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Stiftung Warentest: So schlecht sind Olivenöle 2026

Produkttest
Olivenöl
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»Nativ extra« verliert seinen Glanz: Stiftung Warentest deckt Qualitätsprobleme bei Olivenöl auf – und selbst bekannte Discounter fallen durch. Wer gutes Öl will, muss genauer hinschauen.

Olivenöl steht für mediterrane Küche, Gesundheit und kulinarischen Anspruch. Doch die aktuellen Ergebnisse der Stiftung Warentest zeigen, dass die Spitzenklasse »nativ extra« zunehmend Mittelmaß liefert und selbst bekannte Discounter-Bestseller nicht mehr die Qualität früherer Jahre erreichen. In diesem Jahr wurden 25 Olivenöle untersucht, die überwiegend als »nativ extra« gekennzeichnet waren, aus Supermärkten, Discountern und Bioläden stammen und deren Preis zwischen sieben und 54 Euro pro Liter liegt.

Von diesen 25 Produkten konnten nur vier mit der Bewertung »gut« überzeugen. Dazu zählen das Bio-Olivenöl von Alnatura, das für knapp 14 Euro pro Liter einen fruchtigen, ausgewogenen Geschmack zeigte, sowie das teuerste Öl im Test von Cillo Mono mit rund 54 Euro pro Liter. Acht Öle fielen komplett durch, teils wegen ranziger oder stichiger Aromen, teils wegen bedenklicher Schadstoffbelastungen. Besonders auffällig waren die beiden Bestseller von Aldi: Das Bio-Olivenöl (ehemals »Gut Bio«) schmeckte modrig und erhielt die Note fünf, das konventionelle Bellasan-Olivenöl fiel mit stichig-schlammigem Geschmack ebenfalls auf und erreichte die gleiche Bewertung. Noch im Vorjahr waren diese Produkte Preistipp beziehungsweise Umwelttipp der Stiftung Warentest gewesen, mit Noten von 2,2 beziehungsweise 2,3.

Diverse Gründe

Die Tester kritisieren vor allem die sensorische Qualität. Hochwertiges Olivenöl sollte frisch, fruchtig und harmonisch bitter-scharf sein. Fehlende Frische, dumpfe oder unausgewogene Noten sowie klare sensorische Fehler deuten laut Stiftung Warentest darauf hin, dass die Oliven zu spät geerntet, unsachgemäß verarbeitet oder zu lange gelagert wurden. Vier der untersuchten Produkte wiesen solche Mängel auf. Zusätzlich fanden die Prüfer in drei Ölen Mineralölbestandteile und in einem Produkt den Weichmacher DBP, der als fortpflanzungsschädigend gilt.

Dabei zeigt sich, dass weder der Preis noch ein Bio-Siegel automatisch für gute Qualität stehen. Mittelmäßige oder mangelhafte Öle finden sich gleichermaßen bei günstigen Discounterprodukten wie bei höherpreisigen Ölen. Hintergrund für diese Schwankungen sind unter anderem häufige Lieferantenwechsel, die durch Preisdruck verursacht werden, lange Transportwege, der intensive Wettbewerb im Handel und klimatische Veränderungen in den Anbauregionen, etwa Dürre oder Hitze, die Ernte und Ölqualität beeinträchtigen.

Ein kleiner Lichtblick bleibt: Die Gehalte an gesundheitsfördernden Polyphenolen, den sekundären Pflanzenstoffen, die Zellen vor schädlichen Einflüssen schützen, sind bei vielen Produkten stabil oder leicht gestiegen. Verbraucher können also weiterhin von den gesundheitlichen Vorteilen des Olivenöls profitieren – sofern sie beim Kauf genauer hinschauen. Stiftung Warentest empfiehlt, sich nicht allein auf Etiketten, Herkunftsangaben oder Marketingversprechen zu verlassen, Olivenöl kühl, dunkel und gut verschlossen zu lagern und auf das Kaufdatum zu achten.


Redaktion
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