Der Hahn strahlt: Die Sieger der Chianti Classico Trophy
Der Schwarze Hahn, das Wappentier des Chianti Classico, kann sich freuen: Die Denomination steht heute so gut da wie noch nie. Die Einführung der Top-Kategorie Chianti Classico Gran Selezione hat eine große Qualitätssteierung für alle Kategorien bewirkt.
Wer bei Chianti Classico heute immer noch an die bauchige Bastflasche von einst, den »Fiasco« denkt, liegt falsch, völlig falsch. In den vergangenen zwei Jahrzehnten fand auf den Hügeln des Chianti Classico eine wahre Qualitätsrevolution statt. Im Zeitraum von 1995 bis 2010 wurden viele Weingärten erneuert. Die Bepflanzungsdichte wurde erhöht, verbessertes Klonmaterial kam zum Einsatz. Keller und Einrichtungen wurden erneuert, alte Fässer und Maschinen ersetzt. Heute sind viele Keller im Chianti Classico top-ausgestattet. Die junge Generation der Chianti-Winzer ist bestens ausgebildet und geht mit Begeisterung ans Werk.
Auch der Klimawandel bringt Änderungen mit sich. Während einst Sangiovese nur in einigen Jahren pro Dekade wirklich gut ausreifen konnte, ist Reife heute selbst in höheren Lagen kein Problem. In den 80er- und 90er-Jahren wurde einem Chianti Classico vielfach mit Merlot oder Cabernet Sauvignon zu mehr Fülle verholfen, heute ist das nicht mehr nötig. Das erklärt auch den stetig sinkenden Anteil französischer Sorten (Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah) in der Cuvée des Chianti Classico. Im Gegenzug nimmt der Anteil an reinsortigem Sangiovese stetig zu. Die besten Chianti Classico spielen in einer Liga mit anderen Spitzenweinen auf Sangiovese-Basis wie Brunello di Montalcino oder die Supertuscans.
Gebiet und Qualitäten
Das Anbaugebiet des Chianti Classico umfasst die Hügel zwischen Florenz und Siena, rund 7000 Hektar Weinbauland. Nur was hier wächst, darf sich Chianti Classico nennen. Alles, was außerhalb dieser Grenzen angebaut wird, muss sich mit der einfacheren Bezeichnung Chianti zufrieden geben.
Der frische, von Frucht und Saft geprägte Chianti Classico Annata kommt nach zwölf Monaten Reife in den Handel. Er besteht zu mindestens 80 Prozent aus Sangiovese, den Rest können die lokalen Sorten Colorino und Canaiolo oder auch Cabernet, Merlot oder Syrah bestreiten. Auf die Annata-Kategorie entfällt der größte Anteil der Produktion. Auch hier macht sich die Qualitätssteigerung deutlich bemerkbar. Chianti Classico Annata sind heute geprägt von feinem, ansprechendem Duft, viel Frucht, feinem Tannin und Saftigkeit und zeichnen sich durch großen Trinkfluss aus.
Die Einführung der Lagenbezeichnungen »UGA« ist ein wichtiger schritt, um die Herkunft der weine noch deutlicher herauszustellen.
Eine Stufe höher ist der Chianti Classico Riserva positioniert. Er reift doppelt so lange. Während eine Annata auch in Stahl oder Beton ausgebaut werden kann, ist bei der Riserva eine Reifung im Holzfass vorgeschrieben. Eine Riserva zeigt deutlich mehr Kraft und in der Regel auch eine kräftigere Tanninstruktur. Die Vorschriften für den Sortenmix sind die gleichen wie bei Annata.
Die höchste Qualitätsstufe, Chianti Classcio Gran Selezione, wurde 2014 eingeführt. Nur Trauben aus Einzellagen oder aus einer Selektion von Weinbergen in Eigenbesitz dürfen dafür verwendet werden. Der Mindestanteil an Sangiovese liegt hier bei 90 Prozent, als Beigabe dürfen ausschließlich rote autochthone Sorten der Toskana verwendet werden. Während in den ersten Jahren viele Erzeuger noch wenig überzeugt waren von dieser neuen Kategorie, präsentierten im Laufe der Jahre immer mehr eine eigene Gran Selezione.
Viele Betriebe führen heute mehrere Gran Selezione im Programm. Die Spitze bilden Ricasoli, Fonterutoli und Marchesi Antinori, die jeweils 4 verschiedene Chianti Classico Gran Selezione im Portfolio haben. Ein Vergleich zwischen den einzelnen Lagenweinen ist spannend – und überaus genussvoll.
Unità Geografiche Aggiuntive, zusätzliche geografische Angaben: klingt recht sperrig, ist aber der offizielle Titel der neuen Gemeinde-Lagenbezeichnungen im Chianti Classico. Im Juni 2021 wurden diese offiziellen Lagenbezeichnungen eingeführt. Nach gemeinsamer Tradition und ähnlicher Bodenzusammensetzung wurden elf Gemeindelagen eingerichtet. Vorerst sind diese Lagenbezeichnungen nur auf die Gran Selezione beschränkt. 2021 ist der erste Jahrgang, der sich am Etikett damit schmücken darf.
Alle drei Siegerweine in der Kategorie Chianti Classico Gran Selezione tragen solch eine UGA-Bezeichnung – ein großartiger Erfolg!
Das Gebiet
Chardonnay
Das Chianti Classico erstreckt sich zwischen Florenz und Siena. 1716 wurde Chianti Classico erstmals als Weinbaugebiet festgeschrieben. Man unterscheidet zwischen Chianti Classico Annata, Chianti Classico Riserva und Chianti Classico Gran Selezione.
Die Sorten
Die prägende Sorte bei Chianti Classico ist Sangiovese. Mindestens 80 % davon muss in Annata und Riserva enthalten sein; bei Gran Selezione mindestens 90 %. Bei Gran Selezione sind im Blend ausschließlich autochthone rote Sorten erlaubt (Colorino, Canaiolo).