Die «Co Chin Chin»-Familie wächst: «Ăn Ăn» eröffnet in Zürich
Eine Tür schliesst sich, eine andere öffnet sich. Das «Puro» sagt nach zehn Jahren leise Adiós und macht Platz für ein neues Kapitel, das genauso warmherzig, aber kulinarisch ganz anders auftritt. Seit Mitte November übernimmt Sabrina Rhomberg mit ihrem Team die Location und bringt mit «Ăn Ăn» einen echten Zuwachs für alle, die asiatische Küche lieben.
Die «Puro»-Ära endete am 27. September 2025. Danach wurde die Location unweit der Bahnhofstrasse in Zürich sanft renoviert. Nun dominieren dunklere Töne, asiatisch inspirierte Details, Holz und üppige Pflanzen das Ambiente. Hinter der Neueröffnung steht eine Familie, deren Restaurants in Zürich längst Kultstatus besitzen. Nhan Marbacher-Vo und ihre Tochter Sabrina Rhomberg bilden Kopf, Herz und Bauch der Betriebe «Co Chin Chin», «Saigon» und «Chez Nhan Deli». Während diese Lokale längst für authentische, aromatische Vietnamküche stehen, denkt «Ăn Ăn» die Sache weiter: Indochine Cuisine, also Vietnam plus einen Hauch französischen Einfluss.
«Ăn Ăn» bedeutet im Vietnamesischen «Essen, essen» – ein liebevoller Ruf, wie ihn vietnamesische Mütter nutzen, wenn die Familie endlich am Tisch erscheinen soll. Genau dieses Gefühl von Zuhause, Wärme und Teilen soll das Restaurant verströmen. Insbesondere die veganen Gerichte stehen hier im Rampenlicht, denn Vietnams Küche war schon immer stark pflanzenbasiert. Viele Klassiker kommen ganz selbstverständlich ohne tierische Produkte aus, getragen von Kräutern, Gewürzen, Brühen und Texturen.
Eine Reise durch Vietnam
Der Einstieg in diesen Aromenkosmos gelingt mit dem Planted Chicken in Betelblättern mit Erdnüssen, Lauchzwiebeln und der hausgemachten Sauce. Streetfood-Spirit bringen die Mini-Bánh Xèo, jene dünne, knusprige Reispfannkuchen, die im «Ăn Ăn» mit Tofu, Bohnensprossen, frischen Kräutern und einer cremig-würzigen Sauce Maison serviert werden. Mit Vietnams Nähe zum Meer überrascht es kaum, dass auch im «Ăn Ăn» Meeresküche ihren festen Platz hat, von knusprigen Rocket Shrimps über Frühlingsollen mit Krabben.
Den französischen Einfluss erkennt man in einer Variation des ansonsten klassischen Banh Mi, das hier ergänzt wird durch Foie Gras. Frische Akzente setzt der Crispy Duck Salad mit Ananas und Chili-Fischsauce – ein Mix, der zugleich erfrischt, knuspert und wärmt. Natürlich fehlt auch die Phở nicht, wahlweise als kräftige Rinderbouillon oder in einer veganen Variante, beide tief aromatisch und vertraut wie ein kulinarisches Zuhause.
Und weil Vietnam nicht nur für seine Küche, sondern auch für seinen Kaffee bekannt ist – immerhin der zweitgrösste Produzent der Welt – spielt auch dieser im «Ăn Ăn» eine Hauptrolle. Dunkel, kräftig, aromatisch wird er serviert, begleitet von einem Kuchen aus der üppigen Desserkarte.