Wiens neue »Langos Bar«: Wo der Langos salonfähig wird
Foodies kennen Walter Piller und Laura Scheybal als »Bio Langos Boiz«, nun eröffnen sie »Die Langos Bar« im Prater. Der Fladen macht aber auch im 1. Bezirk Karriere.
Der Langos wird in Wiens Gastronomieszene salonfähig. Recht so, die Stadt ist dem ungarischen Fladen schließlich Wiedergutmachung schuldig. Über Jahrzehnte wurde der Langos und sein Ruf schockgefrostet, doppelt frittiert und das so dünn und hart, dass es in den Ohren kracht. Mancher meint gar, Wien hätte den Langos ruiniert (wer, dazu später mehr).
Dass beim Langos mehr geht, haben im Corona-Jahr 2021 auch die »Bio Langos Boiz« alias Walter Piller und Laura Scheybal erkannt. Foodies erinnern sich an ihre zahlreichen Pop-ups (»Vollee« im Prater, Christkindlmärkte und später im Strandbad Klosterneuburg).
Die fluffig-knusprigen Germteigfladen belegt mit Bio-Zutaten ließen vom Lockdown kulinarisch Ausgehungerte durchhalten und waren der Beweis, dass früher nicht alles besser war und schon gar nicht der Langos.
Bio-Fladen mit Weinbegleitung
Die letzten Monate tourten Piller und Scheybal im Foodtruck durch das Land. Am 15. März sind sie offiziell zurück und eröffnen als »Die Langos Bar« im Prater bzw. auf direktem Weg zum dortigen Haupteingang den ersten fixen Imbiss. Auf das Wörtchen Bio verzichtet man nur beim neuen Namen (aus Bürokratiegründen), nicht jedoch bei den Zutaten.
1020 Wien
Österreich
Fix auf der Karte stehen wird Langos klassisch mit Salz und Knoblauch, Sauerrahm und Bergkäse sowie in Langos eingewickelte Käsekrainer und Debreziner von Höllerschmid.
Bei wöchentlichen Specials darf es auch Mortadella oder Lachs und Kaviar auf dem Langos sein. Ausgeschenkt wird dazu Wein (deshalb auch die »Bar« im Namen), später soll es für die Kaiserwiese – quasi der Schanigarten – ein Langos-Picknick geben.
Das Duo macht nicht »nur« Langos, sondern fantastischen Langos: Mehrmals am Tag frisch zubereiteter (veganer!) Teig, gebacken in gutem (!) Öl – so einfach, so gut.
Dem allgemeinen Trend zum Sauerteig folgt man aus gutem Grund nicht: »Weil Germteig-Langos einfach geiler ist. Die Wiener wollen es knusprig und dünn, da rede ich aber nicht von einem frittierten Wettex. Es ist ein Mittelweg zwischen dick und flaumig, dünn und knusprig«, sagt Piller.
Was Piller beim Langos »lächerlich wichtig« ist: das richtige Salzen, die Königsdisziplin. Das dürfe nicht einmal die eigene Mama übernehmen – und die hilft seit drei Jahren mit.
Langos zum Fine Dining
Dass der Langos Karriere gemacht hat, sieht man auch daran, dass er sich sogar im 1. Bezirk auf der Abendkarte findet: In der »Cosmo Kitchen« im »The Leo Grand« kommt er mit Crème Fraîche, Junglauch, Zwiebelchutney und Bergkäse aus der Küche. Eine Hommage des Küchenchefs István Törzsök an seine ungarischen Wurzeln.
1010 Wien
Österreich
»Langos ist ein Symbol für Komfort und Geselligkeit und passt perfekt zum Konzept des Restaurants. Durch kreative Ansätze wird er auf Fine-Dining-Niveau gehoben und zeigt, dass Fine Dining nicht elitär sein muss, sondern auch Platz für Gerichte bietet, die Emotionen wecken und kulturelle Geschichten erzählen.«
Pionierarbeit im Wiener Wirtshaus
An der Wiederherstellung des guten Rufs hat maßgeblich Roland Soyka mitgewirkt, der sich dem Langos im »Stuwer« als einer der Ersten mit der nötigen Ernsthaftigkeit widmete. »Wien hat den Langos ruiniert, was schade ist, weil er doch zur Wien gehört«, sagt Soyka.
Anfangs bot man den Langos nur zum Spaß an, doch die mit feinen Sachen belegten Vorspeisen-Fladen schlugen derart ein, dass sie seit der Eröffnung auf der Karte stehen. Im beiden »Stuwer«-Standorten gibt es ihn in variierenden Versionen mit Sauerrahm, Beinschinken oder ausgefallener mit Steak und einer brasilianischen Salsa.
1020 Wien
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1010 Wien
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