Hamburger Chocolaterie Léonie Corentin: Wo der Osterhase de luxe-Eier legt
Vor Ostern läuft die kleine Chocolaterie von Léonie und Corentin zu Hochform auf. Es wird gegossen, gefüllt, verziert – und das alles von Hand. Hühner legen Nougateier, Hasen tragen Täfelchen im Bauch. Und in echten Eierschalen steckt die süßeste Überraschung.
Kinder drücken ihre Nasen am Schaufenster platt. Zu süß sehen die Hühner und Hasen in der Auslage von Léonie Corentin Chocolatier im Hamburger Stadtteil Eppendorf aus. Erwachsene hingegen zieht der Duft nach gerösteten Nüssen und flüssiger Schokolade förmlich hinein in den kleinen Laden.
Hinter einer Glaswand kann man Léonie und Corentin und ihren beiden Mitarbeitern beim Hantieren mit Spritztüte und Silikonformen zusehen. Seit Wochen schon läuft hier die Produktion auf Hochtouren. Denn der Osterhase hat bei den beiden Chocolatiers üppig bestellt: mit kleinen Ostereiern gefüllte Schokoladenhennen aus peruanischem Kakao, Schokohasen mit einem Bauch voller kleiner Täfelchen, feinste Ostereier in fünf verschiedenen Größen mit Nougat aus gerösteten Haselnüssen, Mandeln und Pistazien. Und Mini-Schokoladenlämmer – aber die sind schon ausverkauft. Sie waren einfach zu süß.
Sie blieben Kleben
Etwas ganz Besonderes gibt es hier jedes Jahr natürlich auch. »Unsere Stammkunden wissen das schon und kommen allein schon deshalb immer wieder«, sagt Leonie Mohnert. Es sind braune Hühnereierschalen, die gereinigt und sterilisiert, zunächst mit flüssiger Schokolade dünn ausgegossen und dann mit Haselnussnougat, ganzen Haselnüssen und einem »Eidotter« aus Karamell gefüllt werden. Auf dem Oster-Frühstückstisch sind sie nicht von den herkömmlichen gekochten Eiern im Becher zu unterscheiden, aber in der Hand liegen sie schwerer – und dann kommt beim Öffnen: die süße Überraschung!
In Frankreich haben diese »echten« Schokoeier Tradition. Und von dort brachten Léonie Mohnert und Corentin Féraud sie auch nach Deutschland. Kennengelernt haben sich die Norddeutsche und der Franzose in Paris. Das war 2014. Da hatten beide gerade ihre Ausbildung als Pâtissiers abgeschlossen und wollten ihr Wissen in der Verarbeitung von Schokolade erweitern. Sie trafen sich bei Patrick Roger, einem Chocolatier, der für seine meterhohen Skulpturen aus Schokolade bekannt war. »Corentin wollte eigentlich nur ein Jahr in einer Chocolaterie lernen, und mich forderte Schokolade heraus«, sagt Léonie Mohnert. Aber dann blieben beide an der süßen, braunen Masse kleben.
Ein Luxusprodukt, das seinen Preis hat
»Früher habe ich mir aus Schokolade nicht viel gemacht«, gesteht die Mutter einer Sechsjährigen. Aber dann passierte es: »Wirklich feine Schokolade aus hervorragenden Zutaten zu essen, das war wie ein Erwachen.« Das Paar entschloss sich, nach Hamburg zu ziehen und den Laden »Léonie Corentin Chocolatier« zu eröffnen. Seit 2021 sind sie mit ihren süßen Kreationen nicht mehr aus der Hansestadt wegzudenken.
Wenn die beiden mit ihren Mitarbeitern nicht gerade Überraschungseier de luxe und mit Nougat gefüllte Hasen und Hühner zaubern, gilt ihre Leidenschaft den 35 Sorten Tafelschokoladen, für die sie Kakaobohnen aus elf verschiedenen Ländern beziehen und verwenden. Und natürlich den unzähligen Sorten Pralinen, die wie kleine Schmuckstücke in den Vitrinen präsentiert werden. Eine köstlicher als die andere. Der Favorit von Corentin Féraud ist gerade die Lavendel-Zitrone-Kreation.
Ein Luxusprodukt, das seinen Preis hat, klar. Aber bei den subtilen Aromen, die Pralinen wie Ostereier auszeichnen, die ausschließliche Handarbeit, in der selbst kleinste Details entstehen, durchaus zu rechtfertigen. Da reichen dann auch schon ein, zwei sensationell köstliche Ostereier zum Glück – statt einer ganzen Tüte schnöder Zuckerbomben. Und bleibt etwas übrig, schnell in den Kühlschrank damit. »Mais non!« protestiert Corentin Féraud. »Bloß nicht! Da schmeckt die Schokolade schnell nach Käse oder Wurst. Und das will ja niemand!«