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Martin Holzer und Marlies Hrad

Martin Holzer und Marlies Hrad
© Nobile Foods

»Nobile Foods«: Wiener Barchef serviert jetzt Burrata statt Negroni

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Martin Holzer hat die Nacht gegen den Geschmack Italiens eingetauscht. Statt Drinks zu mixen, kuratiert er jetzt für seinen neu gegründeten Online-Shop »Nobile Foods« handverlesene Feinkost – von Burrata bis San-Marzano-Tomaten.

Es gibt diese Momente im Leben, in denen man die Weichen neu stellt – nicht mit einem lauten Knall, sondern mit einem leisen, aber beharrlichen Entschluss. Bei Martin Holzer, bis vor wenigen Monaten noch Bar Manager des »Park Hyatt Vienna«, war es kein plötzlicher Aha-Moment, der ihn vom Cocktailshaker zu italienischen Feinkostgläsern führte. Vielmehr war es ein schleichender Gedanke: Wie soll das Leben nach der Bar aussehen? »Ich habe mein ganzes Berufsleben in der Gastronomie verbracht. Aber wenn man an Familie denkt, merkt man irgendwann, dass Nächte hinter der Bar und Zukunftspläne nicht immer kompatibel sind«, sagt Holzer. Gemeinsam mit seiner Partnerin Marlies Hrad beschloss er, eine Lücke zu füllen, die sie selbst jahrelang gespürt hatten: den Mangel an hochwertigen italienischen Produkten für den Alltag.

Kein Massenprodukt – Punkt.

Wer den Online-Shop »Nobile Foods« besucht, findet dort keine industriellen Pastas oder Supermarkt-Tomaten. Holzer setzt konsequent auf Produzenten, die sonst oft nur die Spitzengastronomie beliefern. »Wir wollen Endkonsumenten Zugang zu genau den Produkten geben, die auch Top-Köche verwenden«, erklärt er. Die Auswahl reicht von aromatischen San-Marzano-Tomaten und Pizzamehlen mit langer Teigführung über Espresso aus Neapel bis zu Burrata und Mozzarella, die keine 24 Stunden nach der Produktion in Wien eintreffen.

Das Frischekonzept ist ambitioniert: Käse kommt gekühlt in nachhaltigen Papier-Kühltaschen und wiederverwendbaren Akkus, innerhalb von 48 Stunden bei den Kund:innen an. »Lieber ist der Käse ausverkauft, als dass er nicht mehr frisch ist. Qualität geht vor«, sagt Holzer.

Die Sehnsucht nach Italien

Holzer spricht von seiner »Italien-Affinität« wie von einer leisen Liebe. Ein Wochenende ohne Pizza? Kaum vorstellbar. »Unsere Tomaten oder der Burrata – das ist einfach eine andere Liga. Wenn man einmal den Unterschied schmeckt, will man nichts anderes mehr.« Besonders stolz ist er auf sein Sortiment an Oliven und die saisonale Trüffelauswahl, die er ab Herbst in den Fokus rücken will.

Der innere Barchef bleibt

Auch wenn die Bar jetzt nur noch privat im Wohnzimmer lebt, ist Holzers Cocktail-DNA spürbar. Im Blog seines Shops erklärt er Aperitif-Rezepte, auf Social Media zeigt er Drink-Ideen – und in manchen Bestellungen liegt eine persönliche Cocktail- oder Pastasauce-Empfehlung. »Wir wollen den persönlichen Kontakt, auch wenn wir keinen klassischen Laden haben. Es soll sich trotzdem so anfühlen, als würde man direkt beraten werden.«

Nächster Halt: Ein echter Laden?

Noch ist »Nobile Foods« ein reiner E-Commerce-Shop, der Österreich und teilweise Deutschland beliefert. Aber die Idee eines echten Ladengeschäfts steht im Raum. »Das wäre ein Traum, aber wir gehen Schritt für Schritt. Jetzt geht’s erst einmal darum, zu wachsen – mit Leidenschaft, aber ohne Kompromisse bei der Qualität.«


 

Kristina Mitrovic
Kristina Mitrovic
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