Chifa Izakaya
Das «Chifa Izakaya» wirkt wie ein kultureller Dreiklang. Die Küche fährt ein komfortables, aber nie langweiliges Crossover zwischen Peru, China und Japan. Die Basis bildet die peruanische Küche, die weiss Gott mehr ist als Ceviche. Obschon sich das Lokal eines Klischees gerne bedient: Das Lama ist allseits präsent – im Logo, auf dem Tisch, sogar als Rechnungsüberbringer. «Chifa» steht in Peru für die Fusionsküche der eingewanderten Kantonesen, während «Izakaya» das japanische Pendant zur gemütlichen Trink- und Genussstube ist. Verantwortlich für die Fusion sind zwei Küchenchefs, die genau wissen, wie man Traditionen respektiert und sie trotzdem frech neu interpretiert: Paulo Timoteo, zuvor bei DiverXO in Madrid, und Dan Shu, Zürcher Meister des urbanen Umami. Im modern schummrig gehaltenen Lokal mit offener Küche servieren die beiden Virtuosen eine Menuwelt im Sharing-Konzept aus Sea, Land und Garden. Der Seafood Fried Rice zeigt sofort, warum er ein Bestseller ist: Onsen Egg, Safran-Espuma und ein Reisbett, das Charakter hat. Die warm servierte Brioche ist ein kleines, buttriges Monster – die Rocoto Sauce hat genug Feuer, um daran zu erinnern, dass man Wasser nicht weit wegstellen sollte. Manchmal wirds etwas messy, spätestens bei den Knoblauch-Nudeln, aber wer nach einem Teller keinen Finger-Licking-Instinkt verspürt, ist eh im falschen Lokal. Der grosse Gewinner des Abends war die Tantan «Bolognese», ein Beef-Ragout mit Five-Spices, Sesam und Onsen Ei, dazu Brot zum Dippen. Und weil ein Izakaya ohne Drinks nur die halbe Wahrheit wäre, gibt es eine kleine, feine Cocktailkarte mit – wie könnte es anders sein – verschiedenen Pisco-Sour-Varianten. Salud!