Britischer Bäcker sorgt mit »Hässliches Brot«-Sager für Empörung in Mexiko
Mit einer einzigen Aussage in seinem Podcast hat der britische Bäcker Richard Hart in Mexiko für Empörung gesorgt: Er bezeichnete die dort üblichen Brote als »hässlich« und »billig«. Diese Aussage empfinden viele Mexikaner als kulturelle Geringschätzung ihrer Backtradition.
Ein Podcast hat gereicht, um einen internationalen Kulturstreit auszulösen. Der britische Bäcker Richard Hart, der kürzlich die Bäckerei »Green Rhino« in Mexiko-Stadt gegründet hat, bezeichnete in einem Gespräch die dort verbreiteten weißen Weizenbrötchen – bolillos – als »hässlich« und »billig«. Die Aussagen verbreiteten sich rasch in sozialen Medien und lösten in Mexiko scharfe Reaktionen aus, berichtet der Guardian.
Hart, der sein Handwerk unter anderem bei der »Tartine Bakery« in San Francisco verfeinerte, sprach in dem Podcast über Unterschiede zwischen europäischer Sauerteigkultur und mexikanischem Alltagsbrot. Dabei sagte er, viele Brote seien »pretty cheap and industrially made«. Für zahlreiche Hörer:innen klang das nicht nach fachlicher Kritik, sondern nach Herabsetzung einer nationalen Esskultur.
Kritik aus der Szene
Besonders heftig war die Kritik seitens der Gastronomieszene. Köch:innen und Food-Blogger:innen wiesen darauf hin, dass bolillos und pan dulce nicht nur preiswerte Grundnahrungsmittel seien, sondern Teil einer langen Tradition.
In sozialen Netzwerken wurde Hart vorgeworfen, aus einer privilegierten, europäischen Perspektive zu urteilen. Kritiker:innen betonten, dass industriell gefertigtes Brot in einem Land mit großen Einkommensunterschieden vor allem leistbar sei.
Statement auf Social Media
Der Druck wuchs, und Hart reagierte. In einem Statement auf Instagram entschuldigte er sich für seine Wortwahl. Seine Aussagen seien missverständlich gewesen, schreibt der Bäcker. Er habe niemanden beleidigen wollen und respektiere die mexikanische Brotkultur. Die Kritik nehme er ernst.