Falstaff Gourmet Kritik: kalt/warm
Von kulinarischem Hochgenuss und neuem Look zu Zeitdruck beim Kaffee trinken: Plus gibt es für das »ænd«, »Goldenes Bündl« und »Sacher Grill«, Minus für das »Mochi« und »Meissl & Schadn«.
17.000 Gourmetclubmitglieder testen für den Falstaff Restaurantguide 1400 Restaurants und senden uns ihre positiven und negativen Erlebnisberichte. Hier ein kleiner Auszug.
Ein kulinarischer Hochgenuss im »ænd«. (1060 Wien)
»Was die Gerichte betrifft, findet sich hier die derzeit wahrscheinlich spannendste Küche Wiens, die sich auch international sehen lassen kann. Die Saucen sind Weltklasse, und außer ein paar wirklich kleinen Abstrichen da und dort sind die Menüs hervorragend und überraschen mit extravaganten Kombinationen. Auch die Weinbegleitung war eine der besten, die ich bisher hatte, und der Preis war für die gebotene Qualität mehr als fair kalkuliert. Neben dem extrem modernen Interieur und der offenen Küche ist auch das tadellose Service besonders aufgefallen – Wein und Speisen kommen immer gleichzeitig. Man merkt einfach, dass hier absolute Profis am Werk sind, die ihr Handwerk vollends beherrschen.«
Kompetente Bordeaux-Verkostung im entspannten Rahmen des »Goldenen Bründl«. (2105 Oberrohrbach)
»Das Lokal ist definitiv ein unerwartetes Highlight: Mit Freunden haben wir die Bordeaux-Verkostung mit abgestimmtem Begleitmenü genossen. Die tollen Weine wurden von französischen Profis vorgestellt, inklusive fachkundiger Erklärungen über Lage der Reben, Größe des Weinguts und Zusammensetzung der jeweiligen Böden. Das Lokal ist modern, geschmackvoll und gemütlich eingerichtet, die Küche überaus ambitioniert und die Gastgeber entspannt und zuvorkommend. Ein schöner Abend, an dem der bestellte Fahrdienst unentbehrlich war!«
Gemütliches Ambiente und hervorragende Salzburger Nockerl im »Sacher Grill«. (5020 Salzburg)
»Die Renovierung ist wirklich fantastisch gelungen! Die beigen Töne des Interieurs und die absolut gemütlichen Armsessel sorgen für ein wunderbares Ambiente. Gekocht wird klassisch und gut. Dabei hat man auch die Möglichkeit, von gewissen Speisen kleine Kostproben-Portionen zu bestellen. Wir sind so auch in den Genuss einer Pastinaken-Maroni-Suppe gekommen, serviert in einer Kaffeetasse. Nach einem köstlichen Backhuhn und herrlichen Kürbis-Tortelloni bildeten die unerreicht besten Salzburger Nockerl den Abschluss. Fluffig, hell, nicht zu süß und mit herrlichem Himbeerobers serviert. Salzburger Nockerl sollte man wirklich nur hier essen!«
Ohne Zeitdruck hätte es ein wirklich schöner Besuch im »Meissl & Schadn« werden können. (1010 Wien)
»Das Lokal ist wunderschön, das Essen war in Ordnung und wir waren so weit eigentlich zufrieden. Jedoch wurden wir deutlich darauf hingewiesen, dass wir unseren Tisch nur für eineinhalb Stunden zur Verfügung hätten. Und bei einem dreigängigen À-la-carte-Menü ist das natürlich nicht viel Zeit. Von dieser Vorgabe schon etwas gestresst, wurde es dann aber vor allem beim abschließenden Kaffee wirklich ungemütlich, da das Servicepersonal nervös um den Tisch gelaufen ist, als wollten sie ihn schon unbedingt abräumen und neu decken. Und das, obwohl das Lokal zu diesem Zeitpunkt fast leer war. Dieser Stress hätte nicht sein müssen – es wäre sonst ein wirklich schöner Besuch gewesen.«
Im »Mochi« einen Tisch zu ergattern entpuppt sich als mühsames Vorhaben. (1020 Wien)
»In diesem Restaurant eine Reservierung vorzunehmen ist wesentlich leichter gesagt als getan: Ich habe es in den letzten eineinhalb Jahren nicht geschafft, einen Tisch für vier Personen zu bekommen. Wären es kurzfristige Anfragen gewesen, hätte ich ja Verständnis dafür, dass nichts mehr frei ist. Aber die mehrfachen schriftlichen Reservierungen erfolgten immer drei bis vier Wochen im Vorhinein. ›Ausgebucht‹ war die Antwort, inklusive des frommen Angebots, auf die Warteliste gesetzt zu werden. Mittlerweile ist diese Vorgehensweise für mich nicht mehr nachvollziehbar und es ist schade, da ich das Lokal wirklich gerne wieder besuchen würde.«
Das »Mochi« bezieht zu dem Vorfall Stellung:
»Wir bitten um Verständnis, dass das Platzangebot in einem kleinen Lokal wie unserem begrenzt ist. Für unser Team ist es eine große Freude und schöne Bestätigung, dass wir selbst nach sieben Jahren noch so gut gebucht sind, auch wenn das längere Vorlaufzeiten beim Reservieren bedeutet. Ohne Reservierung stehen die Chancen auf einen Tisch nachmittags für einen späten Lunch oder ein frühes Dinner. Als Alternative befindet sich unser Take-out-Lokal ›o.m.k‹ direkt gegenüber, und auch die ›Mochi Ramen Bar‹ liegt in unmittelbarer Nähe.«
Die Redaktion behält sich vor, dem Falstaff zugesandte Berichte aus Platzgründen für die Veröffentlichung zu kürzen.
Haben auch Sie ein bemerkenswertes Restauranterlebnis, das Sie uns schildern möchten? Dann schreiben Sie uns an [email protected].