Italien erwägt Verbot von Pferdefleisch
Italien könnte bald ein Verbot von Pferdefleisch auf den Weg bringen. Ein Gesetzentwurf, der Pferde, Maultiere und Esel als Haustiere einstuft, sorgt für Debatten.
Das italienische Parlament debattiert derzeit einen ungewöhnlichen Gesetzentwurf. Darin sollen Pferde, Maultiere und Esel rechtlich als Haustiere eingestuft werden, damit würde ihre Schlachtung und Nutzung zu Nahrungszwecken verboten werden.
Neudefinition von Pferd
Die Initiative heißt »Regeln zum Schutz von Equiden und deren Anerkennung als Haustiere«. Kern des Entwurfs ist die Neudefinition von Pferden und artverwandten Tieren. Künftig sollen sie nicht mehr als klassische Nutztiere gelten. Damit wären Schlachtung, Verkauf und Konsum von Pferdefleisch in Italien so gut wie verboten. Zusätzlich sieht der Vorschlag verpflichtende Registrierungspflichten in tierärztlichen Datenbanken und strengere Vorschriften gegen Misshandlung vor.
Politisch ist die Vorlage umstritten. Befürworter:innen sehen darin einen längst überfälligen Schritt, um dem gestiegenen ethischen Anspruch an Tierwohl Rechnung zu tragen. Sie betonen, dass Pferde in Italien längst nicht mehr vorwiegend als Fleischlieferanten betrachtet würden.
Pferdefleisch hat Geschichte
Italien ist historisch kein unbedeutender Pferdefleischmarkt: In einigen Regionen gehört der Verzehr von Pferdefleisch zu lokalen kulinarischen Traditionen. Kritiker:innen geht der Gesetzesvorschlag zu weit und sie warnen vor wirtschaftlichen Folgen.
Der Entwurf sieht auch einen Fonds in Höhe von mehreren Millionen Euro vor, um betroffene Betriebe beim Übergang auf andere Geschäftsmodelle zu unterstützen. Diese – und die Strafbestimmungen im Falle von Verstößen – sind Teil eines größeren Pakets.