»CHEF:IN«: Die Plattform für Deutschlands einflussreichste Küchenchefinnen
Deutschlands Köchinnen stehen noch immer im Schatten männlicher Kollegen. Eine neue Plattform soll das ändern – mit prominenter Unterstützung.
»Kennt ihr das? Bei jeder Diskussion über die Spitzengastronomie kommt irgendwann die Frage: ›Aber wo sind denn die Frauen?‹«. Diese Frage beschäftigt Denise Snieguolė Wachter, Foodjournalistin und Kommunikationsberaterin, schon lange – und zwar aus gutem Grund: Sie sind längst da. Sie führen Sterne-Restaurants, entwickeln innovative Konzepte und prägen die Zukunft der deutschen Gastronomie. Doch ihre Leistungen bleiben häufig im Schatten. Damit soll jetzt Schluss sein. »In Deutschland gibt es so viele herausragende Köchinnen, aber sie stehen viel zu selten im Rampenlicht. Diese Diskrepanz zwischen vorhandenem Talent und mangelnder Sichtbarkeit hat mich dazu bewegt, CHEF:IN zu gründen«, erklärt Wachter.
Mit der ersten sogenannten »CHEF:IN Watch List« richtet Wachter gemeinsam mit Anja Wasserbäch, Kulinarikautorin bei den Stuttgarter Nachrichten und Stuttgarter Zeitung, den Blick nun auf die 18 einflussreichsten Küchenchefinnen Deutschlands – Persönlichkeiten, die die Branche nicht nur kulinarisch, sondern auch als Führungspersönlichkeiten verändern. »Die deutsche Spitzengastronomie erlebt derzeit einen fundamentalen Wandel. Immer mehr Frauen prägen mit ihrer Handschrift und Führungsstärke die kulinarische Landschaft. Doch dieser Wandel bleibt oft unbemerkt«, betont Wachter. Ihre Vision ist klar: »Ich möchte die Zukunft der Gastronomie neu denken – vielfältiger, inklusiver und weiblicher.«
Frauen müssen sich mehr zutrauen
CHEF:IN versteht sich dabei als aktiver Treiber dieses Wandels. Jedes Porträt und jede Geschichte auf der Plattform soll der nächsten Generation zeigen, dass ihre Träume erreichbar sind. »Träume brauchen Vorbilder und eine starke Community, die inspiriert und unterstützt«, so Wachter. Zu den ersten 18 Vorbildern gehören Persönlichkeiten wie Julia Leitner (»Coda«, 2 Sterne), Alina Meissner-Bebrout (»Bi:braud«, 1 Stern, und »Edda«), Cornelia Fischer (»Überfahrt«), Rosina Ostler (»Alois«) und Sophia Hoffmann (»Happa«). Sie alle beeindrucken nicht nur mit ihrer außergewöhnlichen Kochkunst, sondern auch mit ihrer Vision, die Gastronomie nachhaltig zu prägen und zu verändern.
Auf ihr Geschlecht reduzieren, lässt sich dabei keine. Darum geht es auch gar nicht bei CHEF:IN. Das bestätigt auch Sterneköchin Alina Meissner-Bebrout. Sie habe nie das Gefühl gehabt, sich mehr anstrengen zu müssen als ihre männlichen Kollegen, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Für sie gehe es vor allem darum, dass Frauen sich mehr zutrauen müssten, da es oft in ihrer Natur liege, zurückhaltender zu sein. »Es ist toll, dass es nun eine Plattform gibt, auf der wir uns mehr zeigen können – und das auf eine moderne und positive Weise«, sagt sie.
Die Gastronomie von morgen
Dem stimmt auch Cornelia Fischer zu, die seit Juli im Restaurant »Überfahrt« am Tegernsee Küchenchefin ist: »Obwohl ich die Geschlechterrolle in der Küche eher neutral sehe – Küchenchef ist Küchenchef – finde ich es schön, wenn wir Frauen zusammenhalten und uns einander unterstützen«.
Neben der Watch List, die fortlaufend erweitert wird, bietet die Plattform fundierte Einblicke in die Karrieren und Philosophien der porträtierten Frauen. Mit monatlichen Newslettern und journalistischen Inhalten soll CHEF:IN zudem eine lebendige Community schaffen, in der jede Köchin selbst entscheiden kann, wie sie sich einbringt. Ergänzt wird das Angebot durch geplante Networking-Events und Panels, die Raum für Austausch und Zusammenarbeit bieten. »CHEF:IN soll ein Ort sein, an dem Frauen sich gegenseitig inspirieren, unterstützen und stärken können. Gemeinsam gestalten wir die Gastronomie von morgen«, so Wachter.
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