Nein? Doch! Oh! Vegane Foie gras im neuen Pop-up »Brother&Brother«
Zwei Brüder übernehmen »Das Lazy« für ihr veganes Pop-up und überraschen mit selbstgemachter Gänseleber und ausgezeichneten Burger und Bagels.
Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch: Im Fall der veganen Konditorei »Das Lazy« im 18. Bezirk kapert der Mitarbeiter das ganze Lokal, sobald die Chefin auf Urlaub ist.
In dem kleinen Café auf der Währinger Straße 133 gibt es normalerweise überragende Torten und Kuchen von Alice Lindenau. Das vegane Tiramisu bringt jeden Sonntag Orlando Gruber zu seiner Schicht mit. Als kreative Urlaubsvertretung macht er aus der Konditorei von Donnerstag bis Sonntag, den 3. Oktober das Pop-up »Brother&Brother« für vegane Burger, Bagels und Foie gras.
Für das Pop-up bringt Orlando nicht nur Tiramisu, sondern auch seinen Bruder Marco Szvitlak mit. Der ist eigentlich Steuerberater, steht privat aber so gerne in der Küche, dass er sogar seinen Urlaub dafür aufwendet und auch nicht davor zurückschreckt, eine französische Delikatesse umzukrempeln: Foie gras.
Die falsche Foie gras
Gänsestopfleber gilt als Luxusprodukt, für deren Herstellung Enten und Gänse jedoch eine qualvolle, wochenlange Zwangsernährung ertragen müssen. Eine gute Alternative ganz ohne Tierleid ist daher nicht nur für Veganer interessant, bisher aber noch schwer zu finden.
Die pflanzenbasierte Foie gras bei «Brother&Brother« besteht aus Cashewnüssen und Kokosöl für das nötige Fett, Zwiebeln, Champignons, Miso, Cognac, Gewürzen, Vanille und veganer Butter. Geschmacklich ist die Alternative gut getroffen; wenn auch weicher und heller als das Original, erinnert sie stark an Leberpastete und schmeckt leicht »weihnachtlich«.
Am Burger Patty – eines aus Shiitake, das andere aus Austernpilzen – hat Marco ebenfalls wochenlang getüftelt. Die Mühe macht sich bezahlt: Konsistenz, Saftigkeit und Geschmack lassen auch Fleischesser nichts vermissen.
Selbstgemacht sind auch die Burger-Buns und die Bagels mit Frischkäse und karamellisierten Mais. Verwendet wird die japanische Gewürzmischung Furikake als Abwandlung des typischen Sesam-Bagels.
Vom Pop-up zum Foodtruck
Süßer Abschluss ist der Grieß-Mandel-Kuchen mit Oberscreme und Birnenmouse sowie das Tiramisu, das es am Wochenende auch als Pistazie- und Mango Sticky Rice-Variante geben soll.
Das Pop-up ist für die Brüder ein erster Probelauf, bevor man etwas eigenes eröffnen will: »Man romantisiert das sehr. So können wir lernen, wie viel Arbeit auf uns zukommt und wie die Abläufe funktionieren», sagt Orlando. Möglich wären in Zukunft weitere Pop-ups, ein Foodtruck oder gar ein Lokal.
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