Genuss mit Zeitdruck: Wiens Kaffeehäuser greifen auf Zeitfenster zurück
Aufgrund des großen Andrangs vergeben Touristen-Hotspots sogenannte Time-Slots, um möglichst viele Gäste zu verköstigen.
Touristenströme in einer Großstadt sind besonders im Sommer kein ungewöhnliches Bild. Nach den turbulenten vergangenen Jahren scheint sich die Tourismusbranche endlich wieder erholt haben. Das Ergebnis zeichnet sich derzeit in Wien überdeutlich ab: schier endlose Schlangen an Menschen vor Traditionskaffeehäusern, versperrte Gehwege und in Folge auch aufgeheizte Gemüter können die Folge sein.
Besonders vor dem begehrten »Café Sacher« oder dem »Café Central« warten Menschen oft stundenlang, um sich von der vielgelobten Kaffeehauskultur zu überzeugen. Damit die Betreiber:innen möglichst vielen Gästen einen Platz bieten können, greifen sie nun auf Time-Slots zurück. Neu ist diese Praxis keineswegs; Restaurants waren die Vorreiter dieser Idee. Nun scheint die Schnelllebigkeit der Großstadt auch die Gemütlichkeit der Kaffeehäuser erreicht zu haben.
Spontanität adé
Die Time-Slots wurden erstmals konkret in den Jahren der Coronapandemie eingeführt – diese stellte Kaffeehäuser, Restaurants und Bars vor große Herausforderungen. Um während dieser Zeit die Betriebe dennoch am Laufen zu halten, schienen diese zugewiesenen Zeitfenster eine passende Lösung gewesen zu sein. Nun werden erneut Time-Slots genutzt, um den großen Ansturm an Besucher:innen auf Kaffeehäuser möglichst gesittet zu bewältigen.
So weit, so gut – allerdings können die Tische nur für begrenzte Zeiträume reserviert werden, bevor sie an die nächsten Gäste weitergegeben werden. Kurz gesagt bedeutet das, dass ein spontaner Besuch eines Kaffeehauses wohl nicht mehr so schnell und einfach funktionieren könnte wie bisher. Wie genau die Vergabe der Time-Slots künftig aussehen könnte, ist allerdings noch nicht ganz bekannt – möglich wäre eine elektronische Buchung wie bei einer klassischen Reservierung. Allerdings werden sich genauere Details erst im Laufe der Zeit herauskristallisieren.
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