Karlsruher Sternerestaurant »Tawa Yama« stellt vorläufig Betrieb ein
Die Insolvenz in Eigenverwaltung sollte das »Tawa Yama« retten – jetzt ist das Sternerestaurant in Karlsruhe trotzdem vorläufig geschlossen. Investoren werden weiterhin gesucht.
Knapp zwei Monate nach dem Insolvenzantrag hat das Karlsruher Sternerestaurant »Tawa Yama« seinen Betrieb vorläufig eingestellt. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Holger Blümle von der Kanzlei Schultze & Braun mitteilte, ist der Schritt eine Konsequenz aus der angespannten finanziellen Lage und der fehlenden Möglichkeit, den Restaurantbetrieb über die Sommermonate kostendeckend aufrechtzuerhalten.
Bereits Anfang Mai hatte das mehrfach ausgezeichnete Haus Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, um sich neu auszurichten und mit einem angepassten Konzept weiterzubetreiben. Trotz intensiver Gespräche mit möglichen Investoren blieb eine kurzfristige Lösung jedoch bislang aus. Blümle betont, dass ein Einstieg unter neuer Führung nach wie vor denkbar sei.
Gründe für die Schließung
Seit seiner Eröffnung im Jahr 2020 war das »Tawa Yama« kulinarischer Anziehungspunkt auf dem Gelände der Raumfabrik, einem großflächigen Business-Campus in Karlsruhe-Durlach. Das Konzept vereinte das Sternerestaurant »Tawa Yama Fine« mit dem legereren »Tawa Yama Easy«. Beide Bereiche hatten sich zunächst auf ein großes Potenzial von rund 3.000 Arbeitsplätzen im Umfeld gestützt.
In der Realität verschärften sich die Rahmenbedingungen jedoch erheblich: Vermehrtes Homeoffice und Leerstände auf dem Campus führten zu einem deutlichen Rückgang an Gästen, hinzu kamen gestiegene Betriebskosten, Personalengpässe und eine spürbare Konsumzurückhaltung. Besonders das traditionell umsatzstarke Weihnachtsgeschäft war laut Unternehmensangaben weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Ende Juni lief zudem die Finanzierung der Löhne und Gehälter durch Insolvenzgeld aus. Ohne externe Unterstützung konnte der Betrieb nicht weitergeführt werden.
Zukunft bleibt offen
Von der vorläufigen Schließung sind rund 45 Mitarbeitende betroffen, darunter zehn Vollzeitkräfte und über 30 Teilzeitbeschäftigte sowie Auszubildende. Blümle zeigte sich zuversichtlich, dass die Fachkräfte angesichts des Personalmangels in der Branche schnell neue Perspektiven finden werden. Die Insolvenzverwaltung wolle diesen Übergang aktiv begleiten.
Trotz der aktuellen Unterbrechung bleibt die Zukunft des »Tawa Yama« offen. Sanierungsexperte Dirk Eichelbaum, der bereits in den vergangenen Wochen den Restrukturierungsprozess begleitet hatte, hält eine Investorenlösung mit einer inhaltlichen Neuausrichtung nach wie vor für möglich. Ob sich ein Interessent findet, der den Betrieb wiederaufnimmt, ist derzeit unklar.