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Weinreise Franken: Die Weininsel, Mainstrand und Nordheim

Wein
Deutschland
Weinreise
Franken

Auf der Weininsel rund um Nordheim treffen idyllische Rebhänge auf den Mainstrand – ein Genussort, an dem Wein und Wasser gleichermaßen prägen.

Am Samstag geht’s nach Nordheim – eingebettet zwischen Mainkanal und Altmain liegt die größte Weinbaugemeinde Frankens auf der sogenannten Maininsel. Schon die Anreise ist ein Erlebnis: Mit der kleinen Fähre von Escherndorf nach Nordheim setzt man gemütlich über und wird auf der anderen Seite von einem Mainstrand samt Strandkörben empfangen – perfekt für eine kleine Pause mit Blick aufs Wasser.

In Nordheim reiht sich Winzer:in an Winzer:in, dazu gesellen sich einige Edelbrenner – ideal für alle, die nicht nur Wein, sondern auch feine Obstbrände entdecken wollen. Im Ortskern laden fränkische Gasthöfe und Häckerwirtschaften zum Verweilen und Genießen ein. Wer gleich mehrere Weingüter besuchen möchte, nutzt am besten das »Vinotheken-Tour-Ticket«: Damit können zehn Winzer ganz zwanglos zu den regulären Öffnungszeiten besucht werden – inklusive Verkostung von je einem Silvaner oder einer Sorte aus der Kategorie »Sortenvielfalt«. Das Ticket gibt’s in der Gemeindeverwaltung oder in der Touristinfo Volkacher Mainschleife.

Die Mainfähre verbindet die Weinorte Escherndorf und Nordheim.
© Franken Tourismus / Leue
Die Mainfähre verbindet die Weinorte Escherndorf und Nordheim.

Abseits bekannter Wege

Ein ganz besonderer Tipp für alle, die abseits bekannter Geschmackswege unterwegs sein wollen: der Betrieb von Urgestein Manfred Rothe. Seit über 40 Jahren betreibt er biologischen Weinbau – und das aus Überzeugung, zu einer Zeit, als es noch keine Beratung, keine Erfahrung und keine Förderung gab.

Spannend: sein »Indigenius« – natürlich ein Silvaner. »Indigen heißt eingeboren – und der Silvaner ist hier seit über 350 Jahren zu Hause«, sagt Rothe. Für ihn ist der Silvaner »die größte Spielwiese für den Winzer« – und bestens gewappnet für den Klimawandel: »Der Silvaner scheint das komplett zu ignorieren«, meint er schmunzelnd.

Für den »Indigenius« vergärt Rothe den Silvaner wie einen Rotwein auf der Maische und lässt ihn anschließend rund zwölf Monate in Fässern aus Spessart-Eiche reifen. Frucht sucht er dabei nicht – sondern Struktur. Harmonie entsteht durch Geduld: Erst fünf Jahre nach der Ernte kommt der Wein auf den Markt. »Große Weine brauchen Zeit«, erklärt er. »Wir wollen einen Kontrapunkt zum schnellen Genuss setzen. Unser Leitbild ist Entschleunigung«, sagt er – und lacht dabei so herrlich sympathisch.

Wie gut das funktioniert, zeigt sich im hauseigenen Weinbistro, das von April bis Oktober geöffnet ist: Dort werden handverlesene Produkte aus der Region liebevoll auf Rothes Weine abgestimmt und serviert – ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt.


Erschienen in
Weinreisen Deutschland 1/2025

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Romana Echensperger
Romana Echensperger
Wein-Chefredakteurin Deutschland
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