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© Javier Salas

Star-Dirigent Pablo Heras-Casado über seine Opernball-Premiere

Opernball
Wien
Ballsaison

Zum ersten Mal dirigiert Pablo Heras-Casado den Opernball: Der »Beste Dirigent 2025« spricht mit Falstaff über den besonderen Zauber dieses Abends.

Pablo Heras-Casado zählt zu den gefragtesten und vielseitigsten Dirigenten weltweit. Er arbeitet mit führenden Orchestern, darunter das Philharmonia Orchestra, die Staatskapelle Berlin, die Wiener Symphoniker, die Filarmonica della Scala und das Cleveland Orchestra. Bei den »Oper! Awards« wurde er zum »Besten Dirigenten 2025« gewählt. Er dirigiert das Orchester der Wiener Staatsoper am Ballabend.

Falstaff: Sie stehen zum ersten Mal am Dirigentenpult beim Opernball. Was bedeutet Ihnen diese Premiere?

Pablo Heras-Casado: Ich könnte nicht glücklicher sein. Die Wiener Ballsaison ist tief in der Kultur und Tradition der Stadt verankert – und doch war ich selbst noch nie dabei. Ich kenne den Zauber nur von Bildern – nun darf ich ihn erstmals aus nächster Nähe erleben und sogar mitgestalten. Ein Ball ist kein gewöhnlicher Konzertabend: Es liegt etwas Feierliches, Leichtes und zugleich sehr Emotionales in der Luft. Man spürt, dass hier Musik, Menschen und Tradition zusammenkommen.

Sie machen im Eröffnungsprogramm mit der »West Side Story« auch einen Ausflug in die Welt des Broadway.

Ja, und das ist für mich besonders spannend. Es ist eine große Ehre, das Orchester der Wiener Staatsoper zu dirigieren – ein Ensemble von außergewöhnlicher Qualität und Flexibilität. Wir haben gemeinsam ein enormes Repertoire erarbeitet, von Mozart bis zur zeitgenössischen Musik. Broadway-Stücke sind für uns alle eine willkommene Abwechslung. Diese Musik ist großartig und verdient dieselbe Hingabe wie jedes klassische Meisterwerk: mit Respekt, Leidenschaft und dem Anspruch, ihr die bestmögliche Interpretation zu geben.

Der Opernball ist ein lokales Traditionsereignis, das durch das Fernsehen einem Millionenpublikum zugänglich ist. Wie gelangen die Emotionen des Ballabends bis in die Wohnzimmer der Zuschauer?

Auch wenn der Ball fest in Wien verwurzelt ist, strahlt er weit über Österreich hinaus. Viele Menschen erhalten Zugang zu einem Ereignis, das Kultur und Musik in den Mittelpunkt stellt. Das ist eine starke Botschaft – gerade heute, wo viele kaum Berührung mit dieser Musik haben. Wenn wir im Saal wirklich präsent sind, wenn die Musik atmet und Emotionen frei fließen, dann überträgt sich das auch nach außen. Musik hat die Kraft, Räume zu öffnen und Menschen zu verbinden – solche Abende zeigen, dass Kultur und Musik weiterhin einen zentralen Platz in unserer Gesellschaft haben.


Stefanie Hellge
Autorin
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