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Milka Alpenmilch-Schokolade ist die »Mogelpackung des Jahres«

Schokolade
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Politik

Weniger drin, mehr bezahlt: Milka holt sich den Negativtitel Mogelpackung des Jahres – und auch andere Klassiker schrumpfen heimlich im Regal.

Was im Supermarkt unscheinbar wirkt, sorgt bei Verbrauchern für massiven Ärger: Die Alpenmilch-Schokolade von Milka ist zur »Mogelpackung des Jahres 2025« gewählt worden. Bei der Abstimmung der Verbraucherzentrale Hamburg entfielen rund zwei Drittel der Stimmen auf das Produkt des Konzerns Mondelez – ein Rekordwert in der zwölfjährigen Geschichte der Wahl.

Mehr als 34.700 Verbraucherinnen und Verbraucher beteiligten sich an der Online-Abstimmung. Mit 66,7 Prozent lag Milka deutlich vor den weiteren Kandidaten: Auf Platz zwei landete die Käse-Streusel-Backmischung von Dr. Oetker (22,1 Prozent). Bei der beliebten Backmischung wurde die Füllmenge fast halbiert – von 730 Gramm auf 370 Gramm – während der Preis gleichzeitig um knapp 90 Prozent stieg. Auf Platz drei folgte das XXL Schoko Hafer-Müsli von Kölln (5,9 Prozent). Auch hier schrumpfte die Packung deutlich: Statt 1.700 Gramm enthält das neue XXL-Pack nur noch 1.050 Gramm, der Preis sank zwar nominal von 9,99 auf 7,99 Euro, im Verhältnis bedeutet das aber eine versteckte Verteuerung von rund 30 Prozent.

Die weiteren Kandidaten im Rennen zeigen, dass versteckte Preiserhöhungen perfide sein können: Das Nudel-Fertiggericht Penne Pomodoro-Mozzarella von Knorr wurde von 163 auf 181 Gramm aufgestockt – doch der Preis kletterte von 1,39 auf 1,99 Euro, eine Erhöhung von 29 Prozent. Auch bei den 3in1 Classic Kaffeesticks von Jacobs schrumpfte die Füllmenge von 18 auf 12 Gramm, während der Preis um zehn Cent auf 2,79 Euro stieg – ein Preisanstieg von 56 Prozent.

Juristische Folgen?

Der Vorwurf der Verbraucherzentrale: versteckte Preiserhöhungen bei gleichbleibendem Erscheinungsbild. Anfang 2025 wurde die klassische Milka-Alpenmilchtafel von 100 auf 90 Gramm reduziert – bei nahezu identischer Verpackung. Gleichzeitig stieg der Preis von 1,49 auf 1,99 Euro. Laut Verbraucherzentrale betrifft diese Anpassung nicht nur eine einzelne Sorte, sondern mehrere Milka-Produkte.

»Mit diesem Ergebnis haben Verbraucher ihrem Ärger sehr deutlich Ausdruck verliehen«, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Die Wahl zeige, wie sensibel Konsumenten inzwischen auf sogenannte Skimpflation reagieren – also auf Produkte, die bei gleichem Erscheinungsbild weniger Inhalt bieten.

Für Mondelez könnte der Fall noch juristische Folgen haben: Im April 2026 treffen der Konzern und die Verbraucherzentrale vor dem Landgericht Bremen aufeinander. Dort soll geklärt werden, ob die Reduzierung der Füllmenge bei gleichbleibender Verpackung rechtlich als Täuschung zu werten ist.

Grundsätzlich sieht die Verbraucherzentrale politischen Handlungsbedarf. Während in Ländern wie Frankreich oder Österreich verpflichtende Hinweise auf geänderte Füllmengen direkt am Regal vorgeschrieben sind, fehlt eine solche Regelung in Deutschland bislang. In Brasilien müssen Unternehmen sogar direkt auf der Verpackung über reduzierte Inhalte informieren.


Redaktion
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