Ist das das Comeback von Rum-Cola?
Ein Hauch von Jugendsünde trifft auf feinste Cocktail-Architektur: Bei der Made in GSA Competition 2026 bewies Clara Schoper, dass man Klassiker nicht unterschätzen sollte. Mit einem neu interpretierten Rum-Cola-Drink schaffte sie es prompt auf Platz eins.
Es gibt Drinks, die begleiten uns ein Leben lang – oft jedoch als schmerzlich-süße Erinnerung an die ersten Gehversuche im Nachtleben. Die »Rum-Cola« gehört zweifellos dazu. Dass ausgerechnet diese Mischung den Weg zurück in den Olymp der Cocktailkunst finden würde, hätte wohl kaum jemand geahnt. Doch genau das geschah in der intimen Atmosphäre der Kölner »Suderman Bar«, als die »Made in GSA Competition 2026« ausgetragen wurde.
Clara Schoper, gerade einmal 24 Jahre alt und Barkeeperin der legendären Münchner »Zephyr Bar«, trat mit einer Vision an den Tresen, die so simpel wie genial war. Sie interpretierte den Klassiker aus Rum und Cola aufregend neu: Die Basis bildete ein charakterstarker Spiced Rum der Birkenhof Brennerei, der durch einen Espresso Herbtini von Underberg eine ungeahnte Tiefe erhält. Ein hausgemachter Cordial und spritziges Schweppes Soda Water verwandelten das sonst zweidimensionale Getränk in einen vielschichtigen Highball.
Allgemein zeigte das Niveau der diesjährigen Finalist:innen die enorme Bandbreite der deutschsprachigen Bar-Szene. Max Schulz-Helbach aus der Kasseler »Brasserie 36« sicherte sich mit seinem »Farbwechsel« den zweiten Platz – eine mutige Komposition aus Slyrs Bavarian Rye, Rosé-Wermut und einem fluffigen Quitten-Holunder-Espuma.
Besonderes Aufsehen erregte zudem eine Newcomerin aus Bamberg: Yelena Drakew, erst seit wenigen Monaten hinter dem Tresen des »Kawenzmann«, schaffte es mit ihrem alkoholfreien Drink »Meerweh« auf den dritten Platz. Ihre Mischung aus Seetang, Sanddorn und alkoholfreien Destillaten war so überzeugend, dass sie zusätzlich den Sonderpreis in der Kategorie »Alkoholfrei & Filler« gewann.
Ein Ticket nach Athen
Für Clara Schoper geht die Reise nun erst richtig los. Der Sieg bei »Made in GSA« ist nicht nur ein Titel für die Vitrine, sondern ein mögliches Ticket an die Weltspitze. Im November wird sie zur Athens Bar Show reisen, um ihren Drink einem internationalen Publikum zu präsentieren. Es ist ein Erfolg mit System. Dass Schoper aus dem »Zephyr« stammt, ist keine allzu große Überraschung. Die Bar gilt längst als Kaderschmiede; erst vor zwei Jahren belegte ihr Kollege Jakob Habel ebenfalls den ersten Platz des Wettbewerbs.