Die kulinarischen Höhepunkte des Opernballs 2026
68 Mal Opernball – und der glanzvolle Reigen geht weiter: Zwischen Tanz, Musik und Kerzenschein warten kulinarische Mini-Kunstwerke, Champagner, süße Petits Fours und überraschende Drinks. Ein Abend, der die Sinne tanzen lässt.
Wenn draußen der Februar die Stadt fest im Griff hat und aus den hohen Fenstern der Wiener Staatsoper warmes Licht auf den Opernring fällt, dann ist klar: Es ist wieder Zeit für den Ball der Bälle. Im Ballsaal wirbeln Tüll und Frack, Glitzer und Pailletten schimmern im Kerzenschein und ein Hauch von frisch poliertem Parkett mischt sich mit dem Duft von Blumen und Parfum. Hinter den Kulissen herrscht gleichzeitig präzises Treiben: Köche schneiden, probieren, mischen, Barkeeper shaken und mixen, die Logistik des Abends läuft wie ein perfekt gestimmtes Orchester. Es duftet nach frischem Brot und warmem Apfelstrudel.
Dass Genuss am Wiener Opernball keine Nebensache ist, sondern Teil der Inszenierung, zeigt sich bereits in der Organisation: Mit Susanne Athanasiadis an der Spitze des Opernball-Teams, Birgit Reitbauer als kulinarische Patronne und Maryam Yeganehfar als Verantwortliche für »Look & Feel« wird der Ball als Gesamterlebnis gedacht.
Gruß aus der Garderobe
Kulinarisch trifft man sich auch heuer wieder bei »Steirereck & Friends« – diesmal aber mit zwei neuen Weggefährten. In der Orchestergarderobe im 1. Souterrain entstehen Gerichte, die zeigen, wie viel Kreativität auf kleinem Raum möglich ist. Thomas Dorfer (»Landhaus Bacher«, Mautern an der Donau) und Josef Floh (»Gastwirtschaft Floh«, Langenlebarn) erarbeiten gemeinsam mit dem »Steirereck«-Team eine Menükarte, die feine Küche und Ballabendbedingungen perfekt vereint. Auf dem Teller reicht das von imperialen Kärntner Nudeln mit Trüffel über Winter-Gemüsesalat mit Nuss-Tapenade bis hin zu Krautroulade mit würziger Füllung oder Königsspargel mit geflämmtem Zander von »Böhmerwald Fisch«, Safran und Rettich. Birgit Reitbauer erklärt: »Natürlich achten wir darauf, dass die Gerichte leicht zu essen sind und wenig ›Anpatzgefahr‹ bieten.« Rund 20 Mitarbeitende kümmern sich um die Umsetzung, jedes Gericht ist »ein Mosaikstein für das größere Ganze«.
Walzer für den Gaumen
Untrennbar mit der Wiener Staatsoper verbunden ist seit 1869 der k. u. k. Hofzuckerbäcker »Gerstner«. Und auch am Wiener Opernball spannt der traditionsreiche Genuss-Caterer 2026 den Bogen zwischen Wiener Klassik und zeitgemäßer Kulinarik. Opernballwürstel, Gulaschsuppe, Brötchen mit Roastbeef, Lachsforelle oder Flusskrebs stehen ebenso auf dem Programm wie vegetarische und vegane Alternativen – von Linseneintopf bis Burrata mit getrockneten Tomaten.
Als süßer Höhepunkt warten Petits Fours und Konfektklassiker, heuer erstmals ergänzt um eine sichtbare Handwerksinszenierung: die k. u. k. Hofzuckerbäcker-Show mit frisch gezogenem Wiener Apfelstrudel. »Wir kuratieren den Abend wie ein Bühnenprogramm in Gängen und Momenten: Jede Bar und jeder Stand setzt eigene kulinarische Akzente«, beschreibt Stephan Oefner, Leitung »Gerstner«, das Konzept – eine Aufgabe, die bei 140 Logen, 266 Tischen und elf Buffets logistische Präzision verlangt.
Auch die Bäckerei »Ströck« sorgt erneut für kulinarische Erdung zwischen Walzer und Mitternachtsquadrille. Die Feierabend-Bar auf der Hinterbühne und die »Süße Kurve« sind längst Fixpunkte für alle, die Brot und Mehlspeisen als Teil der Wiener Identität begreifen. Bio-Feierabendwürstel von der Schinkenmanufaktur »Thum«, Bio-Handsemmeln, Kittseer Holzofenbrot mit Rote-Rüben-Hummus oder ein Erdäpfelgulasch liefern die nötige Grundlage für eine lange Ballnacht. »Gemeinsam streben wir nach dem besten Zusammenspiel aus Tradition und Innovation«, so Bäckermeister Gerhard Ströck. Die beliebten Jourkrapfen von Patissier Pierre Reboul begleiten die Gäste sogar noch auf den Heimweg.
Shaker, Spritz & Semmerl
Neu bespielt wird 2026 die Parterre-Garderobe: »Tür 7«, Wiens vielfach ausgezeichnete Adresse für kreative Drinks, ersetzt die »Eden Bar« und bringt mit »The Number One Vienna« ein bewusst reduziertes, persönliches Konzept in die Staatsoper. Ohne fixe Barkarte entstehen Drinks im Dialog mit den Gästen. Im zweiten Souterrain verwandelt das Team vom »Kleinod« den »Club Opera« erneut in eine Bühne für zeitgenössische Mixologie – von Klassikern wie Negroni und Earl Grey Fizz bis zu Lava-Lampe-Shots.
Zwischen Tanz und Musik locken das »Schwarze Kameel« mit Schinkenbrötchen, Canapés und Punschkrapferl sowie die »Bar Campari« mit Negroni und spritzigen Sbagliato-Varianten. Für Champagnerliebhaber:innen bleibt der Falstaff-Champagner-Salon ein Fixpunkt des Abends: Über 20 Tropfen namhafter Häuser werden glasweise ausgeschenkt, begleitet vom Serviceteam des »Hotel Imperial« und den Gastgebern Simon Schubert und Julian Lechner vom Wiener Gasthaus »Reznicek«. Dazu werden die legendären Leberkäsesemmeln vom »Leberkas Pepi« kredenzt – mit Steinpilz-Trüffel oder Chili-Käse auf Bio-Jour-Handsemmeln der Wiener Bäckerei »Geier«.
Alles Korken
Doch es ist längst nicht nur Champagner, der an diesem Abend fließt: Ottakringer bringt mit über 15 Biersorten Wiener Herzblut ins Glas. Wer es eleganter mag, zieht weiter zur Weinbar »Best of Austria« im Schwindfoyer: Sechs Winzer aus fünf Regionen – Mayer am Pfarrplatz, Hirtzberger, Ott, Kerschbaum, Moric und Sattlerhof – schenken ein, vom Gemischten Satz bis zum Blaufränkisch, dazu kleine regionale Schmankerln. Korken knallen bei Schloss Gobelsburg, mit Brut Reserve, Blanc de Blancs oder Brut Rosé, und wer französische Finesse sucht, findet sie mit »Kate & Kon« direkt in den Logen. Der »Fine-Wine-Partner« verantwortet nicht nur den Opernball-Champagner Bollinger, sondern auch den Logenservice: Ein achtköpfiges Sommelier-Team kümmert sich in Bühnen- und Ranglogen um besondere Flaschen, leise Empfehlungen und Weine, die man selten findet. Darunter Raritäten wie Clos Sainte Hune 2020 (Trimbach), Bienvenues-Bâtard-Montrachet Grand Cru 2014 (Leflaive) oder Cheval Blanc 2015. Und wenn nach all dem Tanzen ein Espresso nötig wird, rettet erstmals »Goppion Caffè«.
Wenn also am 12. Februar der erste Walzer erklingt, flirrt nicht nur der Tüll im Takt, sondern auch die Vorfreude auf kulinarische Überraschungen, prickelnde Drinks und Momente, die man so schnell nicht vergisst. Ein Abend voller Musik, Tanz und Genuss – Wiener Opernball, wie er leibt und lebt.