtung eines pflanzenbasierten Ernährungssystems:
Wir wissen, dass ein pflanzenbasiertes Ernährungssystem notwendig ist, um die Klimakrise zu bewältigen. Mit dieser Entscheidung zeigt die Universität Graz, dass sie ihre eigenen Forschungsergebnisse ernst nimmt.
Die Universität Graz folgt damit einem breiteren Trend. Auch andere Universitäten setzen vermehrt auf pflanzliche Ernährung. Die Universität Wien hat etwa kürzlich angekündigt, im November ihre zweite vegane Kantine zu eröffnen. International ziehen Länder wie Dänemark und Südkorea nach, die in ihren nationalen Ernährungsstrategien zunehmend auf pflanzliche Optionen setzen, wie berichtet.
Studierende fordern nachhaltige Ernährung
Die PBU-Initiative, die an über 80 Universitäten europaweit aktiv ist, fordert, dass Universitäten ihre Verantwortung gegenüber der Zukunft ihrer Studierenden wahrnehmen und auf eine zu 100 Prozent pflanzliche Verpflegung umstellen. Die Initiative beruft sich dabei auf wissenschaftliche Erkenntnisse, wie etwa Studien der Universität Oxford, die zeigen, dass eine pflanzenbasierte Ernährung immense Umweltvorteile hätte. Laut diesen Studien könnten 76 Prozent der Flächen, die derzeit für die Lebensmittelproduktion genutzt werden, freigesetzt und für Renaturierung und Kohlenstoffbindung verwendet werden. Neben der lokalen Studierendenvertretung wird auch die Forderung nach mehr pflanzlichen Verpflegungsoptionen von der Bundes-ÖH unterstützt.
Nichts mehr verpassen!
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.