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Dry Fastnacht: Immer mehr Jugendliche feiern Karneval alkoholfrei

Alkohol
alkoholfrei

Helau und Alaaf ohne Schwips: Zwischen Umzügen, Sitzungen und Straßenpartys wächst die Nachfrage nach 0,0-Getränken spürbar – vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Die fünfte Jahreszeit lebt von fröhlichen Ausnahmezuständen. Bunte Kostüme, laute Musik, dicht gedrängte Menschen – und traditionell eben auch ein erhöhter Alkoholkonsum bleiben hier oft in Erinnerung. Allerdings berichten Veranstalter in mehreren Karnevalshochburgen von einer Veränderung im Feierverhalten, insbesondere bei Jugendlichen. »Wir stellen das über die letzten Jahre extrem fest«, sagt Andreas Peters gegenüber dem SWR, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval. Viele junge Menschen kämen mit wenig oder ganz ohne Alkohol aus.

0,0 Promille auf den Straßen

Auch bei der Straßenfastnacht in Mainz zeigt sich ein klarer Trend am Getränkestand: Alkoholfreies Bier wird von Jahr zu Jahr stärker nachgefragt. Ralf Kraft, der für den MCV die Stände betreibt, reagiert und erweitert das Sortiment erstmals in diesem Jahr um alkoholfreien Gin und alkoholfreien Sekt. Neben klassischen Softdrinks werde zudem häufiger eine »dünne Weinschorle« mit vergleichsweise geringem Alkoholgehalt bestellt. Solche Angebote spiegeln eine generelle Entwicklung wider: Alkoholfreie Produkte haben in den vergangenen Jahren deutlich an Marktanteil gewonnen. Ein Trend, der eben auch vor Karneval nicht Halt macht.

Zwischen Trend und Realität

Dass sich das Konsumverhalten verändert, heißt nicht, dass exzessiver Alkoholkonsum vollständig verschwunden ist. Die Polizei in Mainz stellte am Rosenmontag des vergangenen Jahres bei 600 Jugendlichen unerlaubt mitgeführten Alkohol sicher – insgesamt 77 Liter. Und auch in Trier erinnert man sich noch gut an die Eskalation von 2012: Dutzende betrunkene Jugendliche kollabierten während der »Weiberfastnacht«, rund 60 Menschen mussten medizinisch versorgt werden. Doch dass sich solche Bilder wiederholen, hält Andreas Peters heute für unwahrscheinlich. Die Szene hat sich zu sehr verändert. Im Kern bleibt Karneval trotzdem, was er immer war: ein Fest der Gemeinschaft. Nur die Getränkekarte wird eben vielfältiger.


Redaktion
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