Gen Z setzt auf Nähe: Warum Gemeinschaftstische wieder angesagt sind
Die Generation, die mit dem Internet groß geworden ist, bringt den Gemeinschaftstisch zurück – und macht daraus weit mehr als einen reinen Essplatz.
Die Generation Z, aufgewachsen zwischen Smartphone, Social Media und Streaming, überrascht: Sie liebt es, mit Fremden zu essen. Lange Zeit als merkwürdiger Trend belächelt, erlebt Communal Dining – also gemeinsames Essen an großen Tischen – gerade ein Revival. Restaurants berichten von vollen Tischen, spontanen Gesprächen und der Generation, die digitale Begegnungen gegen echte austauscht.
Warum Gen Z auf Fremde setzt
Ob beim Abendessen mit Freunden oder beim spontanen Restaurantbesuch: Die Gen Z liebt es, sich an großen Tischen mit anderen Gästen zu setzen. Laut der US-Reservierungsplattform Resy sagen 90 Prozent der Gen Z, dass sie das Essen an Gemeinschaftstischen genießen – bei den Babyboomern sind es gerade einmal 60 Prozent.
Die Zahlen sprechen für sich: 50 Prozent der Gen Z haben an solchen Tischen interessante Gespräche geführt, ein Drittel neue Freundschaften geschlossen und jeder Siebte sogar ein Date gehabt. Für diese Generation ist der gemeinsame Tisch nicht nur ein Ort zum Essen, sondern ein Erlebnis: Gespräche entstehen von allein, man lernt neue Menschen kennen und manchmal entwickelt sich sogar mehr daraus. »Du weißt nie, neben wem du sitzen wirst – genau das macht den Spaß aus!«, erklärt Resy-CEO Pablo Rivero.
Nähe, Nervosität und ein bisschen Instagram
Für viele junge Menschen, die eher zurückhaltend oder introvertiert sind, bietet der Gemeinschaftstisch einen geschützten Raum für soziale Begegnungen. Man ist Teil einer Gruppe, kann Gespräche erleben und an Interaktionen teilnehmen, ohne selbst im Mittelpunkt stehen oder das Gespräch tragen zu müssen – genau das macht das gemeinsame Essen mit Fremden für viele reizvoll und gleichzeitig sicher.
Die Gen Z wäre nicht die Gen Z, wenn aber das Handy nicht an einem gewissen Punkt auch eine Rolle spielen würde – schließlich geht es beim Communal Dining längst nicht nur ums Essen: Die Atmosphäre, die Esspartner und die optische Präsentation machen das Erlebnis Instagram-tauglich. Lange Tische, farbenfrohe Teller und interessante Gespräche sorgen dafür, dass der Besuch zu einem sozialen und visuellen Event wird.
Krisen fördern das Teilen
Schon in Krisenzeiten wie nach dem 11. September 2001 oder der Finanzkrise 2008 suchten Menschen Nähe, geteilte Erlebnisse und Interaktion. Die Corona-Pandemie hat dieses Bedürfnis erneut verstärkt, wie man beispielsweiße auch erst kürzlich am viralen »Pudding mit der Gabel«-Trend sehen konnte, bei dem sich junge Menschen trafen, um beim gemeinsamen Puddingessen ein Gefühl von Gemeinschaft zu erleben. Für die Gen Z bedeutet das nun auch: echte Begegnungen offline, die keine App ersetzen kann.