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Tipps gegen Lebensmittelverschwendung: Bio-Koch kooperiert mit Amazon Alexa

Nachhaltigkeit
Saison
Regionalität
Hamburg
Lebensmittelverschwendung

11 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich weggeworfen – rund 78 Kilogramm pro Person. Bio-Spitzenkoch Sebastian Junge gibt in Kooperation mit Amazons Sprachassistenten »Alexa« Tipps, wie man Lebensmittelverschwendung vermeiden kann.

Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Insbesondere Großstädter können zu jeder Tages- und Nachtzeit ihren Bedürfnissen frönen und müssen kein Gelüst unbefriedigt lassen. Hinsichtlich unseres Essverhaltens wird das besonders deutlich: 11 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich weggeworfen – rund 78 Kilogramm pro Person. Das geht aus Daten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hervor. Besonders bitter: Der Großteil der Abfälle könnte durch richtige Lagerung, bewusste Planung und kreative Resteverwertung vermieden werden.

Um auf diesen Missstand hinzuweisen, rief das BMEL 2012 die Initiative »Zu gut für die Tonne!« ins Leben. Diese soll das Thema Lebensmittelverschwendung stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und eine höhere Wertschätzung für Lebensmittel schaffen. In diesem Jahr fanden die Aktionswochen vom 29. September bis zum 06. Oktober statt und brachten eine besondere Kooperation an den Start: Spitzenkoch Sebastian Junge vom Hamburger Restaurant »Wolfs Junge« und der Tech-Konzern Amazon geben gemeinsam Tipps gegen Food Waste.

Meister der Nachhaltigkeit

Junge ist keinesfalls fachfremd: Unter dem Motto »land- und handgemacht« leitet der – erste und einzige – Bio-Spitzenkoch der Hansestadt das Restaurant »Wolfs Junge«. Landgemacht, da ihre Erzeugnisse in den Prinzipien der Regionalität und Saisonalität wurzeln, handgemacht, da sie vom Sauerteigbrot über Blut- und Bratwürste, Pralinen bis hin zur Butter alles selbst herstellen.

Als zertifiziertes Bio-Restaurant werden, im wahrsten Sinne des Wortes, natürlich 100 % Bio-Produkte in der Küche verwendet. Nachhaltigkeit ist hier nicht nur ein wohlklingender Marketingbegriff, es ist die ganzheitliche Betriebsphilosophie. Von der Auswahl der Hausbank, dem Stromanbieter, dem Reinigungsmittel bis hin zu der Arbeitskleidung – allen Entscheidungen liegt die Prämisse der Nachhaltigkeit zugrunde.

Sebastian Junge
© Christian Geißler -Meerfreiheit
Sebastian Junge

Saisonalität kulinarisch umzusetzen bedeutet für Junge auch Spontanität. »Die Jahreszeit schreibt unsere Speisekarte«, erklärt der Bio-Koch auf der Website des Restaurants. Das Menü wechselt wöchentlich und wird auch gerne mal spontan auf die Empfehlung eines Lieferanten geändert. Und dieser holistische Ansatz wird belohnt: Der Guide Michelin zeichnet das Restaurant mit dem »Grünen Stern«, seinem Nachhaltigkeitsemblem, aus.

Dem entgegen steht ein Unternehmen, dessen Name nicht unbedingt die Assoziation »umweltfreundlich« erweckt. Der Onlineversandhändler Amazon steht in puncto Nachhaltigkeit immer wieder in der Kritik. Im Rahmen der »Zu gut für die Tonne!« Initiative haben sich Junge und Amazon jedoch zusammengeschlossen, um Nutzern von Alexa Tipps gegen Lebensmittelverschwendung zu geben. Fragt man den Amazon-Sprachassistenten »Alexa«: »Alexa, hast du Tipps gegen Lebensmittelverschwendung?«, übergibt Alexa das Wort an Junge, der drei Tipps preisgibt.

Junges Tipps für mehr Nachhaltigkeit zu Hause

Zuallererst rät Junge dazu, sich einen Essensplan anzufertigen. Um die Mahlzeiten für die Woche im Vorhinein zu planen, sollte man sich ein Überblick über die bereits zu Hause vorhandenen Lebensmittel verschaffen, um anschließend einen Einkaufszettel anzufertigen. Extra Tipp: Niemals hungrig einkaufen gehen! Ungesättigt einkaufen zu gehen führt zu Spontankäufen, welche eher unverzehrt bleiben, als eingeplante Lebensmittel.

Der zweite Tipp des Bio-Kochs: »Mindestens haltbar bis – das bedeutet nicht ›sofort tödlich ab‹. Also: Lebe ein bisschen am Limit und verlasse dich auf deine Sinne.« Lebensmittel sollten also gründlich inspiziert werden, bevor sie in den Müll wandern. Anders verhält es mit dem »Verbrauchsdatum«. An dieses sollte man sich auf jeden Fall halten.

Zu guter Letzt appelliert Junge an den gemeinsamen Austausch über das Kochen. Eltern, Großeltern, Freunde oder der Lebensmittelverkäufer des Vertrauens können ihre eigenen Resteverwertungsstrategien teilen und nachhaltige Rezepte weitergeben. Das regt nicht nur die Kreativität an, sondern schont auch den Geldbeutel und die Umwelt.

Alexa als Unterstützung in der nachhaltigen Küche

Alexa selbst bietet schon seit 2014 nützliche Unterstützung in verschiedenen Alltagssituationen. Der digitale Assistent kann beispielsweise per Sprachbefehl eine Einkaufsliste erstellen, die unterwegs über die Amazon Alexa App abgerufen und bearbeitet werden kann. Auch bei der richtigen Lagerung von Lebensmitteln kann Alexa zur Seite stehen: Auf die Frage »Alexa, wie lagere ich Tomaten richtig?«, empfiehlt der Assistent beispielsweise, sie bei Raumtemperatur aufzubewahren.

Darüber hinaus kann Alexa auch bei der Resteverwertung helfen. Wer fragt: »Alexa, zeig mir Rezepte mit Kartoffeln«, erhält passende Rezeptvorschläge, die Schritt für Schritt per Sprachausgabe erklärt werden. Diese Anweisungen lassen sich auch direkt an das Smartphone senden oder auf Echo Show-Geräten (Modelle mit Display) anzeigen.


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Danina Herrmann
Danina Herrmann
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