Kylie Minogue über Rosé: «Der Körper eines Weins ist wie ein Song»
Die Bühne kennt sie seit Jahrzehnten, doch seit einigen Jahren sorgt Kylie Minogue nicht nur musikalisch für Furore – sondern auch mit ihren Weinen. Ihr gleichnamiges Label hat sich in kurzer Zeit zu einer der am schnellsten wachsenden Weinmarken der Welt entwickelt. Falstaff traf die Pop-Ikone kurz vor Ihrem Auftritt während ihrer «Tension Tour» im Hallenstadion Zürich.
Falstaff: Kylie Minogue, Ihre Weinlinie begann 2020 mit einem Rosé. Warum ausgerechnet dieser Stil? Persönliche Vorliebe oder ein cleveres Gespür für den Markt?
Kylie Minogue: Beides, würde ich sagen. Ich erinnere mich noch genau – es war 2017, ein heisser Tag in Nashville, ich sass draussen mit einem Glas Rosé in der Hand. Das Licht im Glas, dieser Moment ... und dann dieser kleine Gedanke: Eines Tages werde ich vielleicht meinen eigenen Wein machen. Nur ein Jahr später kam Paul, mein Manager, zu mir – ein Freund von ihm suche eine Partnerin für ein Weinprojekt, und er dachte sofort an mich. Es war der perfekte Zeitpunkt. Während ich parallel an meinem Golden-Album arbeitete, begannen wir 2019 mit der Entwicklung der Marke. Gelauncht wurde sie am 28. Mai 2020 – meinem Geburtstag.
Welcher Ihrer Songs wäre der ideale Soundtrack zu einem Glas Rosé oder Schaumwein?
Oh, ganz klar: Slow – weil ich den Wein auf gar keinen Fall zu schnell trinken möchte (lacht). Ich trinke generell nicht viel, vielleicht ein oder zwei Gläser. Aber wenn, dann geniesse ich bewusst. Für mich ist der Wein selbst wie ein Song: Beide erzählen eine Geschichte. Nur dass der Song aus mir kommt und der Wein aus der Natur. Er folgt seinem ganz eigenen Weg.
Welche Rolle spielt die Schweiz als Markt für Ihre Weine?
Zürich ist einer unserer wichtigsten Märkte. Ich war ganz gerührt, als ich sah, dass Globus eine ganze Wand meinen Weinen gewidmet hat. Besonders spannend finde ich, dass hier auch unsere alkoholfreie Reihe – sowohl der Rosé als auch der Blanc – sehr gut ankommt. Die Schweiz ist tatsächlich unser stärkster Markt für die 0-Prozent-Variante. Die Trauben werden dabei mit Bakterien statt mit Hefe fermentiert, sodass der fruchtige Geschmack erhalten bleibt – und dann mit chinesischem Tee verfeinert.
Wie stark sind Sie selbst in den Prozess eingebunden – von der Cuvée bis zum Branding?
Ich bin an jedem Schritt beteiligt. Vom Flaschendesign bis zur Etikette – sogar meine Signatur auf dem Etikett entstand am Tag des Launchs. Ich bin Creative Director der Marke, und das ist mir unglaublich wichtig. Ich war auf inspirierenden Reisen – nach Südfrankreich, Italien und natürlich in meine Heimat Australien –, um Rebsorten zu verkosten, Winzer:innen zu treffen und die besten Lagen kennenzulernen. Die Farbe des Weins, sein Charakter – all das muss für mich echt und stimmig sein. Denn Authentizität kann man nicht fälschen. Gleichzeitig lerne ich noch viel dazu. Ich liebe es, den Menschen aus der Weinwelt zuzuhören. Ich will keine Toleranz, nur weil ich neu in der Branche bin.
Was macht Sie zur idealen Besetzung für ein Weinunternehmen?
Ich glaube, ich erreiche Menschen über verschiedene Generationen hinweg – und genau das braucht es, um eine Weinmarke zugänglich zu machen. Wenn man an Rosé denkt, denkt man an unbeschwerte, fröhliche Momente – das passt einfach zu mir. Rosé hat in den letzten 15 Jahren enorm an Popularität gewonnen, und doch fühlen sich viele Menschen in der Weinwelt noch unsicher. Ich möchte ihnen diese Berührungsängste nehmen und ihnen das Vertrauen geben, Wein einfach zu geniessen.
Und wie geht es weiter mit Ihrer Weinlinie? Wird es neue Produkte geben?
Unsere Kollektion entwickelt sich ständig weiter. Was gut funktioniert, setzen wir fort – aber wir machen auch kleinere, limitierte Auflagen. Gerade haben wir die «Côtes de Provence Limited Edition 2024» auf den Markt gebracht. Aber jetzt geht es auch darum, unser bestehendes Geschäft zu pflegen. Der Samen ist gepflanzt – und jetzt wächst daraus etwas Grosses. Wir haben bereits 20 Millionen Flaschen verkauft. Es ist eines der am schnellsten wachsenden Weinlabels weltweit – und das macht mich unglaublich stolz.