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Sardinien: Traumstrände und Genuss

Sardinien
Kulinarik

Die zweitgrößte Insel im Mittelmeer, gebirgig und felsig im Landesinneren, beeindruckt mit wunderschönen Stränden. Besonders lohnende Ziele sind die Hauptstadt Cagliari im Süden, Alghero im Nordwesten und natürlich die Costa Smeralda im Nordosten.

Im Juli und August gibt sich der internationale Jetset in Porto Cervo und der umgebenden Costa Smeralda ein Stelldichein. Hotels sind bis auf das letzte Zimmer ausgebucht, in den Buchten ankern Megajachten, und in den Clubs pulsiert das Leben bis in die frühen Morgenstunden.

Die Costa Smeralda, die Smaragdküste, ist eine Kreation des Imams Aga Khan IV., der hier in den 1970er-Jahren ein großes Tourismusprojekt lancierte. Im Unterschied zur damals in anderen Gebieten vorherrschenden Tendenz, möglichst große, vielstöckige Betonklötze in die Landschaft zu stellen, wurden hier vorwiegend kleinstrukturierte Bauten errichtet und ein Baustil geschaffen, der viele traditionelle Elemente der Insel aufgreift. So prägt selbst an der quirligen Costa Smeralda heute immer noch die einzigartige Landschaft das Bild: Wälder aus Steineichen und anderen mediterranen Hölzern, schroffe Granitfelsen und eine zerklüftete Küste mit fjordähnlichen Einschnitten. Das Wasser ist glasklar und schimmert in allen möglichen Blau- und Grüntönen, herrlich zum Schwimmen und ein Paradies für Taucher.

Wem die Costa Smeralda zu laut und vielleicht auch zu teuer ist, muss nicht weit fahren. Die Smaragdküste ist nur ein kleiner Teil der Gallura, einer Region, geprägt von markanten Granitfelsen, die sich von Olbia bis hinauf nach Santa Teresa Gallura erstreckt. Hier gibt es zahlreiche schöne Buchten und Strände. Besonders reizvoll ist die Insel La Maddalena am nördlichsten Zipfel Sardiniens.

Von Nord nach Süd

Alghero, eine reizvolle Kleinstadt im Nordwesten, war einst eine spanische Enklave; die Alten sprechen dort heute noch Katalanisch. Deshalb mag es wenig verwundern, dass eine der Spezialitäten Paella ist, serviert mit Lamm und Artischocken. Eine besondere Köstlichkeit sind die Langusten, die an der Küste um Alghero gefangen werden. Dazu ein kühler Vermentino, etwa vom Weingut Sella & Mosca, das mit seinem Gründungsjahr 1899 zu den traditionsreichsten Weingütern ganz Italiens zählt, mundet herrlich. Einen Besuch der Grotta di Nettuno und der Halbinsel Stintino sollte man sich nicht entgehen lassen.

Mit einer halben Million Einwohnern ist die Hauptstadt Cagliari nicht nur größte Stadt der Insel, sondern auch wichtigster Hafen. In der Altstadt thronen auf einem mächtigen Kalkmassiv das alte Schloss und zahlreiche Paläste erhaben über dem Meer. Hier ist das kulinarische Angebot reichhaltig. Cagliaris Hausstrand heißt Poetto. Tagsüber ist hier jede Liege belegt, abends wird es lichter, und viele der Strandbars laden bei Livemusik zum Aperitivo. Anschließend geht’s dann in eines der zahlreichen Restaurants der Altstadt zum gepflegten Abendessen.

Frischer Fisch und Meeresfrüchte allererster Güte sind an der Küste die Hauptzutaten in der Küche. Wer nun aber glaubt, die kulinarischen Spezialitäten der Insel hätten vor allem Meeresgetier als Grundlage, irrt. Die sardische Kultur ist geprägt vom Landesinneren. Bis zum Aufkommen des Strandtourismus im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts wurde der Küstenbereich von den Sarden weitgehend gemieden. Millionen von Schafen und Ziegen leben in den weiten gebirgigen Landschaften im Landesinneren. Lammbraten ist daher überall zu finden. Ebenso Porceddu. Dafür wird ein junges Milchferkel langsam im Ofen geschmort oder über Eichenholz gegrillt. Letzteres verleiht dem Porceddu einen zarten Rauchgeschmack – köstlich!

Köstliche Inselweine

Sardinien ist auch eine wichtige Weinbauregion. Bei den Weißen dominiert die Sorte Vermentino. Ihren höchsten Ausdruck erreicht sie auf den Granitböden Nordsardiniens, wo sie als Vermentino di Gallura DOCG-Status hat. Vor allem zu Fisch ist Vermentino ein großartiger Begleiter.

Im Rotweinbereich ist Cannonau die prägende Sorte. Sie erbringt einen kräftigen Rotwein mit kernigem Tannin und dem Duft nach dunklen Beeren. Der im Südwesten bei Cagliari angebaute Carignano ist im Vergleich dazu kraftvoller und tanninreicher. Eine Spezialität ist die lokale Sorte Cagnulari, die immer mehr Verbreitung findet.

Mit ihrer herrlichen Küste, der beeindruckenden Landschaft im Inneren, lokalen Spezialitäten und Wein ist Sardinien eine wahre Genuss-Insel.

In den Gassen von Cagliari findet man viele reizvolle Lokale, die allerlei Spezialitäten servieren.
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In den Gassen von Cagliari findet man viele reizvolle Lokale, die allerlei Spezialitäten servieren.

Lokale Stars der Inselküche

Da ist einmal das Pane Carasau, hauchdünne Brotblätter, die schon beim Anblick fast zerbrechen. Man isst sie einfach so zum Knabbern oder leicht erwärmt mit etwas Öl und Salz, dann wird daraus ein Pane Guttiau.

Bottarga wiederum ist getrockneter Fischrogen, den es in zwei Varianten gibt:  Die etwas delikatere Variante wird aus dem Rogen der Meeräsche gewonnen, hauptsächlich im Brackwassergebiet um Oristano. Auf den Inseln San Pietro und San’Antioco im Südwesten gewinnt man Bottarga auch aus dem Rogen des Thunfischs, der hier gefangen wird. Bottarga wird entweder gerieben, etwa über Pasta, oder auch über Bruschetta und andere Häppchen gehobelt. Der Geschmack ist intensiv salzig und würzig.

Fregola Sarda ist eine Nudelart in kleiner Kugelform. Sie wird wie Pasta im großen Wassertopf gekocht oder wie Risotto langsam weichgekocht; hervorragend zu Fisch. Malloreddus ist ein weiteres Nudelformat, klein und gerillt – sie schmeckt am besten mit Tomatensauce, Safran und Pecorino. Culurgiones sind handgefertigte Teigtaschen, gefüllt mit Erdäpfeln, Schafkäse und Minze, köstlich!

Und nicht zuletzt: Sardinien ist das Land der Schafe – und des Schafkäses. Diesen gibt es in allen Varianten von frisch-cremig bis gereift-pikant. Als Frischkäse ist er unabdingbarer Bestandteil der Nachspeise Seadas, in der er mit dem bittersüßen Honig aus dem Erdbeerbaum (Corbezzolo) eine herrliche Verbindung eingeht.

Das Beste von Sardinien

Wohnen

Petra Segreta Resort & Spa

Steinvillen im einem fünf Hektar großen Wald am Stadtrand von San Pantaleo. Von hier hat man einen fantastischen Blick aufs Meer.
Via Stazzu Malcusa, 07026 San Pantaleo
petrasegretaresort.com

Li Finistreddi Exclusive Country Retreat

In luftiger Höhe über der Baia Sardinia gelegen genießt man hier Bergluft und faszinierenden Meerblick. Luxusvillen, Zimmer und Suiten.
Loc. Micalosu Via le Finestrelle, 07021 Cannigione
finistreddi.it

7 Pines Resort Sardinia

Luxuriöses Strandresort, eingebettet in die Küstenlandschaft von Baja Sardinia. Einladende Wege führen durch duftende Natur zu Restaurants, versteckten Stränden, Pools und einem Beach Club.
Loc. Li Mucchi Bianchi, Baja Sardinia, 07021 Arzachena
7pines-sardinia.com

Kulinarik

Italo Bassi Confusion Restaurant

Italo Bassi hat mit seinen kreativen Kompositionen viel neuen Wind in die sardische Gourmetlandschaft gebracht. Grundlage seiner Gerichte sind frischer Fisch. Tolle Lage, top Service.
Via Porto Vecchio 1, 07021 Porto Cervo
confusion-restaurant.com

Fradis Minoris

Herrliche Lage an der Lagune von Nora, westlich von Cagliari, direkt am Meer. Der junge Chefkoch Francesco Stara und sein Team haben sich auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisiert.
Laguna di Nora Località, Viale Nora, 09010 Pula
fradisminoris.it

Il Fuoco Sacro

Das Restaurant befindet sich im Petra Segreta Resort. Konzept und Idee der Gerichte stammen von Enrico Bartolini, dem Koch mit den meisten Michelin-Sternen Italiens. Umfangreiche Weinkarte mit über 500 Positionen.
Via Stazzu Malcusa, 07026 San Pantaleo
petrasegretaresort.com/it/ristorazione/fuoco-sacro

Wein & Wohnen

Sella e Mosca / Casa Villamarina

Mit Gründungsjahr 1899 ist Sella & Mosca bei Alghero eines der ältesten Weingüter Italiens – und mit über 500 Hektar auch eines der größten. In der angeschlossenen »Casa Villamarina« stehen elf gediegen eingerichtete Zimmer für Gäste zur Verfügung.
Sp42, Loc. I Piani, 07041 Alghero
casavillamarina.com; sellaemosca.com

Argiolas

Argiolas im Hinterland von Cagliari zählt zu den besten Weingütern der Insel. Hervorragend ist Turriga, eine Cuvée aus Cannonau, Carignano, Bovale und Malvasia Nera. Im April eröffnet Argiolas ein Boutiquehotel mit fünf Zimmern und einem Restaurant, das ans Weingut angeschlossen ist.
Via Roma, 28/30, 09040 Serdiana
argiolas.com


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Erschienen in
Falstaff Magazin Schweiz Nr. 2/2025

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Othmar Kiem
Othmar Kiem
Direktor Falstaff Italien
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