Zum Inhalt springen
Foto beigestellt

Mandarin Oriental Palace Luzern serviert nachhaltiges Wasser

Interview
Luxus
Nachhaltigkeit
Hotel
Luzern

Das «Mandarin Oriental Palace Luzern» hat als erstes Hotel der Welt eine Anlage zur Produktion von Trinkwasser in Flaschen mittels AI erhalten. Falstaff hat mit dem Generalmanager des Hotels, Christian Wildhaber, und Johanna Mattsson, CEO von «Nordaq», dem schwedischen Anbieter der Anlage, über Nachhaltigkeit in der Spitzenhotellerie und den Geschmack von reinem Wasser gesprochen.

Falstaff: Wie kam die Zusammenarbeit zwischen «Mandarin Oriental Palace Luzern» und «Nordaq» zustande?

Christian Wildhaber: Mandarin Oriental hat bereits 2008 entschieden, Einwegplastik weitestgehend aus den Hotels zu verbannen. Als wir vor der Eröffnung des Mandarin Oriental Palace Luzern standen, war klar: Wir wollen lokal produzieren, nicht Wasser aus dem Ausland importieren. Nordaq war mit einer neuen Technologie auf dem Markt, die es ermöglicht, weltweit auf Leitungswasserbasis dasselbe hochwertige Wasser zu produzieren – ohne Plastik und ohne Transportwege.

Johanna Mattsson: Unsere Technologie filtert das lokale Leitungswasser, macht es sicher und geschmacklich hochwertig. Dadurch können Hotels auf Einwegplastik verzichten und ihren CO₂-Fussabdruck deutlich reduzieren.

Einwegplastik gibt es ja an vielen Orten im Hotel, nicht nur bei Wasserflaschen – wie wichtig schätzen Sie die Rolle von Nordaq ein beim Ziel darauf zu verzichten?

Christian Wildhaber: Sehr wichtig. Ohne eine nachhaltige Wasserlösung wäre das Ziel kaum zu erreichen. Die Flaschen sind aus 80 Prozent recyceltem Glas, die Verschlüsse aus 100 Prozent recyceltem Aluminium. Wir sind heute zu 100 Prozent frei von Einwegplastik.

Johanna Mattsson: Ein vergleichbares Hotel in Singapur hat nach der Umstellung auf Nordaq rund 150.000 Flaschen pro Jahr eingespart. Dadurch wurde so viel CO₂ eingespart, wie bei 15 Hin- und Rückflügen zwischen Stockholm und Singapur freigesetzt wird. Diese Studie wurde zuvor von einem externen Institut durchgeführt.

Wie sah die Integration des Nordaq-Systems in den Hotelbetrieb aus?

Christian Wildhaber: Die Integration war überraschend einfach. Wir stellen sicher, dass das Wasser direkt im Haus abgefüllt wird – datiert, versiegelt und sicher. Die grösste Herausforderung war, das Team und die Gäste davon zu überzeugen, dass lokales, gefiltertes Wasser genauso gut ist wie importiertes Mineralwasser. Aber wir verkaufen mehr Nordaq-Wasser als jede andere Marke.

Wie kommunizieren Sie diese Nachhaltigkeitsinitiativen an die Gäste?

Christian Wildhaber: Wir informieren transparent, zum Beispiel durch QR-Codes auf den Flaschen. Die Gäste sind sensibler für Umweltfragen und wählen bewusst nachhaltige Optionen. Früher war französisches Mineralwasser ein Statussymbol. Heute ist das Gegenteil der Fall.

Das Hotel hat als erstes weltweit eine neue AI-Einheit von Nordaq installiert. Was macht diese besonders?

Johanna Mattsson: Die NQ600 ist eine kompakte, automatisierte Anlage mit geringem Energieverbrauch. Sie nutzt smarte Sensoren und KI, um den Bedarf vorherzusagen und Fehler frühzeitig zu erkennen. Die Daten zur Nachhaltigkeit stehen jederzeit zur Verfügung.

Wie beeinflusst die Wasserqualität das kulinarische Erlebnis?

Johanna Mattsson: Unser Wasser ist das sauberste der Welt und hebt den Geschmack von Speisen und Wein hervor. Wir bieten reines, gefiltertes Wasser ohne geschmacksverändernde Mineralien.

Christian Wildhaber: Das passt perfekt zu unserem Anspruch – wir wollen, dass unsere Gäste die Destination erleben, nicht das Wasser.

Wie sehen Sie die Zukunft des Wasserverbrauchs in der Hotellerie?

Johanna Mattsson: Der Trend geht klar zu nachhaltigen Lösungen. Immer mehr Hotels werden auf Systeme wie unseres umstellen.

Christian Wildhaber: Für uns ist Nachhaltigkeit ein integraler Bestandteil von Luxus. Wir wollen zeigen, dass Exzellenz und Umweltbewusstsein Hand in Hand gehen können.

Vielen Dank für das Gespräch!


 

Benjamin Herzog
Benjamin Herzog
Chefredaktion Schweiz
Mehr zum Thema
1 / 12