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Marc Epper, neuer General Manager vom «Park Hyatt» in Zürich

Marc Epper, neuer General Manager vom «Park Hyatt» in Zürich
© Remy Steiner

Park-Hyatt-General-Manager Marc Epper: «Zürich muss sich nicht beweisen»

Interview
Hotel
Luxus
Zürich

Marc Epper ist neuer General Manager des «Park Hyatt Zürich». Nach Stationen in Bangkok, Doha, Jakarta, Macau und Hongkong kehrt der Schweizer Hotelier in eine Stadt zurück, die er gut kennt – und heute dennoch mit anderen Augen sieht. Im Interview spricht er über Zürichs leisen Luxus, internationale Prägung und darüber, weshalb Perfektion allein in der Hotellerie nicht mehr genügt.

Falstaff: Marc Epper, Sie haben in Bangkok, Doha, Jakarta, Macau und München gearbeitet – Städte, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Wenn Sie heute durch Zürich laufen: Sehen Sie die Stadt mit anderen Augen als vor 20 Jahren?

Marc Epper: Ich komme ursprünglich aus Bern, habe in Genf gearbeitet und danach Städte erlebt, die eine ganz andere Dynamik haben. Bangkok und Hongkong haben mir gezeigt, was echte Energie bedeutet. Doha hat eindrücklich vorgemacht, wie schnell sich eine Destination neu erfinden kann. Macau wiederum steht für eine sehr präzise, durchdachte Inszenierung von Luxus.

Zürich ist anders. Zürich muss sich nicht beweisen. Ich sehe sie heute nicht völlig anders als früher, aber ich nehme sie bewusster wahr. Früher waren Dinge wie Sauberkeit, Verlässlichkeit, Organisation und Qualität für mich selbstverständlich. Nach vielen Jahren im Ausland habe ich dafür einen viel grösseren Respekt entwickelt.

Viele Hoteliers, die lange international unterwegs waren, kehren irgendwann zurück und merken: Nicht die Stadt hat sich verändert, sondern sie selbst. Wie viel Zürich steckt noch in Ihnen, und wie viel Bangkok?

Jeder Ort hat etwas hinterlassen. In mir steckt sicher noch immer viel Berner Bodenhaftung, Ruhe und Genauigkeit. Genf hat meinen internationalen Blick geprägt – Diplomatie, Diskretion und den Umgang mit unterschiedlichen Kulturen. Zürich steht für Präzision, Qualität und Understatement. Bangkok hat mir Wärme und Leichtigkeit mitgegeben. Hongkong wiederum Effizienz und den Willen zur Leistung.

Für die Hotellerie ist genau diese Mischung wichtig. Die Abläufe müssen funktionieren, aber sie dürfen sich nicht mechanisch anfühlen. Die Uhr läuft pünktlich, aber der Empfang bleibt herzlich. Luxus darf nicht kalt sein. Perfektion allein überzeugt heute nicht mehr, wenn sie distanziert wirkt. Am Ende bleibt nicht nur der reibungslose Ablauf in Erinnerung, sondern das Gefühl, das er auslöst.

Das «Baur au Lac» hat Geschichte, das «Dolder» Spektakel, das «Widder» Charakter. Was hat das «Park Hyatt» – und was soll es unter Ihrer Führung haben?

Zürich hat eine der stärksten Luxushotellerien Europas. Davor habe ich grossen Respekt. In dieser Stadt kann man nicht mittelmässig sein – und genau das gefällt mir. Das «Park Hyatt» steht für moderne Souveränität und Diskretion. Nicht als Zurückhaltung im negativen Sinn, sondern als bewusste Form von Luxus. Es ist kein Haus, das laut beeindrucken will. Es ist ein Ort, der entdeckt werden möchte und der sehr genau versteht, wer seine Gäste sind.

Genau das möchte ich weiterentwickeln. Mir geht es darum, das Haus noch relevanter zu machen. Drei Dinge sollen noch stärker spürbar werden: Souveränität, weil unsere Gäste höchste Professionalität erwarten. Wärme, weil Luxus ohne Menschlichkeit schnell steril wird. Und Energie, weil ein Hotel nicht nur funktionieren darf, sondern leben muss.

Zürich ist eine der teuersten Städte der Welt, aber kein klassisches Trophy-Ziel wie Dubai oder Singapur. Ist das im globalen Luxuswettbewerb ein Nachteil – oder gerade die Stärke?

Für mich ist das ganz klar eine Stärke. Zürich ist teuer, ja. Aber Zürich liefert. Während Destinationen wie Dubai oder Singapur stark über Grösse, Sichtbarkeit und spektakuläre Inszenierung funktionieren, spielt Zürich bewusst ein anderes Spiel. Es geht hier weniger um «look at me» und viel mehr um «you can rely on me». Diese Haltung ist leiser, aber gerade darin liegt ihre Kraft.

Viele Gäste suchen heute genau das: Ruhe, Sicherheit, Diskretion und kompromisslose Qualität. Nicht jeder Luxus muss glänzen oder Aufmerksamkeit erzeugen. Manchmal ist der grösste Luxus, dass alles einfach funktioniert – ohne Reibung, ohne Inszenierung, ohne dass man darüber nachdenken muss.

Sie kennen das «Park Hyatt« aus Ihrer Zeit im «Grand Hyatt Hong Kong» und waren früher bereits im «Baur au Lac» tätig. Zürichs Luxushotellerie ist Ihnen also nicht fremd. Was überrascht Sie trotzdem?

Was mich tatsächlich überrascht, ist, wie stark sich das Verständnis von Luxus verändert hat. Früher war Luxus oft formeller geprägt: klare Etikette, makellose Abläufe, Perfektion bis ins Detail. Das bleibt wichtig, aber es reicht heute nicht mehr aus. Gäste erwarten mehr Persönlichkeit. Gerade in Zürich ist das sehr spürbar. Die Gäste sind hier äusserst anspruchsvoll. Sie sagen vielleicht nicht immer alles laut, aber sie nehmen jedes Detail wahr.

Für ein Team ist das eine hervorragende Schule, weil es ein sehr feines Gespür für Qualität und Authentizität verlangt. Positiv überrascht mich auch, wie viel Potenzial Zürich noch hat. Es gibt Raum für mehr Emotion, mehr lokale Verankerung, mehr kulinarische Erlebnisse und vor allem für Angebote, die sich echt anfühlen.

Als Rückzugsort dienen klassisch-elegant eingerichtete Zimmer, aber auch der Spa mit hochwertigen Anwendungen.
Beethovenstrasse 21
8002 Zürich
Schweiz
Linda Carstensen
Linda Carstensen
Portalmanagerin Schweiz und Autorin
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