»ASKÅ – Wild Scandinavian Cooking«: Hamburgs Hausboot-Restaurant startet neu durch
Nach dem überraschenden Abgang von Brian Bojsen führt Mitgründer Martin Schwarze das »ASKÅ – Wild Scandinavian Cooking« in der HafenCity weiter. Auf dem Hausboot gibt es nun noch mehr nordisches Feuer – und eine kulinarische Mutprobe.
Es löste Erstaunen und Irritationen in der Hamburger Gastroszene aus, als der stadtbekannte Koch und Gastronom Brian Bojsen das Restaurant »Wild Scandinavian Cooking« in der Hamburger HafenCity schon nach wenigen Monaten Ende April wieder verließ. Schließlich startete es mit großen Erwartungen und Ambitionen im Sommer 2024 an einem ganz besonderen Platz: Der dänische Gastronom, der lange Jahre das Restaurant »Brian’s – Steak & Lobster« in Pöseldorf führte, eröffnete das »Wild Scandinavian Cooking« auf dem 1902 erbauten, urgemütlichen Hausboot »Caesar«, das in der Hamburger HafenCity in Sichtweite der Elbphilharmonie im Sandtorkai ankert. Als Grund für den unerwarteten Abgang wurden Unstimmigkeiten zwischen Bojsen und seinem langjährigen Geschäftspartner Martin Schwarze angeführt, der sogar von einem »Zerwürfnis« spricht.
Viel hat sich auf dem denkmalgeschützten Hausboot-Restaurant nach Bojsens Weggang noch nicht verändert: Der Name wurde um Aska erweitert, dem schwedischen Wort für Asche. Auch die Küche setzt auf Bewährtes, was nicht weiter verwundert, denn mit Martin Schwarze steht der alte und neue Küchenchef am Grill und Herd. Schwarze, der jetzt auch als Geschäftsführer fungiert, führt das Konzept einer lässigen Erlebnisgastronomie fort, das er ohnehin von Anfang an mitgeprägt habe: »Es war auch mein Baby, ich war immer vor Ort.« Die Atmosphäre auf dem Boot ist entspannt, an den holzgetäfelten Wänden hängen Geweihe und Felle, in der Mitte thront ein massiver Holztisch, an dem gerne Gruppen zusammen speisen und feiern. Wer will, nimmt einfach draußen ungezwungen seinen Drink mit Blick auf den Hamburger Hafen.
Mutprobe für Gaumen und Magen
Als Brian Bojsen von Bord ging, ließ er es sich nicht nehmen, dem neuen Team noch neue und eigene Ideen zu wünschen. Man sei dabei, die umzusetzen, erklärt Martin Schwarze, der das kulinarische Konzept weiterentwickeln will. Im »ASKÅ – Wild Scandinavian Cooking« wird viel am offenen Feuer zubereitet, das ist auch für den Küchenchef das, was den Norden ausmacht: Mit hochwertigen Produkten und puristischen Aromen will er das Natürliche, Raue und Wilde der skandinavischen Küche noch stärker in den Vordergrund stellen. »Wir wollen in Zukunft das Saisonale und Nordische noch mehr betonen.« Beliebte Highlights wie der Heilbutt aus dem Dry Ager, der gegrillte Caesar Salad oder das Tomahawk-Steak bleiben auf der Karte, sie werden in gewohnt zuverlässiger Qualität serviert, wie auch das Norwegian Surf & Turf mit Jakobsmuschel, saftigem Schweinebauch mit krosser Kruste, Erbsenkraut, Gurke und grünem Sauerrahm.
Für den Mittagstisch soll bald eine Bistrokarte ausgelegt werden mit kleineren Gerichten wie Fischbrötchen und Austern, aber auch Hummer mit Champagner. »Wir müssen flexibler sein«, sagt Schwarze. Auch die etwas schmale Weinkarte soll erweitert werden. Überhaupt will der Küchenchef in der Hamburger HafenCity das »Kopenhagen- und Stockholm-Feeling stärken, diese Städte sind uns um ein paar Jahre voraus, was Lifestyle und Entschleunigung angeht.« Zum nordischen Lebensgefühl gehört für den 45-Jährigen auch die Spezialität des Hausbootes, Surfströmming, die als »absolute Mutprobe für Gaumen und Magen« angekündigt wird. Der fermentierte Hering wird ausschließlich draußen gegrillt und mit einem skandinavischen Kümmelschnaps serviert: Seit der Eröffnung im vergangenen August wurden erst vier Portionen bestellt.
20457 Hamburg
Deutschland