Die Sieger der Toscana Centrale Trophy: 100 Punkte für La Massa
Die Supertuscans entstanden in den 70er- und 80er-Jahren aus Protest gegen ein obsolet gewordenes Produktionsreglement. Zunächst unter der Bezeichnung »Vino da Tavola«, später als »Toscana IGT«, kreierten qualitätsbewusste Winzer Weine, die aufhorchen ließen.
Die Supertuscans entstanden im Zuge der großen Erneuerung des toskanischen Weinbaus in den 1970er- und 1980er-Jahren. Damals schrieb das Regelwerk des Chianti Classico, der wichtigsten Herkunftsbezeichnung im Herzen der Toskana, noch den Verschnitt mit weißen Rebsorten vor.
Viele qualitätsorientierte Winzer suchten deshalb nach neuen Wegen und begannen mit internationalen Sorten zu arbeiten, allen voran Cabernet Sauvignon und Merlot. Andere Produzenten gingen den umgekehrten Weg und setzten konsequent auf reinsortigen Sangiovese. Da beide Ansätze außerhalb der gesetzlichen Vorgaben lagen, wurden die Weine zunächst als »Vino da Tavola« vermarktet.
Mitte der 1980er-Jahre setzte sich der Begriff Supertuscans für diese neue Generation toskanischer Spitzenweine durch. Im Laufe der Zeit kristallisierten sich drei Stilrichtungen heraus. Am weitesten verbreitet sind Cuvées auf Basis von Sangiovese, ergänzt durch Cabernet Sauvignon, gelegentlich auch durch Merlot oder Syrah. Als klassisches Beispiel gilt Antinoris Tignanello.
Eine zweite Gruppe bilden die reinsortigen Sangiovese-Weine, wie Le Pergole Torte von Montevertine, Flaccianello von Fontodi oder Cepparello von Isole e Olena. Die dritte Kategorie umfasst Weine, die ganz ohne oder nur mit einem sehr geringen Anteil Sangiovese auskommen. Zu ihren bekanntesten Vertretern zählen D’Alceo von Castello dei Rampolla, L’Apparita von Castello di Ama, Solaia von Antinori, später Oreno von Sette Ponti, Giorgio Primo von La Massa und Tenuta di Trinoro.
1. Platz: Geschliffen und komplex
Die Tenuta La Massa liegt mitten in der Conca d'Oro von Panzano, eigentlich ein Grand Cru für Chianti Classico. Aber das Herz von Gründer und Direktor Giampaolo Motta schlägt für Bordeaux. Asiram ist eine Selektion der besten Merlot-Trauben des Weinguts. 2019 erstmals erzeugt, setzt er mit dem Jahrgang 2021 zum Höhenflug an. Ein Traumwein!
2. Platz: Kraftvoll und würzig
Vor gut 30 Jahren gründete Pasquale Forte das Weingut Podere Forte in Castiglione d'Orcia, außerhalb der damals renommierten Weinbaugebiete. Die Weinberge wurden mustergültig angelegt, bestockt mit Sangiovese, Merlot und Cabernet Franc. Seit vielen Jahren wird nach biodynamischen Richtlinien bewirtschaftet. Der Guardiavigna Orniello ist ein reinsortiger Cabernet Franc, der mit seiner Würze begeistert.
3. Platz: Elegant und mit Finesse
Anfang der 1970er-Jahre gründete der Mailänder Unternehmer Paolo Panerai das Weingut Castellare. 1977 erblickte der I Sodi di San Niccolò das Licht der Welt. Er zählt damit zu den Urvätern der Supertuscans. I Sodi beeindruckt durch seine Konstanz, nie laut, immer präzise. Der Wein besteht aus Sangiovese und einem kleinen Anteil Malvasia Nera, eine einzigartige Cuvée, die mit Finesse besticht.