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Restaurant der Woche: Restaurant Vereinigung

Restaurant der Woche Schweiz
Restaurant
Kritik

Eine Zürcher Institution: das «Restaurant Vereinigung» ist eine der gemütlichsten Beizen Zürichs. Auf dem Teller landen hier nur nachhaltige und saisonale Produkte.

Dort, wo die Geleise von Sihltal- und Uetlibergbahn zusammenlaufen, liegt eine der gemütlichsten Quartierbeizen Zürichs, die «Vereinigung». Ab 16 Uhr gibt es eine kleine, aber feine Auswahl an Offenweinen, Trockenfleisch, Wurst und Käse, ab 18 Uhr dann auch warme Gerichte. Die Küche arbeitet unter dem Motto «Brachial saisonal» und ausschliesslich mit nachhaltig produzierter Ware. Das merkt man beim einfachen Blattsalat ebenso wie bei den Vorspeisen mit Innereien, die häufig auf der kleinen, täglich wechselnden Karte stehen.
Unser Favorit: die Lammnierli an Sherrysauce. Auch wenn Pizokel zu haben sind, sollte man unbedingt zugreifen. Bei unserem letzten Besuch sind sie mit Bärlauch verfeinert und so wunderbar fluffig, dass sie das ausgezeichnete Geschnetzelte vom Ochsen zum Nebendarsteller degradieren. Vegetariern stehen stets mehrere Optionen offen. Sehr zu empfehlen sind die Sformati, herzhafte Aufläufe auf Basis von Ei, Ricotta und Gemüse, die mit wechselnden Beilagen wie Linsen oder Polenta serviert werden. Der Klassiker unter den Desserts ist der hausgemachte Schokoladenkuchen mit frisch aufgeschlagenem Rahm. Gegen das angenehm dezent gesüsste Mascarpone-Chöpfli mit Zwetschgenkompott kommt aber auch er nicht an. Zum Charme dieses Lokals tragen neben der idyllischen Gartenlaube die überaus herzlichen Damen und Herren im Service bei. Deren Miene verfinstert sich nur, wenn man einen Laptop auf den Tisch stellt. Das ist in der «Vereinigung» so ungern gesehen wie das Rauchen im Flugzeug. Und vermutlich genauso veraltet.

Bewertung

Essen 43 von 50
Service 18 von 20
Weinkarte 15 von 20
Ambiente 9 von 10
GESAMT 85 von 100

Restaurant Vereinigung
Manessestrasse 132
8045 Zürich
T: +41 44 4620148
vereinigung-barsol.ch

Erschienen in
Falstaff Magazin Schweiz Nr. 3/2019

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Alex Kühn
Autor
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